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Neue Anlaufstelle für Menschen mit Problemen

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Segnung der neuen Räumlichkeiten im »Haus der Sozialen Dienste« (v.l.): Pater Benno Skwara, Caritasdirektor Prälat Hans Lindenberger und Pfarrer Monsignore Thomas Frauenlob. (Fotos: Tessnow)
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Flüchtlinge kochten afghanische Spezialitäten für die Festtagsgäste am Franziskanerplatz.
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Auch die Bürgerstiftung Berchtesgadener Land beteiligte sich am Projekt »Haus der Sozialen Dienste«. Die Vertreter von Caritas und Kirche konnten sich über einen 1 500-Euro-Scheck freuen.

Berchtesgaden – Viele Gäste aus Politik, Kirche und Caritas sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger nahmen am Freitag auf Einladung der Caritas an der feierlichen Einweihung des »Hauses der Sozialen Dienste« teil (wir berichteten kurz). Nach jahrelangem Leerstand im Gebäudetrakt des Franziskanerklosters bietet die Caritas ab sofort neue Räumlichkeiten im Dienste der Menschen an. Auch das Angebotsspektrum wurde ergänzt.


Menschen, die Hilfe benötigen, weil sie mit ihren Alltagsproblemen nicht mehr weiter wissen, finden im Franziskanerkloster ein neu eingerichtetes Bürgerzentrum. Die Caritas Berchtesgadener Land gründete das »Haus der Sozialen Dienste« und bietet dort professionelle Beratung an. Rund 300 000 Euro mussten für die Umsetzung der Pläne am Franziskanerplatz investiert werden. Eine große Herausforderung war auch die Berücksichtigung des Denkmalschutzes während der Baumaßnahmen. Finanzielle Unterstützung leisteten der Markt Berchtesgaden, die Berchtesgadener Landesstiftung und eine Vielzahl von Sponsoren.

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Wie aktuell und wichtig diese Anlaufstätte ist, bewies auch die Resonanz der Bürgerinnen und Bürger am Freitagnachmittag. In der Franziskanerkirche war kein Platz mehr frei. Caritas-Kreisgeschäftsführer Rainer Hoffmann bedankte sich als erster Redner bei den vielen Unterstützern und Beteiligten, ohne die das Projekt nicht hätte realisiert werden können. Ausführlich wies er auf den Sinn und Zweck der Caritas hin und erklärte die soziale Bedeutung der neuen Begegnungsstätte. Es suchen immer mehr Menschen Rat. Ein Öffnen persönlicher Problemen mit jeder einzelnen Hintergrundgeschichte soll durch die Seelsorge erleichtert werden. »Auch in der aktuellen Flüchtlingssituation ist die Caritas gefordert und hilft«, sagte Hoffmann. Dem Einsatz vieler Ehrenamtlicher gelte es besonderen Dank auszusprechen, so der Kreisgeschäftsführer weiter. Den symbolischen Schlüssel überreichte Wolfgang Schulze für Schulze Dinter Architekten.

Monsignore Thomas Frauenlob eröffnete danach den Gottesdienst. Der Pfarrer und Initiator des Projekts hielt einen Rückblick auf die Ansiedlung und Entwicklung des Franziskanerklosters. Es sei sein Anliegen, dass die Kirche mit der Caritas für die Menschen da sein könne. Die Caritas sei Nächstenliebe und professionelle Unterstützung, verdeutlichte der Pfarrer.

Diesen Aussagen schloss sich Berchtesgadens Bürgermeister Franz Rasp an. In seiner Rede forderte er, alle Menschen gleich zu bewerten. Das neue »Haus der Sozialen Dienste« sei ein Ort der Begegnung. Rasp wünschte den Beteiligten alles Gute und viel Erfolg. Zum Abschluss des Gottesdienstes wurde gebetet und das Lied »Gerechtigkeit und Friede« gesungen.

Danach versammelte man sich in den neuen Räumlichkeiten und es folgte die Segnung. Diese übernahmen Pater Benno Skwara, Caritasdirektor Prälat Hans Lindenberg und Pfarrer Monsignore Thomas Frauenlob. Zum Schluss stimmte man gemeinsam den Kanon »Lobet und preiset den Herrn« an. Auch Landrat Georg Grabner nahm an der Zeremonie teil. Durch seine Anwesenheit symbolisierte der Landrat die besondere historische Bedeutung dieses Projekts und sprach seinen Dank an alle Organisatoren aus. Zum Ausklang des Festaktes wartete ein umfangreiches Buffet auf die Gäste. Auch junge Flüchtlinge aus Afghanistan und Syrien bedankten sich für den Einsatz der Caritas und kochten Landesspezialitäten.

Neben den bestehenden Hilfsbereichen in der Schuldnerberatung, bei Alkohol- und Suchterkrankungen, in der Asylsozialberatung sowie in der Beratung für Eltern, Jugendliche und Familien bietet das »Haus der Sozialen Dienste« auch ein zusätzlich erweitertes Spektrum an. Ergänzende Unterstützung wird zum Beispiel für Langzeitarbeitslose und Legastheniker eingerichtet. Auch der Kreuzbund, der Seniorenbund sowie Bewährungshilfe sind dort zu finden. Jörg Tessnow