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Neuer Olympia-Traum schon wieder vorbei

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Beinahe wäre am Königssee wieder eine Olympiadiskussion losgetreten worden. Doch nun scheint es so, als wenn die olympischen Wettbewerbe 2018 im Eiskanal in Pyeongchang bleiben. (Foto: Wechslinger)

Schönau am Königssee – So mancher Olympia-Fan im südlichen Landkreis hatte in den letzten Tagen schon wieder glänzende Augen bekommen. Denn nach den Problemen, die das südkoreanische Pyeongchang mit dem Bau seiner Kunsteisbahn hat, ist Schönau am Königssee mit seiner Kunsteisbahn für 2018 kurzzeitig als Ausweichkandidat für die Austragung der olympischen Wettbewerbe im Eiskanal gehandelt worden. Doch nach aktuellen Informationen des »Berchtesgadener Anzeigers« bleibt nun doch alles beim Alten: Pyeongchang wird seine Bahn für Bob, Rennrodel und Skeleton weiterbauen.


Es klang absurd: Die Bob-, Rennrodel- und Skeletonwettbewerbe bei den Olympischen Winterspielen in Südkorea hätten in Europa stattfinden können. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte nämlich Pyeongchang aus Kostengründen zum Verzicht auf den Bau eines Eiskanals gedrängt.

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Der Präsident des Internationalen Rennrodelverbandes (FIL), Josef Fendt aus Berchtesgaden, wohnte als einer von sieben Chefs der weltweiten Wintersportverbände einer IOC-Session in Monte Carlo bei. Dabei hatte das IOC den Organisatoren der Olympischen Winterspiele in Pyeongchang nahe gelegt, die olympischen Bob-, Rennrodel- und Skeletonwettbewerbe zur Reduzierung der Kosten außerhalb Südkoreas auszutragen. Der Bahnbau vollzieht sich nach Auskunft von FIL-Präsident Josef Fendt ohnehin sehr schleppend (wir berichteten) und zudem würden sich die Koreaner gut 120 Millionen für den Bahnbau und jährlich an die 4 Millionen Euro Folgekosten sparen. Des Weiteren ist auch die Nachhaltigkeit, die IOC-Präsident Dr. Thomas Bach stark in den Vordergrund stellt, bisher ziemlich konzeptlos. Bisher wurden nur etwa 100 Meter Bahn gebaut.

Nach den IOC-Drohungen waren in den letzten Tagen schon mögliche Veranstaltungsorte in Übersee und auch Europa gehandelt worden, darunter freilich auch die Kunsteisbahn am Königssee. Somit hätte die Bahn am Fuße des Watzmanns bereits in vier Jahren doch noch Schauplatz für die olympischen Wettbewerbe im Bobsport, Rennrodeln und Skeleton werden können. Doch die Träume der Olympiafans scheinen nun doch ziemlich rasch ausgeträumt zu sein. Denn nach zahlreichen Gesprächen zwischen IOC sowie den internationalen Verbänden FIBT und FIL soll nun doch alles beim Alten bleiben. Südkorea wird seine Bahn weiterbauen, muss allerdings ein Nachhaltigkeitskonzept vorlegen.

Immerhin hatten die Bürgerinnen und Bürger einer erneuten Bewerbung Münchens mit Einschluss der Region Traunstein/Berchtesgadener Land für das Jahr 2022 im Rahmen eines Volksentscheids bereits eine Absage erteilt. cw/UK

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