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Nach 50 Jahren zurück zur Reiteralpe

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50 Jahre nach ihrer Dienstzeit trafen sich die ehemaligen Hochgebirgsjäger mit ihrem damaligen Zugführer Leutnant Peter Bayer (vorne sitzend) zum Jubiläumstreffen am Lenzenkaser II auf der Reiteralpe. Fotos: privat
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Der Hochgebirgsjägerzug 232 Berchtesgaden im Jahr 1963 bei einem Bergmarsch.

Berchtesgaden – Fünfzig Jahre waren vergangen, als ehemalige Angehörige des Hochgebirgsjägerzuges 232 Berchtesgaden den Wunsch hegten, sich wieder einmal zu treffen. So wurde eine Wiedersehensfeier auf dem Lenzenkaser II auf der Reiteralpe organisiert, an dem der damalige Zugführer, drei damalige Gruppenführer und Heeresbergführer und zwölf damalige Hochgebirgssoldaten teilnahmen.


Es herrschte echtes »Jagawetter« mit Schneefall, Regen und Sturm, als die Teilnehmer auf dem gut beheizten Lenzenkaser II ankamen. Die Köche vom Aufklärungsbataillon 8 warteten mit einer würzigen Gulaschsuppe in der gemütlichen Gaststube auf und danach begannen die ehemaligen Hochgebirgssoldaten in Erinnerungen an ihre Dienstzeit zu schwelgen. So manche Heldentat und »Untat« aus der damaligen Zeit kam ans Tageslicht und die Stimmung stieg merklich an.

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Nachdem das Wetter einen Spähtrupp auf einen der Gipfel der Reiteralpe für die »in die Jahre Gekommenen« als erfolglos erscheinen lies, wurde der Befehl erteilt, den Tatendrang mit Kaffee und Kuchen zu bremsen. Als nächste Ausbildungsstunde stand auf dem Dienstplan Singen. Unterstützt vom ehemaligen Kraftfahrer des Zuges auf der Ziachorgel wurden in den Gedächtnissen die Texte der Lieder ausgegraben, die vor 50 Jahren im Hochgebirgsjägerzug geschmettert wurden, und ein schneidiger Marschgesang hallte durch den Lenzenkaser II.

Viel hatte sich bei den ehemaligen Hochgebirgssoldaten in den 50 Jahren nach der Dienstzeit ereignet und so lauschten die Teilnehmer interessiert den jeweiligen Werdegängen ihrer ehemaligen Kameraden. Bei diesem Anlass wurde auch der inzwischen verstorbenen sieben Kameraden in einer Schweigeminute gedacht.

Als Dank für die Bemühungen um den Erhalt der Kameradschaft innerhalb des Hochgebirgszuges 232 überreichten die Teilnehmer ihrem ehemaligen Zugführer die »Gamsbock-Anstecknadel«. Nach einem opulenten Abendessen, wiederum erstellt durch die Küche des Aufklärungsbataillons 8, wurden Erinnerungsfotos an die Dienstzeit auf eine Leinwand projiziert, welche bei so manchem alten Haudegen Ereignisse lebendig werden ließ, die damals die Angehörigen des Zuges zu einer verschworenen Gemeinschaft zusammengeschweißt haben, die auch heute noch nach 50 Jahren Bestand hat.

Nach einem ausreichenden Genuss guter Getränke und lebendigen Gesprächen über das gemeinsam Erlebte klang der Abend langsam aus und in einer gemeinsam Aktion wurden die Schlafstellen im Matratzenlager erobert. Nach dem Frühstück am nächsten Tag wurde das Versprechen gegeben, sich – so Gott will – im nächsten Jahr wieder zu treffen. P.B.