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Nach Wegsanierung freie Fahrt zur Watzmann-Ostwand für das ATV der Bergwacht

Neue Brücke auf dem Weg zur Eiskapelle

Schönau am Königssee – Der Weg von St. Bartholomä zur Eiskapelle und zur Watzmann-Ostwand ist jetzt von der Nationalparkverwaltung und von der Bergwacht ausgebaut worden und hat eine neue, breitere Brücke über den Eisbach bekommen. Dadurch kann die Bergwacht Berchtesgaden mit ihrem All-Terrain-Vehicle (ATV) vom Bootsanleger aus sehr rasch ins Eisbachtal fahren, medizinische Hilfe leisten, Patienten abtransportieren oder viele Einsatzkräfte und umfangreiche Ausrüstung für komplexe Rettungseinsätze in der Ostwand verlegen, falls bei Nebel kein Hubschrauber fliegen kann.

Die neue Brücke über den Eisbach kann nun von der Bergwacht auch mit dem ATV befahren werden. (Foto: BRK BGL)

»Das ATV kann auf dem speziell dafür konzipierten Rettungsboot der BRK-Wasserwacht mittels einer Ladeklappe von der Seelände aus über den Königssee zur Halbinsel transportiert werden«, erklärt der Technische Leiter der Wasserwacht-Ortsgruppe Berchtesgaden, Franz Kurz.

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Jährlich wandern viele Tausend Menschen vorbei an der Kapelle Johann und Paul zum Ausflugsziel Eiskapelle oder nutzen den Weg, um in die Watzmann-Ostwand einzusteigen. Bei einem internistischen Notfall oder bei Unfällen mit Schwerverletzten zählt für die freiwilligen Rettungskräfte jede Minute, weshalb in der Regel immer ein Hubschrauber zum Einsatz kommt, um Einsatzkräfte, Ausrüstung und Patienten zu transportieren. Bei schlechtem Wetter mit Nebel sind derartige Flüge wegen fehlender Sicht aber nicht möglich – dann muss die Bergwacht zu Fuß aufsteigen. »Das Rettungsboot, der bessere Weg und die breitere Brücke gewähren uns dabei einen Zeitvorsprung, der im Notfall lebensrettend sein kann«, freut sich Bereitschaftsleiter Thomas Stöger. Insgesamt können die Hubschrauberflüge sogar reduziert werden, da Einsatzorte, die mitten im Wald und direkt am Weg liegen, per ATV und Boot teilweise sogar schneller als aus der Luft erreichbar sind, da der Hubschrauber zwischen den Bäumen nicht landen kann. Dieser Tage fand eine Probefahrt mit dem ATV und dem Rettungsboot statt, wobei die Bergretter den neuen Weg und die Brücke testeten und einen erheblichen Teil des Weges bis zur Eiskapelle befahren konnten.

Erste Gespräche zwischen Bergwacht und Nationalparkverwaltung für die Instandsetzung des Weges zur Eiskapelle hatten bereits im Januar 2014 stattgefunden; im Februar wurde dann die Machbarkeit bei einem Ortstermin besprochen, wobei eine neue, breitere Holzbrücke und die Verbreiterung des Wegs nach der Brücke auf einer Länge von rund 30 Metern beschlossen wurden. Am 11. November wurde dann die alte Eisenbrücke demontiert, die Holzbrücke errichtet und der Weg ausgebaut.

Das Material für die Brücke stellte und bearbeitete das Team vom Nationalpark. »Der damalige stellvertretende Nationalparkleiter Dr. Roland Baier hatte immer ein offenes Ohr für unsere Belange und Sorgen«, lobt Bergwachtchef Stöger. An dem Gemeinschaftsprojekt waren darüber hinaus mehrere Firmen und Organisationen beteiligt: Bauleiter Markus Graßl, die Zimmerei Bernd Resch aus der Engedey, das Ingenieurbüro Martin Wagner aus Marktschellenberg und die Bergwacht Berchtesgaden. fb