weather-image
29°

Neuer Plan für das Wellnesshotel Hochkalter

4.4
4.4
Bildtext einblenden
So sieht das Hotel Hochkalter im Moment noch aus. Bis es in neuem Glanz erstrahlt, ist es aber noch ein langer Weg. Der Bebauungsplan kommt nun in die nächste Phase. (Archivfoto: Voss)

Ramsau – Die Pläne für die Erneuerung des Hotels Hochkalter liegen ab nächster Woche erneut für die öffentliche Beteiligung der Bürger und Behörden aus. Nach dem ersten Entwurf des Bebauungsplans »Hochkalter« hatte es einige Einwände vonseiten des Landratsamts gegeben. Darum machte sich das Planungsbüro erneut an die Arbeit. Bernhard Hohmann hat das Ergebnis im Gemeinderat am Dienstagabend vorgestellt, es wurde einstimmig angenommen. Im Gremium wurde der Vergleich mit den Anfängen des Hotel Edelweiß in Berchtesgaden angestellt: »Oft ist der erste Entwurf nicht der Beste«, sagte Hannes Grill vom Ramsauer Wahlblock.


Das erste Gebäude des Hotels Hochkalter, an der Straße Im Tal, soll um 1,50 Meter erhöht werden. Das hintere Gebäude an der B 305, der Bettentrakt, um 3,90 Meter. Dazu gibt es einen Verbindungsbau zwischen beiden, in dem ein Wellnessbereich untergebracht ist. Dieser soll auch von der Öffentlichkeit genutzt werden dürfen. Der Plan sieht weiters eine große Tiefgarage mit Elektrotankstellen vor, an denen auch Nicht-Hotelgäste ihre Elektroautos betanken können. Die Flachdächer und der Bereich oberhalb der Tiefgarage an der Bundesstraße sollen begrünt werden und somit auch Ausgleichsflächen geschaffen werden.

Anzeige

Neben der Tiefgarage sind auch zwei große Parkdecks mit Carports geplant, damit es genügend Stellplätze gibt. Zu der Erhöhung der beiden Gebäude sagte Bernhard Hohmann vom Planungsbüro, dass man keine Möglichkeiten habe, das Hotel in die Breite zu vergrößern. »Deswegen geht man, um es weiterhin wirtschaftlich betreiben zu können, in die Höhe.«

Damit auch die Belange der Nachbarn berücksichtigt werden, die sie bei einem Gespräch mit dem Investor, der Gemeinde und dem Planungsbüro geklärt hatten, ist vorgesehen, den hinteren Teil des Bettentrakts nicht zu erhöhen. Dort wird das Flachdach auf dem Gebäude begrünt. Hohmann betonte besonders, dass in dem Hotel keine Zweitwohnungen entstehen sollen, sondern wirklich nur Hotelgäste unterkommen.

Es ist weiters vorgesehen, für den Bau nur regionale Materialien zu verwenden. Aber es habe generell die Gemeinde »die Hand drauf«, so der Planer. Das wird durch das Verfahren mit einem Bebauungsplan ermöglicht. »Sollte zum Beispiel der Bauherr eine Fassadengestaltung planen, die nicht in das Ortsbild passt, oder die Gemeinde ist mit dem Material nicht zufrieden, das verwendet wird, kann der Gemeinderat das ablehnen.« Auch bei der Gestaltung der Freiflächen darf der Gemeinderat mitreden.

Die Planungen für das Hotel sind laut Hohmann zu 95 Prozent abgeschlossen. Das Planungsbüro will damit bis Ende der Woche fertig sein. Dann wird der Bebauungsplan erneut an alle Behörden geschickt, auch ans Landratsamt. Nachdem eine weitere Woche vergangen ist, wird das Planungsbüro sich mit den Zuständigen im Landratsamt treffen und dort noch einmal die Hotelpläne im Detail erläutern, »damit es nicht zu Missverständnissen kommt«, wie Hohmann am Dienstag betonte. Ab Mitte Juni kann sich jeder Bürger die neu erarbeiteten Pläne im Rathaus anschauen.

Bürgermeister Herbert Gschoßmann ergriff nach dem Vortrag das Wort: »Ich bin froh, dass wir diesen Plan haben. Es haben sich wirklich alle konstruktiv verhalten.« Er habe bei allen Beteiligten den Willen gespürt, dieses Hotelprojekt zu erschaffen. Dritter Bürgermeister Josef Maltan sagte: »Dass wir daran festhalten, ist ein wesentlicher Grund, dass der Investor noch nicht abgesprungen ist.«

Richard Graßl (CSU) schloss sich an, und fügte hinzu: »Wir sollten realistisch bleiben. Wir haben noch einen langen Weg vor uns.« Sebastian Karl kann »mit der massiven Aufstockung leben«, wie er in der Sitzung verkündete. Zudem äußerte er seine Sorge, das Projekt könnte gestoppt werden und als Bauruine enden. Annabelle Voss