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Neuer Wein und elitäre Schmankerl

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Boten eine Luxus-Brotzeit mit Saumagen-Carpaccio. »Vinothek MostWeinKabinett«-Inhaber Bernhard und Bärbel Lippold.
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Die Rittersleit« Birgit und Ritter Rudi hießen Federweißer-Fans willkommen. (Fotos: Tessnow)
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Frischer Federweißer: Andreas Striemitzer schenkte in seinem »Esszimmer« ein.

Berchtesgaden – Nach dem Motto »Genuss der Sinne – Verwöhnen Sie Ihren Gaumen« wurden zum ersten Mal vom Verein »Lebenswertes Nonntal« die »Federweißer Tage« veranstaltet. In den anspruchsvollen Räumlichkeiten konnten die Gäste die Besonderheit des kurzweiligen Traubengetränkes testen und sich von saisonbezogenen Gerichten verwöhnen lassen. Neben verschiedenen Federweißersorten aus deutschen Weinanbaugebieten und Sturm aus Österreich gab es in den Lokalitäten die traditionellen Zwiebel- und Flammkuchen und vieles mehr.


Als Vorgeschmack zum Herbstanfang findet der Gast oft in den Wirtsstuben das grün-weiße Federweißer-Angebotsschild auf den Tischen. Jetzt ist die Zeit wieder »reif« beziehungsweise »er« reift. Das trüb-weißliche, aber prickelnd frische Traubengetränk hat im deutschsprachigen Raum viele Namen. Je nach Region nennt man ihn Suser, Sauser, Rauscher, Najer Woi oder auch Bitzler und Bremser. In Österreich heißt er, ob rot oder weiß, ganz einfach Sturm. Ein Federweißer ist noch kein richtiger Wein, da seine alkoholische Gärung gerade erst begonnen hat. Sein Alkoholgehalt liegt zum Gärungsbeginn bei 4 Prozent und variiert bis zum Abschluss bis auf 11 Prozent. Der Most aus den bewusst früh gekelterten Trauben ist nur kurzfristig, stehend, und unbedingt offen zu lagern. Da aktive Gärungsprozesse Kohlendioxid erzeugen, würden geschlossene Gefäße bersten.

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Erlesenes Tröpfchen

Weinexperten Bärbel und Bernhard Lippold boten in ihrer »Vinothek MostWeinKabinett« neben ihrer Weinvielfalt aktuell erlesene Rebsorten an. Unter anderem den Sauvignon blanc oder Sylvaner und Rosé. Die sehr persönliche Gastro-Einrichtung mit Kelim-Galerie servierte am Freitag- und Samstagabend einen Weingoggel mit Bubespitzle. Besonderheit: Es ist ein »Benefiz-Gericht«. Der Erlös diente einem gemeinnützigen Zweck. Außerdem auf der Speisekarte: Das Saumagen-Carpaccio. Eine Luxus-Brotzeit. Die Zubereitung ist sehr aufwendig und bedarf einer Vielzahl Gewürze und reichlich Routine. Gleich nebenan lockte ein weiterer »Genuss-Partner« in »Striemitzers Esszimmer« ebenfalls mit Federweißer aus der Pfalz. Der sollte bewusst nicht so süß sein, da der Gärungsprozess noch im Gange ist. Wirt Andreas Striemitzer reichte in seinem gemütlichen »Kulinarium« dazu Kartoffelgratin mit mariniertem Rucola. Viele Kulinarikfans versammelten sich auch im »Raumfavorit«. Hier sollte ein süffiger Federweißer (Müller-Thurgau) von der Nahe die Gäste ansprechen. Dazu reichte man in der integrierten »Schmankerl-Werkstatt« schwäbischen Zwiebelkuchen mit oder ohne Speck. Die »Yogarei« bot Chaudeau (Weinschaumcreme) auf Fruchtspiegel und der Bioweinhandel Heinrich Bohnenkamp präsentierte Sturm aus dem Wagram. Schmackhafter Kartoffelkuchen und Pissaladiére (französischer Zwiebelkuchen mit Sardellen und Oliven) rundeten ein abwechslungsreiches Angebot ab. Das Team stellte ein durchdachtes Spezialitäten-Buffet zusammen.

Deftig gut

Kulinarisch deftig für den Abend rüsten konnte sich der Gast bei den »Rittersleit«. Allein das Museumsambiente ist immer eine attraktive Lokation. Gleich bei Eintritt erlebt der Gast durch das authentische Ambiente eine Reise in das Mittelalter. Neben gutem Federweißer durfte bei Anna Glossner und Ritter Rudi der standesgemäße Met (lieblicher Honigwein) nicht fehlen. Dazu reichten sie kleine ritterlich-rustikale Schmankerl. Lands-knechthappen, Speckbrot oder steirisch Verhackerts standen bei ihnen auf der Tafel. Auch Petra und Andreas Hubmann von der »Schokoladenmanufaktur« ergänzten das Gastromotto und boten zum neuen Wein leckere Quiche-Variationen. Diese gab es wahlweise mit Feta, Chili und Oliven oder mit Lachs und Shrimps. Zum Ausgleich der Bierfreunde zapfte Ralf Roderer in seinem »Charivari« ein frisches Helles. Jörg Tessnow

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