Neuer Glanz, neue Preise, neue Ideen

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Besonders beliebt bei den Besuchern der Watzmann Therme: der Außenbereich. (Foto: privat)

Berchtesgaden – Der Wettbewerb für Spaß- und Gesundheitsbäder wird immer härter: Steuererhöhung, Konkurrenz, verändertes Freizeitverhalten. Dennoch ist Christoph van Bebber, der Chef der Watzmann Therme, zuversichtlich. »Wir haben einiges gemacht«, freut er sich im Gespräch mit dem »Berchtesgadener Anzeiger«. Und verrät: »Wir haben noch einige Ideen in der Schublade.« Jetzt ist die Watzmann Therme aber erst einmal geschlossen. Putzen, verfugen und reparieren ist angesagt.


Wegen der alljährlichen Revision hat die Therme von 8. bis 21. Juni nicht geöffnet. In dieser Zeit gibt es einiges zu tun. Die Becken werden abgelassen und alle Flächen gereinigt. Ebenfalls auf der Agenda: Die Wasseraufbereitungsanlage und das Lüftungssystem überprüfen. Außerdem müssen einige Fließen angehoben und neu verfugt werden. Der Zeitpunkt der Revision liegt günstigerweise zwischen den Pfingst- und Sommerferien, wo erfahrungsgemäß wenig los ist.

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Insgesamt zeigt sich van Bebber mit den Besucherzahlen zufrieden. Nicht nur in den Pfingstferien, in denen das Wetter ziemlich schlecht war. Wovon die Watzmann Therme immer profitiert. »Die Abhängigkeit der Besucherzahlen vom Wetter ist in Berchtesgaden enorm«, weiß Bebber, der schon in mehreren Bädern gearbeitet hat. Will heißen: Sobald sich die Sonne zeigt, ist der Talkessel-Bewohner auf dem Berg.

Im Vergleich zum bis dato schlechtesten Jahr 2012 – 2013 war die Therme nach einem Brand sieben Monate geschlossen – kamen 5 Prozent mehr Besucher: 243 000 insgesamt. Diese Steigerung liegt vor allem an den Badbesuchern. 200 000 waren es im vergangenen Jahr. Die Zahl der Saunagäste blieb mit 43 000 konstant. Was Christoph van Bebber freut. Denn: »Normalerweise wandern nach so einer langen Schließung an die 30 Prozent ab.« Doch der neue Saunabereich komme gut bei den Gästen an. Beliebt sei auch der anfangs umstrittene, inzwischen neu gestaltete Ruheraum.

Und jetzt kommt die kalte Dusche: Der Eintritt wird deutlich teurer. Grund dafür ist, dass Saunen ab 1. Juli den regulären Umsatzsteuersatz von 19 Prozent zahlen müssen. Und nicht mehr den ermäßigten Satz von 7 Prozent. Für das Schwimmbad gelten nach wie vor die 7 Prozent. »Wir müssen die Erhöhung an unsere Kunden weiterreichen«, sagt van Bebber. Außerdem seien die Kosten für Energie und Personal gestiegen. So beträgt der Zuschlag für die Sauna ab 1. Juli 6 statt bisher 4,80 Euro. Die Tageskarte verteuert sich um 2 Euro.

Eine kleine Neuerung gibt es auch bei den Öffnungszeiten. Freitags und Samstags ist die Watzmann Therme nicht mehr bis 24 Uhr, sondern nur noch bis 23 Uhr geöffnet. »Es sind kaum Gäste bis Mitternacht geblieben«, begründet der Geschäftsführer die Entscheidung. Außerdem wird es die Sauna-Mottonächte nicht mehr an jedem ersten Freitag im Monat, sondern nur noch viermal pro Jahr geben.

Mittel- und langfristig kommt auf die Therme allerdings ein Problem zu: das seit langer Zeit geplante Salzburger Spaßbad. Große Konkurrenz. »Die Salzburger sind ganz wichtige Kunden von uns«, weiß van Bebber. Um Strategien entwickeln zu können, hat die Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee (TRBK), welche die Watzmann Therme betreibt, ein Gutachten bei einer Unternehmensberatungsfirma in Auftrag gegeben. Kostenpunkt: 50 000 Euro. »Ziel ist es, ein wirtschaftlich berechnetes Handlungskonzept zu erarbeiten, dass umgesetzt werden kann, wenn bekannt ist, wann und wie sich die Rahmenbedingungen ändern«, erklärt der Geschäftsführer. Christian Fischer

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