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Neue Chance für Reichenhall? – Erlangen lehnt Gartenschau 2024 ab

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Foto: dpa

Nach Traunstein haben nun auch die Bürger von Erlangen gegen die Landesgartenschau gestimmt. Ist das die neue Chance für Bad Reichenhall?


Neue Chance für Bad Reichenhall?

Mitte Januar hatte die Stadt Bad Reichenhall nach langen Diskussionen grünes Licht für die Bewerbung auf die Landesgartenschau im Jahr 2022 gegeben. Zuvor hatte der Bauunternehmer Max Aicher der Stadt vier Millionen Euro zugesichert, sollte die Gartenschau auch wirklich ausgetragen werden. Anfang März kam dann allerdings die Absage: Das Event wird 2022 in das niederbayerische Freyung kommen.

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Wird sich Bad Reichenhall nun erneut für eine Landesgartenschau bewerben? Möglich ist es auf jeden Fall, denn nachdem nun die Bürger Erlangens gegen die Austragung der zwei Jahre späteren LGS 2024 in ihrer Stadt gestimmt haben, geht die Suche nach einem Austragungsort weiter und die Chancen für eine Gartenschau im Berchtesgadener Land stehen nicht schlecht.

In den nächsten Wochen oder Monaten werden wir erfahren, ob sich der Reichenhaller Stadtrat erneut mit dieser Frage auseinandersetzen wird.

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Städte sollen Bürger mehr einbeziehen

Nachdem auch die Bürger von Erlangen gegen eine Landesgartenschau in ihrer Stadt gestimmt haben, will Bayerns Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU) die Auswahl der Austragungsorte überarbeiten. "Ich werde dem Ministerrat Vorschläge für ein neues Verfahren bei der Bewerbung für Gartenschauen vorlegen, bei denen eine intensive Bürgerbeteiligung wesentliches Bewertungskriterium sein wird", sagte sie laut Mitteilung vom Montag.

In Erlangen hatten sich am Sonntag knapp 70 Prozent gegen die Austragung der Landesgartenschau im Jahr 2024 ausgesprochen. Im vergangenen Jahr hatten schon die Bürger von Traunstein gegen die Landesgartenschau 2022 in ihrer Stadt gestimmt – es war das erste Mal in der 36-jährigen Geschichte der weiß-blauen Gartenschauen, dass die Bevölkerung die Veranstaltung verhindert hat.

Wie ein Sprecher von Scharfs Ministerium erläuterte, ist geplant, die Bürgerbeteiligung in den Konzepten, mit denen sich Städte für die Landesgartenschau bewerben, stärker als bisher zu gewichten. Die Landesgartenschau 2024 werde nun neu ausgeschrieben. "Auch dafür sollen die neuen Kriterien bereits gelten", sagte der Sprecher.

Die Suche geht weiter

"Die Ablehnung in Erlangen ist kein Beinbruch", meinte der Vorsitzende der Gesellschaft zur Förderung der bayerischen Landesgartenschauen, Roland Albert. "Aber für die Stadt, die ersatzweise zum Zuge kommt, ist es schade, weil sie weniger Vorbereitungszeit haben wird." Üblicherweise sei ein Vorlauf von sieben Jahren optimal. Die Entscheidung über den neuen Ort werde voraussichtlich erst 2018 fallen, meinte Albert, der auch Präsident des Bayerischen Gärtnerei-Verbandes ist.

Alberts Gesellschaft ist für die Organisation der Bayerischen Landesgartenschauen zuständig, sie unterstützt die Städte dabei auch mit Rat und Tat. "Die eine Stadt nutzt unser Know-how stärker, die andere etwas weniger – Erlangen zählte eher zu letzterer Kategorie."

Erlangens Oberbürgermeister Florian Janik (SPD) zeigte sich enttäuscht über den Ausgang des Entscheids: "Weite Teile des Stadtrats haben die Landesgartenschau als Chance gesehen, einen mutigen Impuls im Norden der Stadt zu setzen. Die Bürgerinnen und Bürger hat das nicht überzeugt." Im kommenden Jahr findet die Landesgartenschau in Würzburg statt.

th/dpa/lby