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»Nie wieder Rassismus, Hass und Antisemitismus«

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Schulleiter Stefan Kantsperger dankte Dr. Charlotte Knobloch für ihre Bereitschaft, an die Schule zu kommen und jungen Menschen die Gefahren menschenverachtenden Denkens vor Augen zu führen. Foto: privat

Berchtesgaden (CJD) - Aus den schlimmen Erfahrungen der Geschichte erwächst für Charlotte Knobloch die Verpflichtung, die junge Generation für die Zerbrechlichkeit von Freiheit und Frieden zu sensibilisieren: »Nie wieder Rassismus, Hass und Antisemitismus« - dies war die Botschaft der Präsidentin der israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Dr. Charlotte Knobloch, bei ihrem Vortrag vor den Oberstufenschülern des Gymnasiums der CJD Christophorusschulen. Der Vortrag ging auf eine Initiative des DOSB (Deutscher Olympischen Sportbund) zurück, der anlässlich des 40. Jahrestages des Attentats auf israelische Sportler während der olympischen Spiele in München den Kontakt zu Frau Knobloch herstellte.


In ihrer Einführung begrüßte Knobloch die Verleihung des Friedensnobelpreises an die Europäische Union: Die EU sei eine wahr gewordene Utopie und der Friedensnobelpreis belohne die zivilisatorische Fähigkeit, aus der Geschichte zu lernen. Dies sei ein gemeinsamer Kraftakt, der niemals aufhören dürfe. Gerade jungen Menschen müsse vermittelt werden, dass die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit von entscheidender Bedeutung sei. Die Referentin baute eine vielfach gestellte Frage in ihren Vortrag ein und beantwortete sie auch gleich selbst: Wenn gefragt werde, was dies junge Menschen von heute angehe, müsse entgegnet werden, dass nichts ohne Vergangenheit sei. »Was und wer wir sind, erfahren wir nur aus der Erinnerung.« Dies alles habe jedoch nichts mit Schuld oder Schande zu tun. Es gehe vielmehr um Verantwortung für die im Grundgesetz verankerten Werte. Die Referentin plädierte mit Nachdruck für Zivilcourage und eine Kultur des Hinsehens.

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Im zweiten Teil des Vortrags beleuchtete Knobloch das Attentat auf die israelischen Sportler während der olympischen Sommerspiele 1972. Nicht einmal 30 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wollte sich Deutschland als weltoffenes Land mit fröhlichen und bunten Spielen präsentieren. Die israelischen Sportler seien als Botschafter der Versöhnung nach Deutschland gekommen, das Attentat habe dies jedoch alles zerstört. Knobloch zeichnete dabei ein erschreckendes Bild des internationalen Terrorismus ab den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts und spannte dabei schließlich auch den Bogen zum heutigen Israel, das als demokratischer Staat seit seiner Gründung in seiner Existenz bedroht sei. Sie warb um »Verständnis und Empathie« für Israel.

In der abschließenden Diskussion wurden neben Fragen zu geschichtlichen Aspekten und zur aktuellen Situation in Israel aber auch brisante Themen der gegenwärtigen politischen Diskussion in Deutschland, wie zum Beispiel die Beschneidungsdebatte, angesprochen.