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Neues Leben für den historischen Rosenhof?

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Der historische Rosenhof bietet seit längerer Zeit einen traurigen Anblick. Doch wenn die aktuellen Pläne umgesetzt werden, könnte das Gebäude schon bald wieder in altem Glanz erstrahlen. (Fotos: Wechslinger)
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Auch das denkmalgeschützte Stallgebäude wird saniert. Hier sollen Wohnungen und Räume für nicht störendes Gewerbe entstehen.
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Das Gemälde von Maria Harrich wird im Zuge der Sanierungsarbeiten wohl ebenfalls erhalten werden können.

Berchtesgaden – Es scheint wieder Hoffnung zu geben für den Erhalt des historischen Rosenhofs, der in den letzten Jahren zusehends verfallen ist. Der neue Eigentümer, die Privatimmobilien Lorenz, Kurz & Schwab GbR, will das im 16. Jahrhundert errichtete Gebäude und das daneben stehende Stallgebäude nach den Plänen von Hans Angerer sanieren, um dort Wohnungen und nicht störendes Gewerbe unterzubringen. Der Marktgemeinderat Berchtesgaden gab am Montag einstimmig grünes Licht für die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans.


Mit den Worten »sehr erfreulich« leitete Marktbürgermeister Franz Rasp den Tagesordnungspunkt ein, der die Initiative des aktuellen Rosenhof-Eigentümers behandelte. Der habe in enger Abstimmung mit der Marktgemeinde Berchtesgaden neue Pläne entwickelt, um das historische Gebäude zu erhalten und zu revitalisieren.

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Sieben Wohneinheiten im Hauptgebäude

Man will laut Bürgermeister Rasp einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan aufstellen, der die Einhaltung gewisser Regeln vorschreibt. So ist der Erhalt des denkmalgeschützten Hauptgebäudes und des ebenfalls denkmalgeschützten Stallgebäudes vorgesehen. Im Hauptgebäude des Rosenhofs sollen statt bislang zwei, künftig sieben Wohneinheiten untergebracht werden. »Schließlich muss sich das Ganze ja auch rechnen«, sagte Rasp. Im Stallgebäude ist auf zwei Vollgeschossen der Einbau von Wohnungen und von nicht störendem Gewerbe vorgesehen.

Erst Sanierung, dann Neubau

Erst wenn die Sanierung dieser beiden Gebäude abgeschlossen ist, darf anstelle eines östlich gelegenen, verfallenen Nebengebäudes, das abgerissen wird, ein Reihenhaus mit weiteren Wohnungen entstehen. Im Zuge der Baumaßnahme soll der bestehende Geh- und Radweg entlang der Staatsstraße auf 2,30 Meter erweitert werden.

»Man muss hier sehr sensibel umgehen, weil sich das Objekt im Außenbereich und noch dazu im Landschaftsschutzgebiet befindet«, sagte Bürgermeister Franz Rasp. Die Höhere Landesplanungsbehörde habe aber bereits schriftlich ihr Einvernehmen erteilt.

»Kein ewiger Baumaschinen-Abstellplatz«

Sehr angetan von den Plänen für den Rosenhof zeigten sich in der Diskussion die Gemeinderäte. »Es ist schon begrüßenswert, wenn das nicht ein ewiger Baumaschinen-Abstellplatz bleibt«, sagte unter anderen Hermann Lochschmied (CSU), der noch einmal bekräftigte: »Erst renovieren, dann bauen.«

Hans Kortenacker (Bürgergruppe) wollte den Begriff nicht störendes Gewerbe definiert haben. »Wir werden jedenfalls klarmachen, dass hier kein Bedarf an Einzelhandelsflächen besteht«, sagte der Bürgermeister. Entwarnung konnte Rasp auch in Bezug auf eine Befürchtung Hans Kortenackers geben, dass das Gebäude während der Sanierungsarbeiten in sich zusammenfallen könnte. »Das Baurecht ist an die Renovierung der denkmalgeschützten Bausubstanz gebunden. Wenn die Renovierung nicht stattfindet, dann fällt auch das Baurecht weg.«

Kein Sozialer Wohnungsbau

Nach den künftigen Eigentumsverhältnissen, wenn die Bauarbeiten abgeschlossen sind, erkundigte sich Richard Schwab (Freie Wähler). Der Bürgermeister gab zu verstehen, dass man eine Aufteilung des Wohnungseigentums nicht verbieten wolle. »Es ist kein Problem, wenn es nach Abschluss der Bauarbeiten Teileigentum werden sollte«, sagte Franz Rasp. Sozialer Wohnungsbau, fügte der Rathauschef an, werde es an dieser Stelle jedenfalls nicht werden. »Das machen wir woanders.« Ulli Kastner