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Phasenweise »Zauberfußball« im Alpenstadion

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Martin Strauch (l.) wusste sich gegen den technisch versierten Stefan Weinbuch nur durch Foulspiel zu helfen. Foto: Anzeiger/Waßmuth

Schönau am Königssee – 300 Zuschauer, darunter auch 2. Bürgermeister Manfred Vonderthann, wollten das Lokalderby und zugleich letzte Saisonspiel zwischen der SG Schönau und dem FC Bischofswiesen im Alpenstadion sehen. Zumindest die Schönauer Anhänger mussten ihr Kommen nicht bereuen, sahen sie doch wieder einmal ein sehr gutes Spiel ihrer Mannschaft. Mit dem 5:0 aus Sicht der Schönauer waren die Bischofswieser noch gut bedient.


Bischofswiesen trat ohne seinen Spielmacher Sebastian Vorberg an und sah sich von Spielbeginn an unter Druck. Bereits in der siebten Minute war Bischofswiesens Defensivtaktik praktisch ausgehebelt, als Daniel Maier die SG Schönau in Führung schoss. Schönau schien dieser frühe Vorsprung so in Sicherheit zu wiegen, dass die Mannschaft vergaß, das Spiel weiter nach vorne zu tragen. So wehrten die Bischofswieser geschickt ab, den Schönauern fiel nicht viel ein. Erst in der 25. Minute verzeichneten die Schönauer neuerlich durch Maier eine gute Möglichkeit.

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Auf der anderen Seite verbrachte SG-Schlussmann Christoph Maier einen recht ruhigen Nachmittag, nur einmal musste er energisch gegen einen Bischofswieser Vorstoß eingreifen. Die SG-Abwehr stand gut, Stefan Hasenknopf zeigte in der Innenverteidigung wieder einmal eine vorzügliche Leistung. Auf der anderen Seite mag sich Bruno Datzmann als Außendecker des FCB an weitaus bessere Zeiten im Alpenstadion erinnert haben. Vor 24 Jahren spielte Datzmann nämlich als 17-Jähriger in der seinerzeit so erfolgreichen Bezirksligamannschaft der SG Schönau. »Ich denke, der Kreis hat sich heute geschlossen, das war meine Abschiedsveranstaltung vom aktiven Fußball, mein Körper spielt da nicht mehr mit«, so Datzmann.

Die Bischofswieser schworen sich in der Halbzeitpause noch einmal zusammen, schließlich war mit 0:1 noch nichts verloren. Doch bereits nach zwei Minuten im zweiten Abschnitt waren alle guten Vorhaben zerstört. Daniel Maier legte ideal auf Matthias Althaus, der eiskalt am chancenlosen Bischofswieser Torhüter Stefan Schnitzlbaumer in die kurze Ecke einnetzte (47.). Knapp zehn Minuten später war vorzeitig alles entschieden. Wieder war es der bestens aufgelegte Filigrantechniker Daniel Maier, der auf 3:0 stellte. Auch dieser Treffer war ein kleines Kabinettstückchen der Schönauer Angriffsachse. Jetzt spielten die Schönauer teilweise Zauberfußball und ließen ihre Gegenspieler recht schlecht aussehen. Maier trickste mit seinem langjährigen Mannschaftskameraden Toni Hölzl wie zu besten Zeiten.

Schönau spielte Angriffsstafetten wie aus dem Lehrbuch. In der 68. Minute donnerte Hölzl nach neuerlicher Klasseauflage von Maier an den Außenpfosten. Eine Chance folgte der anderen, doch zunächst sahen sich die Gäste noch im Glück. Dies verließ sie jedoch in den letzten Spielminuten. So als Stefan Weinbuch gefoult wurde und Hölzl den fälligen Elfmeter zum 4:0 (89.) verwandelte. Dabei war Schnitzlbaumer noch mit den Fingern am scharf getretenen Ball. Den Schlusspunkt zum 5:0 setzte Weinbuch, als er seine tolle Leistung mit einem sehenswerten Alleingang abschloss.

Mit mehr Schönauer Zielstrebigkeit im Abschluss hätte es ganz bitter für Bischofswiesen werden können. Die Platzherren übertrieben das schöne Spiel zu oft gegenüber einer höheren Effektivität. Schiedsrichter Daniel Rieplhuber vom TSV Altenmarkt schloss sich den guten Leistungen der Schönauer nahtlos an und glänzte immer wieder mit seiner klugen Vorteilsauslegung.

SG Schönau I: C. Maier; Hasenknopf, Fegg, Angerer, Weinbuch, Klaus, Hölzl, Fernsebner, Graßl, D. Maier, Burger, Althaus, Wessels, Kirchhoff.

FC Bischofswiesen I: Schnitzlbaumer; Hirsch, Datzmann, Strauch, Tschischke, Böttger, Huthöfer, Hinterbrandner, Geisler, Förg, Gruber, Kuhn, Flunk, Ottmann. Christian Wechslinger

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