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Ortsdurchfahrt mit Schutzstreifen für Radler

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Die Bischofswieser Ortsdurchfahrt soll entschleunigt werden. Unter anderem durch einen gestrichelten Schutzstreifen für Radfahrer auf beiden Straßenseiten. (Foto: Vietze)

Bischofswiesen – Eine Entschleunigung des Durchgangsverkehrs in Bischofswiesen wünschen sich alle Gemeinderäte. Die geplante Anlegung eines gestrichelten Schutzstreifens für Radfahrer sahen Bernhard Heitauer (CSU) und Mathias Aschauer (Freie Wähler) aber doch skeptisch.


Nach langer Diskussion trugen sie den Durchführungsbeschluss zur Neugestaltung der Ortsdurchfahrt aber doch mit. Nur Paul Grafwallner und Sepp Stangassinger (UBB) stimmten dagegen, weil sie den Sinn des Fahrbahnteilers am nördlichen Ortseingang anzweifeln.

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Geschäftsleiter Rupert Walch stellte die Planungen für die Ortsdurchfahrt, die einige Änderungen erfahren hat, vor. Neu ist, dass an der Abzweigung nach Loipl ein zusätzlicher Fahrbahnteiler eingebaut werden soll. Grund ist die bisherige Gefährdung der Linksabbieger durch Überholvorgänge im Gegenverkehr. Die große Insel, die außerdem am Ortseingang zur Entschleunigung des Verkehrs gebaut wird, soll nicht nur ein Fahrbahnteiler, sondern vor allem auch eine Querungshilfe sein, damit Radfahrer den Radweg auf der anderen Straßenseite erreichen können.

Massive Veränderungen wird es vor allem rund um die Abzweigung zu Schule/Rathaus geben. Geplant sind hier unter anderem eine Abbiegespur in Richtung Rathausplatz, die Installierung einer Ampelanlage inklusive Induktionsschleife in der Rathauszufahrt, die Verlegung der Bushaltestellen an den Bereich vor der Kirche und der Einbau einer Überquerungshilfe. »Wir werden hier eine deutliche Verbesserung der Einfahrtssituation vom Rathaus auf die Bundesstraße bekommen«, prognostizierte Walch. Über eine noch zu errichtende Brücke wird das künftige Bahnhofareal an der Schiene schnell zu erreichen sein. Der Bereich südlich davon soll städtebaulich noch aufgewertet werden. Auch der Gehweg entlang der Ortsdurchfahrt wird erneuert, an der südlichen Ortsausfahrt gibt es eine weitere Querungshilfe.

Neu ist auch, dass auf der gesamten Ortsdurchfahrt auf beiden Straßenseiten ein etwa 1,50 Meter gestrichelter Schutzstreifen für Radfahrer angelegt werden soll. Mit dem allerdings konnten sich Bernhard Heitauer und Mathias Aschauer nicht anfreunden. Heitauer befürchtete zum einen, dass dann Radfahrer gar nicht mehr überholt werden könnten. »Außerdem warne ich vor der Kollisionsgefahr mit Fußgängern an den Ampelübergängen«, betonte Heitauer.

Bürgermeister Thomas Weber konnte die Einwände nicht verstehen. Schließlich habe man die Meinung vieler Experten eingeholt. Und diese Schutzstreifen seien der beste Kompromiss, weil für einen zusätzlichen Radweg der Platz nicht vorhanden sei. »Die Fahrbahn wird um keinen Zentimeter schmäler. Es handelt sich lediglich um eine optische Verschmälerung, wodurch sich der Verkehr verlangsamen wird«, sagte Weber. Der wies auch darauf hin, dass der gestrichelte Streifen natürlich von den Verkehrsteilnehmern überfahren werden dürfe. Ob der Streifen allerdings tatsächlich 1,50 Meter breit sein müsse, sollte man noch prüfen.

Paul Grafwallner (UBB) sprach sich zwar für diese Schutzstreifen aus. Dass die UBB der Planung trotzdem nicht zustimmen werde, begründete Grafwallner vor allem mit dem »zu wuchtigen« Fahrbahnteiler am nördlichen Ortseingang. Der UBB-Gemeinderat vermutete, dass vermehrte Kontrollen mehr zur Reduzierung der Geschwindigkeiten beitragen würden. Außerdem sei der Flächenverbrauch für das Bauwerk, das in den Uferbereich der Ache hineinrage, zu groß. Auch die künftige Gesamtsituation an der Einmündung zum Rathaus stößt bei Grafwallner nicht auf Zustimmung. Darüber hinaus macht er sich Sorgen, dass die neu zu errichtende Ufermauer oberhalb der Ache aus hässlichem Beton gebaut werden könnte. Bei der Abstimmung legten Paul Grafwallner und Sepp Stangassinger dann auch ihr Veto ein.

Mit dem Bau der Fahrbahnteiler an der nördlichen Ortseinfahrt will man schon bald beginnen. Wann die restlichen Maßnahmen umgesetzt werden, steht noch nicht fest. Ulli Kastner