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Netter Schnäppchenmarkt in Unterstein

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Wieder gut besucht war am Samstag der Flohmarkt rund um das Rathaus in Unterstein. Viele weitere Fotos unter www.berchtesgadener-anzeiger.de (Fotos: Tessnow)
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Johanna versuchte, einen Teil ihrer Spielesammlung zu verkaufen.

Schönau am Königssee – Einmal im Jahr geht’s rund um das Rathaus in Unterstein. Verkaufstapeziertische werden aufgeklappt, Kartons mit allem möglichen Krimskrams darauf platziert. Dann ein paar Stunden schön freundlich gucken, oder den traurigen »Ich hab leider noch nichts verkauft: Kauf mir bitte was ab«-Blick aufsetzen. Der Flohmarkt des Jugend-Treff.5 Fördervereins ist immer ein Spaß für alle Generationen und zeichnet sich zusätzlich durch seinen sozialen Wert aus. So auch am Samstag.


30 Grad im Schatten. Die Luft steht. Die Grillhendl duften. Selbst die Bierflasche schwitzt. Er ist eigentlich immer wieder derselbe, aber immer wieder gewaltig anders. Aus den detaillierten Zufälligkeiten zieht der große Flohmarkt so aber seinen Charme.

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»Ja, servus Maria, du auch hier?«, sagt ein Besucher. »Na, aber mei Dirndl«, antwortet die Befragte. Treffpunkt Flohmarkt. Alle sind irgendwie aufgekratzt.

Klausi schleicht jetzt schon das gefühlte dritte Mal intensiv um das Gelände. »Nehm´ ich jetzt das Geweih oder nicht? Mmh? Mal sehen. »Vielleicht geht sie ja noch ein bisserl runter mit dem Preis,« murmelt er und zieht seine Runden.

Lustig ist es auch, wenn Flohmarktartikel wieder zu finden sind, die man im Vorjahr auch schon gesehen hat. Noch lustiger ist es, wenn hinter dem Stand aber ein anderer Verkäufer die Ware anbietet.

Noch mal rumgehen, nochmal den Preis checken, noch eine Apfelschorle an knusprigen Fritten als Denkpause nutzen. Oder doch lieber nochmal den leckeren Kuchen von vorhin bei Beate, Christl und Doris?

Und mittendrin immer der omnipräsente Wirbelwind Heike Mechelhoff. Fast schon unwahr ihr Engagement und ihr Enthusiasmus. Die Vorsitzende des Fördervereins Jugend-Treff.5 kümmert sich rührend um die Gäste und die kleinen Verkäufer. »Ich bin so stolz auf meine Kinder. Mein Herz geht über. Es ist so schön, bei ihnen ein gesteigertes Selbstwertgefühl zu beobachten. Die Leute wissen ja gar nicht, wie viel Einsatz so eine Veranstaltung erfordert«, sagt die Organisatorin.

Die Hendl gehen weg wie warme Semmeln und der Grill muss immer wieder frisch befüllt werden. Das wird perfekt erledigt. Und hinter dem Grill sind ja auch noch ein paar mehr Hitzegrade auszuhalten. Die Getränke gibt es nur mit Pfandmarken. So bringt jeder sein Kühlgut wieder brav an die »Tankstelle« zurück und es wird effizient Wildmüll entgegen gesteuert.

Im Einsatz ist an diesem Tag auch die Freiwillige Jugendfeuerwehr Schönau. Auf die ist immer Verlass. Sie regelt unter anderem den Verkehr auf der Untersteiner Straße. Auch die Tourismusinfo hat im Vorfeld ihren Beitrag zum Gelingen des Flohmarkts geleistet. Leider kapituliert das Wetter nach dreitägiger Hitzewelle kurz vor Schluss des bunten Treibens.

Viele fragten, ob man so ein schönes Ereignis nicht öfter gestalten könnte. Da aber alle Organisatoren ehrenamtlich tätig sind, fehlt es an der Zeit. Der finanzielle Erlös für die Kinder ist eines, das große Interesse am gesellschaftlichen Miteinander ein nicht minder zu bewertender Erfolg. Jörg Tessnow

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