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Platz für zwölf Kleinkinder

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Kindergartenleiterin Petra Dufter (2.v.r.) mit ihrem Krippenteam vor dem neuen Anbau. Fotos: Anzeiger/Wechslinger
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Architekt Ernst Hofmeister, Bürgermeister Franz Halmich und Diakon Bernhard Hennecke (v.l.) durchschnitten zusammen mit Landratstellvertreter Rudolf Schaupp (nicht im Bild) das Band.
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Die Kindergartenkinder beteiligten sich mit Gesangseinlagen an der Einweihungsfeier.

Marktschellenberg – 530 000 Euro teuer war der Anbau einer Kinderkrippe an den bestehenden Kindergarten in Marktschellenberg. 334 000 Euro kommen dazu aus Bundesmitteln und 75 000 Euro von der Berchtesgadener Landesstiftung. Den Rest muss die Gemeinde selbst berappen. Dazu wurde ein zinsgünstiger Kredit über 100 000 Euro aufgenommen. Trotz der beträchtlichen Ausgaben war die Freude bei der Einweihungsfeier in der Salzburger Straße am Samstag groß.


Den bauausführenden Firmen ist es gelungen, die Krippe nach den Plänen von Ernst Hofmeister architektonisch recht gelungen ans bestehende Haupthaus in ostwärtiger Richtung anzuschließen. Die ersten Kinder im Alter bis zu drei Jahren wurden bereits nach den Sommerferien in der von Petra Dufter geleiteten Krippe aufgenommen. Insgesamt bietet die Krippe zwölf Kleinkindern Platz, die von drei ausgebildeten Kräften betreut werden.

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Landratstellvertreter Rudolf Schaupp verband bei der Einweihungsfeier die Begriffe Garten und Krippe mit positiven Werten. So seien die Menschen auch auf die Früchte eines Gartens angewiesen. Kinderkrippen seien heute gefragter denn je, weil immer mehr Mütter arbeiten müssten. Die Leistungen der Marktgemeinde Marktschellenberg stellte Schaupp als vorbildlich auch für andere Gemeinden heraus.

Marktschellenbergs Bürgermeister Franz Halmich sprach von einer sinnvollen Investition in die Zukunft, gehe es doch um die Kinder. Die Krippe nehme jedoch den Eltern nicht ihre Erziehungsverantwortung ab, so das Gemeindeoberhaupt, das auch stolz darauf war, dass Marktschellenberg die einzige Gemeinde im gesamten Berchtesgadener Land ist, in der die Krippe nach den neuen gesetzlichen Vorgaben fertig geworden ist. Die zwölf Krippenplätze waren nach den Worten des Rathauschefs schnell belegt und geben beiden Elternteilen die Möglichkeit, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen und dabei ihre Kinder in guter Obhut von ausgebildeten Kräften zu wissen. Der Dank des Bürgermeisters ging an Architekt Ernst Hofmeister und die Handwerksbetriebe, die in weniger als fünf Monaten Großartiges geleistet hätten.

Als Familienreferent des Marktgemeinderats und Vertreter des Elternbeirats freute sich Thomas Jander sehr über den Bau der Kinderkrippe, die ein wichtiges Angebot für Marktschellenberg als familienfreundliche Gemeinde darstelle. In einem kurzen Grußwort dankte Jander vor allem denen, die sonst nicht in der ersten Reihe stehen: so etwa Verwaltungsleiter Michael Ernst, den Mitarbeitern des gemeindlichen Bauhofs und des Jugendamts, die die konzeptionelle Planung der Krippe begleitet haben. Ferner lobte Jander die Kindergartenleiterin Petra Dufter und ihr Team, die über Monate trotz Lärm und Unrat hervorragende Arbeit geleistet hätten.

Schließlich wies Jander noch auf Brotzeit sowie Kaffee und Kuchen hin, für die der Elternbeirat und die Marktgemeinde im Pfarrhof gesorgt hatten. An Spenden für Krippe und Kindergarten kamen so noch einmal 400 Euro zusammen. Singende Kinder umrahmten die Feier, während Diakon Bernhard Hennecke den kirchlichen Segen gab.

Altbürgermeister Alfons Kandler erinnerte später im Kreis der Festgäste daran, wie es vor über 35 Jahren um den Kindergarten stand: »Damals hat unser Pfarrer einen Kindergarten völlig in Abrede gestellt, weil sich doch die Mütter selbst um ihre Kinder kümmern sollten.« So ändern sich die Zeiten. Christian Wechslinger