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Polizei plant Gegenüberstellung mit Opfer

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Die 17-jährige Sarah ist mit dem Leben davongekommen. An seinen brutalen Verletzungen starb ein 73-Jähriger mitten in Bad Reichenhall (Foto). Für Sarah wurde mittlerweile ein Spendenkonto eingerichtet. In einem persönlichen Brief bedankt sie sich nun für die Unterstützung. Foto: dpa
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Der Dankesbrief der in Bad Reichenhall schwer verletzten Sarah. Quelle: Facebook

Bad Reichenhall – Während die Solidarität der Bürgerinnen und Bürger mit der beim Überfall vom 14. Juli schwer verletzten 17-jährigen Sarah sich jetzt auch durch eine Spendenaktion ausdrückt, bereitet die Polizei eine Gegenüberstellung des Opfers mit dem mutmaßlichen Täter vor. Ein Sondereinsatzkommando hatte den 21-Jährigen aus der Region am Donnerstag festgenommen (wir berichteten).


»Wir arbeiten derzeit intensiv an den Vorbereitungen für eine Gegenüberstellung«, sagte Polizeisprecher Franz Sommerauer von der Sonderkommission »14. Juli« gestern der Heimatzeitung. Sarah, nach deren Angaben auch das Phantombild des Täters zustande kam, könnte bei einer Gegenüberstellung womöglich eine für die Ermittlungsarbeit entscheidende Aussage machen. Sarah war am 14. Juli in der Nacht auf dem Nachhauseweg in der Berchtesgadener Straße in Bad Reichenhall überfallen und mit mehreren Messerstichen schwerst verletzt worden. Zuvor hatte der Täter einen 73-jährigen Pidinger in der Poststraße getötet.

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Dank an alle Unterstützer

Währenddessen überschlagen sich in Facebook die Wortbeiträge unzähliger Nutzer, die Sarah alles Gute wünschen. Sarah hatte Ende vergangener Woche einen Brief über Bad Reichenhalls Oberbürgermeister Dr. Herbert Lackner veröffentlichen lassen, in dem sie sich bedankt. »A herzliches Vergelt's Gott an alle, die als Ersthelfer, Versorger, Rettungsdienst, Polizei und Kriseninterventionsdienst (...) sofort die richtigen und wichtigen Entscheidungen getroffen haben, um mein Leben gekämpft haben.«

Sarahs Brief macht derzeit im Internet die Runde, Hunderte Kommentare wurden zum Thema geschrieben. So schreibt die Facebook-Nutzerin Teffi Zaubermaus: »Liebe Sarah, du bist unglaublich stark. Allen Respekt, du kämpfst und kämpfst. Diesen Kampf musst du nicht allein durchstehen, in Gedanken sind wir bei dir.«

Groß angelegte Spendenaktion

Nutzerin Petra Rose ist ergriffen von Sarahs persönlichen Worten: »Das zerreißt doch einem das Herz. Wünsche dir viel Kraft für deine Zukunft und gib die Hoffnung nicht auf. Viele sind in Gedanken bei dir.« Klara Mehmedagic-Vesela schreibt: »Oh, mein Gott. Ich möchte die Kleine so gerne umarmen, fest drücken. Gute Besserung, liebe Sarah.« Und Thomas Diem meint: »Da kriegst Gänsehaut beim Lesen. Ich wünsche ihr viel Kraft, die sie die nächste Zeit sicher brauchen wird, das Ganze zu verarbeiten. Falls man das überhaupt kann.«

Die Solidarität scheint derzeit grenzenlos, nicht nur von Nutzern aus Bad Reichenhall stammen die Wortbeiträge, aus dem gesamten Landkreis und darüber hinaus melden sich Menschen zu Wort, die der 17-Jährigen Kraft wünschen. Vor wenigen Tagen hat sich die Froschhamer Zunft eingeschaltet. Froschham ist eine Gemarkung in der ehemaligen Gemeinde von St. Zeno. »Die Vorstandschaft um Zunftmeister Hans-Günter Reiser sorgt für eine ausgewogene Mischung aus caritativen Pflichten, religiösem Engagement und sozialer Begegnung«, heißt es auf dem offiziellen Internet-Auftritt. Die Reichenhallerin Sandi Rieder von der Froschhamer Zunft hat in einem Facebook-Beitrag zum Spenden aufgerufen: »Durch die brutale Messerattacke am 14. Juli wurde sie (Sarah; Anm. d. Red.) schwer verletzt und es entstehen erhebliche Kosten für die Familie.« Die Froschhamer Zunft hat deshalb ein Spendenkonto eingerichtet und garantiert, dass alle Spenden centgenau bei Sarah ankommen werden. Hinzu kommt, dass in Bad Reichenhall Sammelbüchsen verteiltwurden. Flyer machen die Runde, auf denen zum Spenden aufgerufen wird.

Die Resonanz auf die Aktion ist riesig, »finde ich super«, schreibt etwa Michael Brauner. »Ich überweise in den nächsten Tagen«, meint Sybille Frank. Ulli Kastner Kilian Pfeiffer