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Neue VdK-Geschäftsstelle in Berchtesgaden

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Freude über die nach 30 Jahren gelungene moderne Unterbringung bei den Teilnehmern an der Einweihungsfeier (v.l.): Bürgermeister Franz Rasp, die Pfarrer Monsignore Dr. Thomas Frauenlob und Peter Schulz, Ortsvorsitzender Richard Königseder, Landrat Georg Grabner, Kreisvorsitzender Manfred Rau, Bezirksrat Georg Wetzelsperger, Landesgeschäftsführer Michael Pausder und Kreisgeschäftsführer Guido Boguslawski. Foto: Anzeiger/Moosleitner

Berchtesgaden – Jetzt gibt es auch für die Bewohner des südlichen Landkreises Berchtesgadener Land eine moderne und leicht erreichbare Geschäftsstelle des Sozialverbandes VdK: Am Samstag wurden die neuen Räumlichkeiten im Haus Ludwig-Ganghofer-Straße 22 ½, zentral im Markt Berchtesgaden, offiziell eingeweiht. Hier können die rund 1 160 Mitglieder des VdK, die im Markt und den übrigen Gemeinden des Berchtesgadener Talkessels daheim sind, künftig in einer zeitgemäß ausgestatteten Geschäftsstelle Rat und Hilfe in Fragen des Renten- und Sozialrechts erhalten.


VdK-Kreisvorsitzender Manfred Rau freute sich, dass auch Landrat Georg Grabner, Bezirksrat Georg Wetzelsperger, Marktbürgermeister Franz Rasp und weitere Ehrengäste zur kirchlichen Segnung und Einweihung der neuen Geschäftsstelle gekommen waren. Der Landesgeschäftsführer des VdK in Bayern, Michael Pausder, und der oberbayerische Bezirksvorsitzende, Hans Preuschl, überbrachten die Glückwünsche der übergeordneten Verbände und würdigten den VdK-Kreisverband Berchtesgadener Land als besonders aktive und mitgliederstarke Gemeinschaft.

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Kreisvorsitzender Rau erinnerte daran, dass der VdK einst provisorisch in einem Kellerraum am Rathaus untergebracht wurde, um ihm eine Anlaufstelle für die Mitglieder vor Ort zu schaffen. Man sei der Marktgemeinde Berchtesgaden für die kostenlose Überlassung dieses Raumes und die Unterstützung der Sozialarbeit des VdK dankbar, sei aber auch froh, nach dreißig Jahren in dieser provisorischen Unterkunft nun eine zeitgemäße Geschäftsstelle beziehen zu können. Es sei auch dem Einsatz von Bezirksvorsitzendem Hans Preuschl zu verdanken, dass der VdK nunmehr rund 5 200 Mitgliedern im Berchtesgadener Land in allen Landkreisteilen gut erreichbare und ausgestattete moderne Anlaufstellen bieten könne, nämlich neben Bad Reichenhall und Freilassing nun auch in Berchtesgaden.

VdK-Ortsvorsitzender Richard Königseder und seine Vorstandskolleginnen und -Kollegen hätten bei der Ausgestaltung der neuen Geschäftsstelle tatkräftig mitgewirkt, anerkannte der Kreisvorsitzende. Er unterstrich die Wichtigkeit der Arbeit des Sozialverbandes VdK vor Ort mit dem Hinweis, dass er alleine für die Berchtesgadener Bevölkerung im vergangenen Jahr rund 270 000 Euro an laufenden Nachzahlungen von Renten und Sozialleistungen erwirkt und erstritten hat. Insgesamt habe er für seine Mitglieder im Landkreis in einem Jahr Zahlungen in Höhe von 1 084 666,60 Euro erwirkt.

VdK-Landesgeschäftsführer Michael Pausder hob hervor, dass rund 5 Prozent der Bewohner des Landkreises Mitglied im VdK sind. Die im inneren Landkreis wohnenden Mitglieder hätten sich solch eine moderne Anlaufstelle, wie man sie jetzt einweihen könne, verdient. »In den VdK-Landesverband Bayern treten im Schnitt pro Tag 140 Mitglieder neu ein«, berichtete der Repräsentant des Landesverbandes.

Die Wände der neuen Geschäftsstelle Berchtesgaden ziert auch eine Genehmigung der amerikanischen Militärregierung für die Abhaltung einer Versammlung eines örtlichen Verbandes des VdK am 22. Juni 1947 im Gasthof Neuhaus. Nur mit einer solchen Genehmigung durften Versammlungen damals stattfinden. Immerhin rund hundert Mitglieder waren damals erschienen, wie dem von Manfred Rau verlesenen Protokoll zu entnehmen war. Thema damals war unter anderem die Beschaffung von Brennmaterial für den Winter, das bei vielen Schwerbeschädigten nicht ausreichend zur Verfügung stand. Betont wurde damals, dass die Körperbehinderten und Hinterbliebenen nicht zu mitleidheischenden Almosenempfängern degradiert werden sollten.

Monsignore Dr. Thomas Frauenlob segnete zusammen mit dem evangelischen Pfarrer Peter Schulz die neuen Räumlichkeiten. Er erinnerte in seiner kurzen Ansprache daran, dass der VdK schon 1947 das Anrecht der durch Kriegs- und Nachkriegsereignisse geschädigten Menschen auf Lebensqualität und Teilhabe angesprochen und für seine Verwirklichung gekämpft hat.

Mit Fürbitten und gemeinsamem Gebet erbaten die Geistlichen und die Teilnehmer an der Einweihungsfeier den Segen von oben für die neue Geschäftsstelle und alle, die hier ein- und ausgehen. Den besiegelten die Pfarrer nach dem gemeinsamen Vaterunser noch mit ihrem offiziellen Segen, bevor in geselliger Runde weiter gefeiert wurde. Dieter Moosleitner