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»Preisanpassung« bei der »MoiZeit«

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Im »Haus der sozialen Dienste« gibt es unter anderem einmal wöchentlich eine warme Mahlzeit für Bedürftige. Die ist aber nun nicht mehr ganz umsonst, sondern kostet 1 Euro. (Foto: Kastner)

Berchtesgaden – »MoiZeit« heißt es seit einem guten halben Jahr jeweils mittwochs von 11.30 bis 14.30 Uhr im »Haus der sozialen Dienste« am Berchtesgadener Franziskanerplatz. Einmal wöchentlich bekommen Bedürftige in der Bürgerbegegnungsstätte ein warmes Essen. Bislang als Spende der Caritas, seit dem Sommer gegen einen kleinen Unkostenbeitrag. 1 Euro kostet das Essen nun, 50 Cent werden für Kaffee und Kuchen verlangt. »Das führt zu größerer Wertschätzung für die ausgegebenen Speisen«, sagt Caritas-Kreisgeschäftsführer Rainer Hoffmann. Durchschnittlich 30 Personen nehmen jeweils mittwochs das Angebot der Caritas an. »Die Nachfrage hat sich nicht verringert, seit wir einen kleinen Beitrag erheben«, sagt Rainer Hoffmann. Es sind in erster Linie Hartz-IV-Empfänger, Rentner und Menschen in sozialer Notlage, die das Angebot annehmen. Den Unkostenbeitrag können ziemlich alle bezahlen. Kritik muss sich die Caritas allerdings von einem ehemaligen Mitarbeiter gefallen lassen. »Erst wenn der Euro im Spendenschwein erklingt, eine Mahlzeit bei der Caritas rausspringt«, kritisiert der Berchtesgadener. Das weist der Caritas-Geschäftsführer zurück. »Wer den einen Euro nicht aufbringen kann, der bekommt das Essen natürlich auch umsonst«, erklärt Hoffmann. Aber natürlich müssten sich alle Essens-Empfänger als bedürftig ausweisen: mit dem Nachweis über eine Schuldnerberatung, einer Tafelmitgliedschaft oder einem Hartz-IV-Beleg.


Insgesamt ist Rainer Hoffmann mit der Entwicklung im »Haus der sozialen Dienste« sehr zufrieden. »Es hat sich wirklich zu einem kleinen Sozialzentrum entwickelt«, erklärt der Caritas-Kreisgeschäftsführer. Intensivieren will man in nächster Zeit aber wieder die geistliche Betreuung beim »MoiZeit«-Projekt. »Wir wollen Pater Kajetan künftig noch mehr einbinden und das Ganze neu konzipieren«, kündigt Caritas-Geschäftsführer Hoffmann an. UK

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