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BRK-Wasserwacht wiederholt wichtige Grundlagen der Arbeit in Gebirgsbächen

Per Seilbahn und Schlauchboot über den Fluss

Das Überqueren von Fließgewässern trainierte die Wasserwacht bei ihrer jüngsten Übung in Berchtesgaden. Foto: BRK BGL

Berchtesgaden – »Was ist eine Tyrolienne-Seilrutsche, was ist eine Seilbahn? Wie transportiere ich einen Patienten schonend vom anderen Flussufer zu mir?« Beim zweiten neunstündigen Praxisteil ihrer Fließgewässer-Fortbildung wiederholten die ehrenamtlichen Einsatzkräfte der BRK-Wasserwacht in Berchtesgaden wichtige Grundlagen für ihre Arbeit in der reißenden Strömung der heimischen Gebirgsbäche.


»Nachdem die Einsätze in Fließgewässern wie der Berchtesgadener Ache in den letzten Jahren deutlich zugenommen haben, führen wir seit 2013 zusätzliche Spezialfortbildungen zu diesem Themenkomplex durch, die bei den Leuten sehr gut ankommen«, erklärt der Technische Leiter der Ortsgruppe, Franz Kurz. »Es ist wichtig, dass im Ernstfall alle Handgriffe sitzen, auch wenn das Wetter schlecht ist oder wir in der Dunkelheit arbeiten müssen; sonst wird es für Einsatzkräfte oder Patienten gefährlich«, weiß Ausbilder Jürgen Klapfenberger aus langjähriger Erfahrung.

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Klapfenberger, der sich bereits beim ersten Teil der Fortbildung sehr viel einfallen ließ, überraschte die Teilnehmer erneut mit kniffeligen Aufgaben: Am anderen Ufer liegt ein Patient; er ist bewusstlos und muss möglichst rasch und schonend auf die andere Uferseite transportiert werden. Katharina Hinterbrandner, Jugendleiterin der Ortsgruppe, war von den vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten eines Schlauchbootes beeindruckt, mit dem der Bewusstlose an einer Seilbahn entlang durch die Strömung gezogen wurde. Praktische Ausbildungsinhalte waren der Bau von Seilrutschen und Seilbahnen, Überqueren des Flusses mit Boot an der Seilbahn, Überqueren des Flusses mithilfe einer Tyrolienne, Abseilen auf ein Boot an der Seilbahn, Anschwimmen eines Rafts und Einsteigen, die schonende Patientenrettung und zu guter Letzt eine Raftingtour.

»Wir müssen einige wichtige Knoten beherrschen und wissen, welche verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten von Seilbahnen es gibt. Jürgen Klapfenberger hat uns alles sehr gut erklärt und gezeigt. Nach neun Stunden bin ich ganz schön kaputt, aber es hat sich gelohnt«, berichtet Katharina Hinterbrandner. Auch der Spaß darf nicht zu kurz kommen, weshalb der anstrengende Fortbildungstag mit einer Raftingtour-Tour auf der Ache endete. ml