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Nachbar verurteilt

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Mag keine spitzen Eisennägel, dafür scharfe Kufen: Rodellegende Georg Hackl. Sein Nachbar wurde nun wegen eines Angriffs verurteilt. Foto: Anzeiger-Archiv/Pfeiffer

Bischofswiesen – Ein 50 Zentimeter langer Nagel war es, mit dem Rodellegende Georg Hackl vor eineinhalb Jahren von seinem Nachbarn attackiert wurde. Der Nachbar ist nun im Berufungsprozess am Landgericht Traunstein zu zehn Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Das Gericht erkannte im Angriff auf den Sportler eine gefährliche Körperverletzung.


Der Eisennagel hat es zu deutschlandweiter Bekanntheit gebracht: Weil damit Deutschlands erfolgreichster Rodler attackiert worden war. Der hat nun einen weiteren Erfolg im Prozess gegen seinen Nachbarn, einen pensionierten Post-Beamten, einfahren können. Das Landgericht Traunstein sprach den 66-Jährigen Anfang der Woche schuldig. Der Bischofswieser wurde zu zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.

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Nach einem Streit beim Schneeräumen war es zu einer Auseinandersetzung gekommen. Hackl musste mit einer Platzwunde am Kopf in das Krankenhaus, nachdem er mit einem Eisennagel am Kopf verletzt worden war. Die Platzwunde über dem linken Ohr musste genäht werden. Der Nachbar trug eine Schulterverletzung davon. Auslöser des Streits: Der ehemalige Weltklassesportler soll mit der Schneefräse Schnee von seinem Grundstück entfernt haben. Dadurch fühlte sich der Nachbar gestört, weil Schnee auf dem Grundstück landete. Das hatte der Nachbar satt, er versuchte, Hackl mit einem Gartenschlauch nass zu spritzen.

Anschließend griff er zu besagtem Eisennagel, mit dem er auf den ehemaligen Top-Sportler zuging und diesen dreimal attackierte. Hackl lief daraufhin in sein Haus und verständigte die Polizei. Im ersten Prozess hatte Hackl in seiner Zeugenaussage eingeräumt, seinen Nachbarn provoziert zu haben.

Das Strafmaß fiel im nun stattfindenden Berufungsprozess um zwei Monate höher aus als im ersten Prozess am Amtsgericht Laufen. Damals hatte der Nachbar eine achtmonatige Bewährungsstrafe erhalten, diese wurde nun auf zehn Monate erhöht. Die Staatsanwaltschaft hatte auf ein Jahr Haft zur Bewährung plädiert. Der Verteidiger des Nachbarn hatte Freispruch gefordert. Er kündigte an, in Revision zu gehen. Kilian Pfeiffer