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Große Freude über die Zuweisung eines neuen Schlauchwagens für die Freiwillige Feuerwehr Bischofswiesen (v.l.:) Jurist Johannes Gruber, 2. Kommandant Martin Irlinger, Kreisbrandmeister Harry Pirker, Kreisbrandrat Sepp Kaltner, Kreisbrandinspektor Anton Brandner, Fachbereichsleiter Öffentliche Sicherheit Christian Aschauer, 1. Kommandant Georg Grassl, Landrat Georg Grabner, Bürgermeister Thomas Weber. (Foto: Wechslinger)

Bischofswiesen – Zur Verbesserung des Katastrophenschutzes hat der Bund dem Landkreis Berchtesgadener Land einen neuen Schlauchwagen zur Verfügung gestellt. Die Wahl des Landratsamtes Berchtesgadener Land fiel in einer Besprechung mit der Kreisbrandinspektion auf die Freiwillige Feuerwehr Bischofswiesen, die dankend angenommen hat. Die Feuerwehr Bischofswiesen bietet im südlichen Landkreis einen idealen Standort und ist auch für Einsätze im nördlichen Landkreis die nächstliegende Wehr.


Zur Verbesserung des Katastrophenschutzes verteilt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe in diesem Jahr 103 Feuerwehrfahrzeuge (Schlauchwagen) an die verschiedenen Landkreise. Der Schlauchwagen beinhaltet Schläuche für zwei Kilometer Länge und kann somit bei größeren Katastrophen wie zum Beispiel Waldbränden die Wasserförderung über weite Strecken sicherstellen.

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Am 4. März übernahmen die beiden Bischofswieser Kommandanten Georg Grassl und Martin Irlinger zusammen mit Bürgermeister Thomas Weber sowie dem Sachbearbeiter für Katastrophenschutz vom Landratsamt Berchtesgadener Land, Sepp Kernbichler, das Feuerwehrfahrzeug in Bonn-Dransdorf. Am letzten Mittwoch wurde das Fahrzeug Landrat Georg Grabner offiziell übergeben.

Die Schlauchwägen wurden von der Firma Freytag Karosseriebau in Elze gefertigt. Als Fahrgestell wurde ein MAN TGM 13250 To 4x4 BB verwendet. Im Fahrzeug werden 2 000 Meter B-Schläuche mitgeführt. Die Schlauchleitungen liegen zusammengekuppelt zu jeweils zehn Schläuchen je 20 Meter in Kassetten, deren Leitungen wiederum verbunden sind. Nachdem die Kassetten links und rechts im Fahrzeug deponiert sind, können bei langsamer Fahrt zwei Leitungen mit 1 000 Metern oder eine Leitung mit 2 000 Metern verlegt werden. Um das Verlegen der Schlauchleitungen beobachten zu können, wurde ein Sitz für eine Einsatzkraft installiert. Über eine Gegensprechanlage zum Fahrer besteht eine ständige Kommunikationsmöglichkeit. Auch an ein sicheres Queren der verlegten Leitungen an Kreuzungen und Einmündungen wurde mittels zwölf Schlauchbrücken gedacht. Um größere Entfernungen oder Höhenunterschiede zu überwinden wird eine Tragkraftspritze mitgeführt. Diese kann sowohl an der Wasserentnahmestelle bis zu 1 500 Liter pro Minute fördern oder in der Schlauchleitung als Verstärkerspritze eingesetzt werden. Zusätzlich beinhaltet das Fahrzeug einen Faltbehälter für 5 000 Liter Wasser, um einen kontinuierlichen Pumpenbetrieb sicher zu stellen.

Durch weitere Schläuche und Armaturen ist auch ein autarker Einsatz des Schlauchwagens bei kleineren Bränden möglich. Die Ladebordwand ermöglicht eine Nutzung als Logistikfahrzeug und erleichtert die Be- und Entladung von Waren. Hierzu müssen nur die Schlauchkassetten entnommen werden. Dann können bis zu acht Paletten mit einem Gesamtgewicht von 4 000 kg transportiert werden.

Bischofswiesens Bürgermeister Thomas Weber, der selbst Feuerwehrführungsmann ist, bezeichnete das Fahrzeug als ideale Ergänzung.

Kommandant Georg Grassl sagt über den neuen Schlauchwagen: »Dieses Fahrzeug passt logistisch und einsatzmäßig genau nach Bischofswiesen. Unsere Mannschaften haben sich riesig über das staatliche Geschenk gefreut. Bei der Anlieferung waren wir mit über 100 Mann im Feuerwehrhaus versammelt und haben diesen Anlass gebührend gefeiert.«

»Wir haben ohne Vorankündigung von dieser Zuweisung erfahren. Jetzt dürfen wir natürlich die lange Schlauchstrecke nicht zu oft zu Übungen herausreißen und damit unsere Freiwilligen überstrapazieren«, empfahl Kreisbrandrat Sepp Kaltner. Christian Wechslinger