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Ortsumfahrung Laufen »existenzgefährdend« und »ein wahnsinniger Eingriff«

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Der Blick vom Hochbehälter bei Froschham über die Wiesen und Felder, wo die Ortsumfahrung künftig verlaufen soll. (Foto: Höfer)

Laufen – Anton Kreitmair ist sichtlich entsetzt, als man ihm zeigt, was um Laufen herum mit der geplanten Ortsumgehung passieren soll.


Betroffene Bauern erhoffen sich Hilfe von ihrem Bezirkspräsidenten und CSU-Landtagsabgeordneten beim Kampf gegen das Projekt. Ein fast fünf Kilometer langes, zum Teil dreispuriges Asphaltband soll die Stadt demnächst von Letten bis Niederheining umschließen, mitten durch die Wiesen und Felder der Bauern.

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»Existenzgefährdend«: Bundesstraße und zehn Brücken

Längst hätten die vorgeschriebenen Erörterungstermine stattfinden sollen. Mehr als tausend Stellungnahmen sind eingegangen. Ein Planfeststellungsbeschluss ist für 2018 angekündigt. »Existenzgefährdend«, sagt Peter Hainz aus Froschham dazu, schräg zerschnitten würden die Gründe, und die angebotenen Ersatzflächen überzeugen ihn nicht. »Stauwiesen in vier Kilometer Entfernung« seien kein Ausgleich für »die besten Böden des Landkreises«, die mit einer Bundesstraße und zehn Brücken überbaut würden.

30 Millionen Euro – auch zweites Wegenetz notwendig

Weil landwirtschaftliche Fahrzeuge nicht auf der neuen Straße fahren dürften, muss auch das begleitende Wegenetz ausgebaut werden. Den Gesamtflächenverbrauch beziffert das Bauamt auf 32 Hektar, die Kostenschätzung liegt bei 30 Millionen Euro. »Mit acht Millionen und einer kurzen bahnparallelen Trasse sind wir in den Bundesverkehrswegplan gekommen«, erinnert Ortsbauernobmann Bernhard Prechtl an den Start des Verfahrens. Im neuen Bundesverkehrswegeplan habe man nun die Umgehungen Burghausen und Laufen zu einem Projekt zusammengefasst.

»Was erwartet ihr vom Bauernverband?«, fragte Anton Kreitmair bei einem Ortstermin am Wasserhochbehälter bei Froschham, wo ein gewaltiger Geländeeinschnitt entstehen würde. »Der Landtag hat dabei nichts zu sagen«, machte der Abgeordnete deutlich. Der Bauernverband habe bereits eine ablehnende Stellungnahme abgegeben. Als Bezirkspräsident riet er den Bauern, mit allen örtlichen Politikern das Gespräch zu suchen. Wichtig sei vor allem Einigkeit.

Gemeinsames Projekt mit der Bahn gewünscht

»Wir sind uns einig«, versicherte Hainz an einem geplanten Bauwerk bei Oberheining für die zwölf betroffenen Bauern. Daneben seien noch kleinere Grundstücksbesitzer betroffen, mit ihnen gemeinsam kämpften rund 75 Mitglieder im Verein »Pro Naturland«. Unterstützt würden sie von einem versierten Anwalt. »Wollt ihr mehr Geld oder das Projekt stürzen?«, fragte Kreitmair. Man wolle ein gemeinsames Projekt, zusammen mit der Bahn, machte einer der Bauern deutlich, denn ein Schienenausbau werde kommen – und zwar früher als gedacht.

Eine bahnparallele Trasse mit Sicherheitsabstand hat das Staatliche Bauamt inzwischen ausgearbeitet, um juristisch unangreifbar den Klagen begegnen zu können. Im Juni hatten Amtsleiter Sebald König und seine Mitarbeiter die Variante 4 – die sogenannte Naturlandtrasse – und die bahnparallele Trasse 2a in der Salzachhalle gegenübergestellt. Ergebnis laut König: »Beide Varianten schneiden annähernd gleich ab.« Allein beim »Schutzgut Mensch« sei die Variante 4 klar besser – es gäbe deutlich weniger betroffene Anwohner.

Verkehr auf der bestehenden Bundesstraße relativ niedrig

»Das geht ja gar nicht«, urteilte Kreitmair in Niederheining. »Und was machst du dann?«, fragte der Bauer Otto Wittscheck bei dessen Hof, wo die Straße samt Aufschleifer ein Eck seines Fahrsilos abschneiden würde und ein 60 Meter langes Brückenbauwerk zu der 27 Meter hohen Hangleite entstehen soll. Raum für eine Erweiterung gäbe es dann für Wittscheck nicht mehr. Kreitmair empfahl, ein exaktes Modell der kompletten Trasse mit allen Höhen, Einschnitten, Dämmen und Anschlüssen zu fordern, denn nur so könne man sich ein Bild der Dimensionen machen. »Und dann fragt ihr die Laufener, ob sie das wirklich wollen.«

Verwundert zeigte sich Kreitmair auch mit Blick auf das Kosten-Nutzen-Verhältnis angesichts der relativ niedrigen Verkehrszahlen auf der Bundesstraße Freilassing – Tittmoning, kenne er doch unverwirklichte Umfahrungen mit mehrfach höherer Belastung. Selbst vergleichsweise preiswerte Oberflächensanierungen würden aus Kostengründen geschoben. Bei München könne sich kein Bauer mehr einen Acker kaufen, derart hoch seien dort die Grundstückspreise. »Braucht es immer mehr Wachstum?«, fragte Kreitmaier und gab zu bedenken: »Es geht Lebensqualität verloren.« Und mit diesem »wahnsinnigen Eingriff« ganz gewiss für alle Laufener. höf