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Protestfahrt von 150 Wildwassersportlern

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An einer Protestfahrt mit Kanus, Kajaks und Raftingbooten auf der Saalach beteiligten sich etwa 150 Wassersportbegeisterte. (Foto: Bauregger)

Unken/Schneizlreuth – Mit einem thematisch breit angelegten Informationsmarkt am alten Sportplatz in Unken und Aktionen im und an dem Gebirgsfluss, gelang es der kürzlich gegründeten Bürgerinitiative »Wasser ist Leben – Rettet die Saalach« am Sonntag, einige Hundert Interessierte anzusprechen. Die Bürgerinitiative wollte damit die Bevölkerung des Saalachtales »wachrütteln« wie deren Sprecher Bernhard Berger und Guido Krütschnigg sagten und einen Gegenpol zu der, wie sie sagten, derzeit ziemlich einseitigen Informationspolitik setzten.


Etwa 150 Wassersportler unterstützten dies wirkungsvoll mit ihrer Protestfahrt auf der Saalach zum Veranstaltungsort. Bemerkenswert war es sicher auch, dass am Nachmittag auch Josef Reschen und Hans Abfalter jun. als Vertreter der Projektbetreiber zur Veranstaltung kamen und sich den Fragen der Besucher stellten.

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Zusammengefasst kann man sagen, dass die Mitglieder der Bürgerinitiative, die meisten der befragten zahlreichen Besucher, aber auch die Fachleute und Aktivisten der verschiedenen Interessensgruppen an den Informationsständen davon überzeugt sind, dass die Realisierung des geplanten Saalach-Wasserkraftwerkes nachhaltig negative Auswirkungen auf den Wildwassersport, den naturnahen Tourismus, für die Nutzer der Pilger- und Weitwanderwege, die überregionalen Radwege sowie die Fischerei haben würde. Das größte Problem sehen alle in der mehr als sieben Kilometer langen Restwasserstrecke.

Nicole Lohfeyer vom Tourismusverband Salzburger Saalachtal, Toni Möschl als Vertreter der Unkener Privatzimmervermieter und Bernhard Flatscher als Vertreter der Wirte und Hoteliers in Unken waren ebenfalls dabei. Nicht nur aus der Brille des Tourismus betrachtet wäre nach ihrer Ansicht die Realisierung des Kraftwerks »ein Verbrechen an der Saalach«. Die Degradierung der Saalach in der Restwasserstrecke zu einem »Bächlein« mit großflächigen, brachliegenden Kiesflächen und einer nach sich ziehenden Verbuschung würde auch das Touristikkonzept, in dem unter anderem mit »Wilde Wasser« geworben wird, zunichte machen. Die meisten der Gäste kämen derzeit nämlich wegen der unberührten Natur, weil sie an der Saalach wandern oder etwa an den flachen Uferbereichen wie etwa dem »Alder-Strand« mit den Kindern Baden oder im Wasser spielen wollen. Auch der etwa von Pilgern als »schönster Jakobswegabschnitt« oder »schönster Abschnitt des Mozart- und Tauernradweg« beschriebene Abschnitt würde sicher auch bald nicht mehr so bewertet.

Weiters ermögliche die Saalach den Outdooranbieter, den Kanuten und Wildwassersportlern nicht nur die Ausübung ihres Freizeitsports, sondern sei immer wieder Austragungsort nationaler und internationaler Wettkämpfe.

Erich Prechtl von der Saalach Allianz zeigt sich enttäuscht darüber, dass 2001 alle Bürgermeister der Saalach-Anliegergemeinden in der Saalach-Resolution festschreiben, dass die Saalach unantastbar bleiben soll und sich derzeit offenbar niemand mehr dazu verpflichtet sieht, dazu auch jetzt zu stehen und aktiv zu werden.

Wie der Obmann des Outdoor Wildwasserverbandes Salzburg Andreas Vogelstätter sagte, könnten Raftingtouren oder auch Kanufahrten auf der Restwasserstrecke vermutlich nicht mehr durchgeführt werden. Dass die Wassersportler hinter dieser Meinung stehen, zeigten sie mit einer von akustisch mit Trillerpfeifen verstärkten Protestfahrt mit Kanus, Kajaks und Raftingbooten auf der Saalach bis zum Veranstaltungsort, an der sich etwa 150 Wassersportbegeisterte beteiligten.

Auch für die Saalachfischer auf Pinzgauer Seite und in Bayern ist nicht die Energiegewinnung aus Wasserkraft das Problem, sondern wiederum die veränderte Flussökologie in der Restwasserstrecke. Wie der Pinzgauer Bezirksfischermeister Reinhold Riedlsperger sagte, würde die seichte Restwasserstrecke auch das seit 20 Jahren verfolgte Äschenprojekt mit Nachzucht und Besatz der Saalach gefährdet. Werner Bauregger