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Ort des Trauerns und des Loslassens

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Im Rahmen einer bewegenden Feier wurde am Volkstrauertag am Löwen vor der Jägerkaserne eine Gedenktafel für die beiden bei Auslandseinsätzen gefallenen Soldaten eingeweiht. Fotos: Anzeiger/cw
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Kranzniederlegung durch Bataillonskommandeur Peter Küpper (l.) und Klaus Gerlach, Vorsitzender der Gebirgsjägerkameradschaft 232.

Bischofswiesen - Der Löwe vor der Struber Jägerkaserne erinnert seit langer Zeit an die Gefallenen und Vermissten des Zweiten Weltkriegs. Auf Anregung der Gebirgsjägerkameradschaft 232 wurde am gestrigen Volkstrauertag eine Gedenktafel mit den Namen der zwei gefallenen Soldaten des Gebirgsjägerbataillons 232 bei Auslandseinsätzen (Pierre Zechner und Oliver Oertel) am Löwen angebracht. Militärpfarrerin Dr. Claudia Konoppa drückte bei der Feier die Hoffnung aus, dass nicht noch mehr Namen auf die Tafel geschrieben werden müssen. Die würdige musikalische Umrahmung vollzog die Musikkapelle Bischofswiesen unter Stabführung von Konrad Aigner.


Während der bewegenden Feier am Sonntagmorgen gab der Sonnenaufgang zwischen dem Hohen Brett und dem Jenner dem traurigen Anlass so etwas wie Hoffnung. Und von Hoffnung sprach auch die Militärpfarrerin. Hoffnung bedeute nicht, dass alles gut geht, sondern dass es Sinn macht.

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Trotz des frühen Termins nahmen neben den angetretenen Soldaten auch viele Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens sowie Angehörige von Soldaten und ehemalige Soldaten des Gebirgsjägerbataillons 232 an der Feier teil. Bataillonskommandeur Oberstleutnant Peter Küpper dankte der Gebirgsjägerkameradschaft für die neue Gedenktafel und die Anregung dazu.

Während das Andenken an den Zweiten Weltkrieg weit zurück liegt, ist die Erinnerung an die beiden später Gefallenen noch wacher. Ein in schwarz gekleidetes Elternpaar eines Gefallenen war eine deutliche Mahnung, wie gefährlich auch die aktuellen Auslandseinsätze der Bundeswehr sind.

Durch das Erinnern an die Gefallenen blieben diese immer gegenwärtig, so Militärpfarrerin Dr. Konoppa. Die neue Tafel für die beiden 1997 und 2010 Gefallenen sei ein Ort, um Abschied zu nehmen, zu trauern, ein Ort der Begegnung, aber auch des Loslassens, befand die Geistliche.

Nach der Kranzniederlegung vor der neuen Gedenktafel durch den Vorsitzenden der Gebirgsjägerkameradschaft 232, Oberst a. D. Klaus Gerlach, und den Kommandeur Peter Küpper beendete die Musikkapelle Bischofswiesen mit dem Lied »Ich hatt' einen Kameraden« den stimmungsvollen Volkstrauermorgen. cw