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Politiker, Katholik und Musikant

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Schönau am Königssee - Er war Ehrenbürger der Gemeinde Schönau am Königssee, trug den Titel Altbürgermeister und war Träger der kommunalen Verdienstmedaille in Bronze. Mit dem Namen Georg Eder verbinden sich viele Errungenschaften in seiner Heimatgemeinde, die mindestens in der entscheidenden Planungsphase eng mit seiner Person verbunden sind. Georg Eder wirkte auch als Kirchenpfleger und brachte die Realisierung des Pfarrheimes in Unterstein wesentlich voran. Zudem engagierte er sich stark in der Volksmusik, auch hier übernahm er letztlich eine führende Rolle. In der vorigen Woche ist Georg Eder im Alter von 92 Jahren verstorben.


Seit vielen Jahren war Georg Eder im Ruhestand. Aber nie ganz richtig, weil das Aktivsein seinen Lebensstil prägte. Das Innehalten war, so sagen es die, die ihn kannten, nie seine Sache. Er hat auch in hohem Alter immer noch gern zur Gitarre gegriffen und mit anderen musiziert. Er war auch auf dem heimischen Hof immer noch zu Gange. Bei einer kleinen Rast auf der Wiese vor seinem Haus ist er gestorben.

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Georg Eder war seit 1952 politisch aktiv, zuerst als Mitglied des Gemeinderates Königssee. Dann lenkte er bis 1978 die Geschicke der Gemeinde als ehrenamtlicher Bürgermeister. Als dann im Zuge der Gebietsreform Schönau und Königssee zusammengelegt wurden, wählten die Bürger beider Gemeinden ihn zum Ortsoberhaupt, obwohl er als Königsseer eigentlich nicht auf eine Stimmenzahl zählen konnte.

Nun hatte er die schwierige Aufgabe, beide Gemeindeteile zusammenzuführen. Dazu brauchte es viel Fingerspitzengefühl, das Georg Eder wohl hatte, denn die innere Bindung in der Gemeinde stellte sich bald ein.

Viele Weichenstellungen fielen in Georg Eders Amtszeit. Er erkannte bald die Bedeutung des Tourismus und lenkte die Schaffung eines Ortszentrums mit Haus des Gastes, Kurpark und Rathaus in Unterstein. Schul- und Sportanlagen sollten in Schneewinkl gebündelt werden. Wenn auch die Realisation vieler Projekte bereits in die Amtszeit des Nachfolgers reichte, so hat der »Friedbichler« den Großteil der Planungen eingebracht. Die Amtszeit von Bürgermeister Georg Eder endete 1984 offiziell. Im selben Jahr wurde ihm die Ehrenbürgerschaft der Gemeinde Schönau am Königssee angetragen und ihm wenig später der Titel Altbürgermeister verliehen.

Drei Wahlperioden lang, bis 1990, war Georg Eder auch Mitglied des Kreistages und gehörte von 1981 bis 1990 dem Kreisausschuss an.

Neben der kommunalpolitischen Tätigkeit fand Georg Eder auch noch die Zeit für kirchliches Engagement, war ab 1973 Mitglied der Kirchenverwaltung und ab 1977 auch lange Zeit Kirchenpfleger. Sein langjähriges Bemühen um ein Pfarrheim in Nachbarschaft der Untersteiner Kirche trug letztlich Früchte.

Das Leben von Georg Eder prägten viele Facetten. Eines davon war hochmusikalisch. Seit 1946 schon widmete sich Eder intensiv der Pflege alpenländischer Volksmusik. Er wirkte in der Gesangs- und Instrumentalgruppe »Schönauer Buam« und hernach bei der »Königsseer Fleitlmusi« mit. Die weithin bekannte »Königsseer Gitarrenmusik« entstand unter seiner Regie. Am Grabe von Georg Eder spielten Musikerfreunde seine Weisen. Das hätte ihn sicherlich gefreut. DM