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Ostwand-Durchstieg scheitert wegen Schnees

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Zuviel Schnee liegt in der Gipfelschlucht. Der Polizeihubschrauber »Edelweiß 2« musste deshalb am Samstag zwei Tschechen aus der Watzmann-Ostwand holen. (Foto: BRK BGL)

Berchtesgadener Land – Die Berchtesgadener und Marktschellenberger Bergretter waren am Samstag bei drei Einsätzen in der Watzmann-Ostwand und am Untersberg gefordert. Zwei Tschechen gerieten in der Watzmann-Ostwand in Bergnot. Eine 16-Jährige wurde bei einem Steinschlag am Untersberg-Mittagsloch am Kopf verletzt und eine 48-jährige Frau stürzte knapp unterhalb des Gipfels am Rauhen Kopf ab. Aufgrund des sehr schönen und milden Herbstwetters waren besonders viele Menschen in den Bergen unterwegs.


Bei schönstem Herbstwetter machten sich am Freitag zwei Tschechen auf den Weg zum Fuß der Watzmann-Ostwand, von wo aus sie die Wand in einer Zweitagestour durchsteigen wollten. Am Samstagmorgen kamen die beiden Bergsteiger gegen 10 Uhr am Beginn der Gipfelschlucht in rund 2 040 Metern im rund 20 Zentimeter tiefen Schnee dann nicht mehr vorwärts und setzten bei der Integrierten Leitstelle Traunstein einen Notruf ab.

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Der Einsatzleiter der Berchtesgadener Bergretter forderte für die beiden Unverletzten einen Hubschrauber an, wobei der Münchner Polizeihubschrauber »Edelweiß 2« kurze Zeit später in Kühroint landete. Dort nahm die Besatzung einen Bergretter auf, um bei einem Überflug die Einsatzstelle zu beurteilen und gemeinsam die Rettung vorzubereiten. Im ersten Anflug setzte der Hubschrauber mithilfe der Winde einen Bergretter bei den beiden Männern ab. Der Retter bereitete die beiden Männer mit einem Rettungssitz zum Abtransport vor.

Währenddessen flog der Hubschrauber erneut mit einem weiteren Bergretter an, der dann den ersten der beiden Tschechen zu sich an den Windenhaken sicherte und mit dem Mann per Winde aufgenommen wurde. Nach einer Zwischenlandung in Kühroint flog »Edelweiß 2« erneut zur Einsatzstelle und holte den ersten Bergretter und den zweiten Tschechen per Winde ab. Da beide nicht verletzt waren, war ein Transport in ein Krankenhaus nicht notwendig.

Gegen 12.45 Uhr alarmierte die Leitstelle Traunstein den Einsatzleiter der Bergwacht Marktschellenberg, da sich am Stöhrhaus ein 16-jähriges Mädchen befand, das nach einem Steinschlag im Bereich des Mittagslochs am Untersberg am Kopf verletzt war. Die junge Frau war noch selbst bis zur Hütte aufgestiegen, von dort war es ihr dann jedoch nicht mehr möglich, wieder selbst ins Tal abzusteigen. Nach einer kurzen telefonischen Rücksprache mit der Verletzten forderte der Marktschellenberger Einsatzleiter neben seiner Mannschaft auch einen Hubschrauber an.

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Foto: BRK/BGL

Der Polizeihubschrauber »Edelweiß 2« hatte gerade seinen Einsatz in der Watzmann-Ostwand beendet und landete schon kurz darauf in Marktschellenberg auf der Thorerwiese. Von dort flog die Besatzung zusammen mit einem Notfallsanitäter der Bergwacht hinauf zum Stöhrhaus, wo die Patientin aufgenommen und zur Kreisklinik nach Bad Reichenhall transportiert wurde.

Am frühen Nachmittag gegen 14.10 Uhr stürzte dann eine 48-jährige Frau aus dem Landkreis Berchtesgadener Land kurz unterhalb des Gipfels am Rauhen Kopf am Untersberg rund zehn Meter ab und kam wie durch ein Wunder nach erster Einschätzung des Notarztes mit nicht lebensbedrohlichen Verletzungen davon. Die Leitstelle Traustein schickte umgehend die Berchtesgadener Bergretter sowie den Traunsteiner Rettungshubschrauber »Christoph 14« zur Einsatzstelle.

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Foto: BRK/BGL

Während die Bergretter in Richtung Maria Gern zum Tallandeplatz ausrückten, machte der Rettungshubschrauber einen kurzen Überflug und landete dann auf der Wiese am Schwaigerlehen. Im ersten Anflug setzte der Pilot einen Bergretter und den Hubschrauber-Notarzt in der Nähe der Einsatzstelle ab, damit beide die Frau umgehend medizinisch versorgen konnten. Kurze Zeit später hob »Christoph 14« erneut ab und holte die beiden Einsatzkräfte sowie die Patienten mit dem 25 Meter langen Rettungstau ab und brachte sie zum provisorisch eingerichteten Tallandeplatz. Von dort aus wurde die Verletzte dann mit dem Hubschrauber zur weiteren Behandlung zum Klinikum Traunstein geflogen. ml