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»Natürlich gefällt es mir hier«

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Sie wird doch nicht den Kameramann erschießen? Nein, wird sie nicht. Wer Rosalie Thomass in der Almachklamm in die Quere kommt, ist noch streng geheim. Foto: Neue Bioskop Television

Marktschellenberg – Rosalie Thomass ist eine der gefragtesten Schauspielerinnen in Deutschland. Und eine der besten. Gerade steht die schöne Münchnerin im Talkessel für den ZDF-Krimi »Der Totenmaler« vor der Kamera. Gar nicht so leicht, an ein Interview mit der vielfach ausgezeichneten 27-Jährigen ranzukommen. Doch »Anzeiger«-Reporter Christian Wechslinger hat den Star in einer Drehpause kurzerhand in die Almbachklamm »entführt«.


Frau Thomass, sind Sie zum ersten Mal in Berchtesgaden? Wie gefällt es Ihnen hier?

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Rosalie Thomass: Was ist denn das für eine Frage? Natürlich gefällt es mir hier. Ich fühle mich in den Bergen einfach wohl. Und, ja: Ich bin das erste Mal hier.

Sie spielen diesmal eine Hauptrolle in einem Krimi. Was reizt Sie daran?

Thomass: Für mich ist nicht das Genre das Entscheidende, sondern die Geschichte. Und die sagt mir bei diesem Film zu. Für mich ist dieses Werk auch nicht unbedingt ein Krimi, sondern ein Familiendrama über ein verlorenes Kind. Den Krimi inszenieren die Kamera, die Musik und der Schnitt, damit es spannend wird. Mich interessiert in erster Linie die Geschichte der gezeigten Personen. Egal, ob das eine Komödie oder eben ein Krimi ist. Ich versuche, die Rolle glaubwürdig darzustellen.

Sie haben schon zahlreiche Filmpreise erhalten. Was war denn der bisher wichtigste Preis, mit dem Sie ausgezeichnet worden sind?

Thomass: Für mich waren alle Preise aus verschiedenen Gründen total wichtig. Zum einen ist es toll, dass man für seine Arbeit Anerkennung bekommt. Und schön waren die Förderpreise auch deshalb, weil sie Geld gebracht haben. Was mir schon früh eine große Freiheit gebracht hat. Ich konnte Unterricht bei tollen Lehrern nehmen und meine Rollen auswählen. Ich musste nicht nur ackern. Dass ich mit 19 Jahren mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet worden bin, war für mich unglaublich. Ich dachte immer, dass man so etwas irgendwann einmal bekommt, wenn man 40 oder 50 oder noch älter ist. Es war sehr bewegend für mich, diesen großen Preis in so frühen Jahren zu erhalten.

Wollen Sie auch mal im Ausland drehen, vielleicht in Hollywood?

Thomass: Ich bin im Moment mit meiner Arbeit zufrieden, weil ich viele tolle Sachen machen kann. Deswegen zieht es mich auch noch nicht weg. Ich habe aber im vergangenen Jahr, weil es sich so ergeben hat, so einen amerikanischen Independent-Film gedreht. Man hatte mich gefragt und ich fand es so unwahrscheinlich, dass ich es einfach gemacht habe. Dadurch habe ich eine Arbeitserlaubnis für die USA, verfolge dies aber nicht wahnsinnig ehrgeizig, weil ich hier sehr zufrieden bin.

Wie waren denn im Land der unbegrenzten Möglichkeiten die Umstände?

Thomass: Es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht, in englischer Sprache zu spielen. Da kann man ganz anders spielen. Aber ich bin sehr zufrieden in Deutschland. Und im Speziellen jetzt hier in Berchtesgaden. Christian Wechslinger