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Orchideentaufe in der Gärtnerei Cramer

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Landrat Georg Grabner, Giselher Cramer, Elke Cramer, Bernd Treder (v.l.) und Alexander Cramer (vorne) stießen auf die neue Orchideen-Hybride »Georg Grabner« an. Foto: Anzeiger/Wechslinger

Bischofswiesen – Wenn man in Berchtesgaden an Orchideen denkt, dann verbindet man dies in erster Linie mit der Gärtnerei Cramer in der Strub. Dort gab es am Wochenende wieder die Bischofswieser Orchideentage. Dabei taufte Landrat Georg Grabner die Lieblingsorchidee von Gärtnermeister Cramer, die Phalaenopsis, auf seinen eigenen Namen. Drei Tage lang tagten Orchideenzüchter aus Deutschland, Europa sowie China in der Strub und tauschten ihre Erfahrungen aus.


1947 wurde die Gärtnerei Cramer in der Strub gegründet. Im Jahr 1972 absolvierte Giselher Cramer die Meisterprüfung als Gärtner und machte erste intensive Erfahrungen mit der Orchidee. Cramer wollte sich von den anderen Gärtnereien unterscheiden und reiste so schon 1973 nach Berlin, von wo er die 40 ersten Orchideenpflanzen mit nach Bischofswiesen nahm. Als der Gärtnermeister im Jahr 1975 den Welt-Orchideen-Kongress besucht hatte, erlag er völlig dem Orchideenvirus, der ihn fortan nicht mehr losließ.

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Von Anfang an hatte es Cramer die Phalaenopsis-Zucht angetan. Ende der 80er-Jahre verfügte die Gärtnerei Cramer über schätzungsweise 60 000 Orchideen. Die erste Kreuzung, die Cramer in England im internationalen Hybridenregister anmeldete, war die Phalaenopsis, die er nach seiner Mutter Irmgard benannte. Im Laufe der Jahre folgten viele weitere bemerkenswerte Zuchtergebnisse, die in England sogar mit exklusiven Silberpokalen bedacht worden sind.

Eine weitere große Liebe Cramers gehört der Gattung Paphiopedilum, die er ebenfalls kunstvoll und erfolgreich kreuzte. Bisher brachte es der Orchideenkenner auf 2 500 Hybriden, seine älteste Züchtung benannte er nach seinem Vater Gert Cramer.

Der Präsident der Deutschen Orchideen Gesellschaft, Bernd Treder, sprach von einem wertvollen Treffen der vielen Orchideenzüchter in der Gärtnerei Cramer und in Berchtesgaden. »Obwohl das Berchtesgadener Land schon reich mit einheimischen Orchideen gesegnet ist, sorgte Giselher Cramer für tropische Arten in der Strub. Es ist überhaupt hoch anzurechnen, dass es in Deutschland trotz des großen Drucks aus den Niederlanden und aus Asien noch Züchter gibt«, lobte Treder.

Anlässlich der Bischofswieser Orchideentage wurde eine neue Züchtung der Lieblingsorchideen-Hybride Phalaenopsis auf den Namen Georg Grabner getauft. Der Landrat, selbst ein großer Blumenliebhaber, ließ es sich nicht nehmen, der Gärtnerei Cramer einen längeren Besuch abzustatten.

Nachdem auch schon wieder Alexander Cramer in der dritten Generation begeisterter Gärtnermeister ist, wird die Orchideenzucht der Familie Cramer wohl auch in Zukunft fortgesetzt. Christian Wechslinger