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Praktikantin auf dem Perlerkaser

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Almhelferin Christine Härtl ist mit der Schubkarre auf dem Weg zum Schweine füttern. Im Hintergrund der Perlerkaser.
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Tierische Idylle auf dem Perlerkaser: Raus in die Natur mit den Prachtkerlchen. (Fotos: B. Stanggassinger)
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Die Christine scheut keine Arbeit, hier mistet sie den Kälberstall aus. Das Kälbchen darf zuschauen.

Berchtesgaden – Christine Härtl war eine Woche Almhelferin am Perlerkaser. Die 42-jährige, sympathische Frau ist gebürtige Bambergerin und wohnt in München. Sie ist studierte Diplommathematikerin und arbeitet zur Zeit als Verkehrsleiterin im DB-Fernverkehr.


Mit Landwirtschaft hatte sie bis jetzt noch nichts zu tun. Die Liebe zu Tieren und zur Natur entdeckte sie während ihrer Wanderungen in den Münchner Hausbergen, Tegernsee und Garmisch. Die Nähe zur Natur hat sie neugierig gemacht. Sie wollte mehr wissen, nicht nur, dass die Milch aus der Verpackung kommt. So hat sie am Spitalhof in Kempten einen einwöchigen Melkkurs für Alppersonal absolviert.

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»Dann hat mich das Almfieber gepackt«, erzählt sie dem »Berchtesgadener Anzeiger« bei einem Besuch am Perlerkaser. Ende Juli geht sie noch für eine Woche in die Schweiz in den Kanton Uri. Auf einer Alm in 1 800 Meter Höhe will sie das Käsemachen lernen. Die Woche am Perlerkaser arbeitete sie mit dem Senn Heinz Wydrych zusammen. Er ist ein 74-jähriger gebürtiger Wiener, lebt in Stuttgart, war Bäcker und ist Rentner. Diesen Sommer ist er Senn am Perlerkaser. Um 5 Uhr heißt es aufstehen, Kühe holen und melken. Man hat hier den ganzen Tag Arbeit. Christine Härtl ließ sich bei der Arbeit zuschauen, als der Senn beim Milchliefern war. Schweine füttern, Kälberstall ausmisten und natürlich eine Almbrotzeit für den »Anzeiger«-Fotografen herrichten. Acht Milchkühe, neun Jungtiere und zwei Schweine müssen täglich versorgt werden. Mit den Gästen, die hier herkommen, hat die Almhelferin ihre Gaudi: »Man lernt viele Leute kennen.« Die Christine spielt Trompete und bäckt gerne Kuchen. Jetzt hofft sie, vielleicht im nächsten Sommer eine Stelle als Sennerin zu bekommen, denn das Almleben gefällt ihr. Bernhard Stanggassinger