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Radeln und Wandern mit Meerblick

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Elba ist auch ein Paradies für Biker. Das erlebten Radsportler aus dem Berchtesgadener Land kürzlich bei ihrem Ausflug auf die Mittelmeerinsel. (Fotos: privat)
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Das Bergdörfchen Rio nell'Elba liegt 180 Meter über dem Meer.

Portoferraio – Nicht nur das sportliche Angebot Elbas entdeckte dieser Tage eine Gruppe von Radsportlern aus dem Berchtesgadener Land. Auch historisch und kulinarisch begeisterte die Mittelmeerinsel die Urlauber.


Die Anreise der Radsportler aus dem Berchtesgadener Land erfolgte mit einem Kleinbus. Von Piombino aus setzte man mit der Fähre über. Und weil der Hafen von Portoferraio nur zehn Kilometer vom Festland entfernt liegt, konnten die Berchtesgadener schon kurz darauf die Insel erkunden.

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Das Quartier der Berchtesgadener lag an der Südostküste der Insel, an der Bucht von Naregno am Fuße des Magnetberges Calamita. Die erste Ausfahrt mit dem Mountainbike führte die Radsportler gleich nach Capoliviere hinauf – entlang der alten Bergwerkstraße, die sich auf halber Höhe, relativ flach um den Hang von Calamita zieht. Von dort überblickt man die südliche Küste der Insel, bei guter Sicht die Landzunge von Fetovaia und Monte Capanne, mit 1 018 Metern die höchste Erhebung der Insel.

Nach einigen Kilometern kam die Gruppe an der ehemaligen Grube vom Calamitaberg vorbei und fuhr durch eine aus Kiefern, Robinien und Mimosen bestehende Vegetation leicht bergauf weiter. Dieser Landstrich zählt zu den wildesten und unversehrtesten Küsten der ganzen Insel, immer von verlassenen Badestränden begleitet. Die Cappucino-Bucht, das Tagesziel mit einer netten, kleinen Fattoria, war bald erreicht.

Am nächsten Tag war Rio nell’Elba das auserwählte Ziel. Über Porto Azzurro führte die Route in sanften, zahlreichen Kehren in den Nordteil der Insel. Auf knapp 180 Metern über dem Meer liegt dieses alte Bergdörfchen mit seinem mittelalterlichen Kern. Der weite Ausblick, den man von hier oben genießt, war im Mittelalter oft lebensrettend, herannahende Feinde konnten rechtzeitig ausgemacht werden. Von der idyllischen Piazza del Popolo geht es nochmals ziemlich anstrengend hinauf nach Volterraio. Von dort aus erwartete die Berchtesgadener eine rasante Abfahrt. Mit einem Streifzug durch die Geschichte, denn Napoleon ist überall gegenwärtig, gönnten sich die Radsportler einen Ruhetag. Im Rahmen einer Insel-Rundfahrt mit dem Bus kamen die Berchtesgadener auch an der Sommerresidenz Napoleons, einer Landvilla im hinteren Teil des Tals San Martino, vorbei.

Die warmen Temperaturen veranlassten die Urlauber, in der Bucht von Fetovaia einen der schönsten Badestrände im Westen zu besuchen. Ausklingen ließ man den Tag mit einem abendlichen Besuch im malerischen Bergdorf Capoliveri, das weithin sichtbar in traumhafter Lage auf einer lang gezogenen Terrasse thront. Besonders die winklig ineinander verschachtelten Häuser und Vicoli (Treppengässchen) machen den Charme Capoliveris aus. Am nächsten Tag entschied sich ein Teil der Gruppe für eine Biketour nach Capo d’Enfola, das wie ein grüner Kegel auf einer westlich von Portoferraio gelegenen Landzunge aus dem Meer heraus ragt. Hier findet man saubere Kiesbuchten mit steil abfallender Felskulisse. Alternativ unternahm die andere Gruppe eine kombinierte Radl-Bergtour zur Madonna di Monserrato, einer Wallfahrtskirche am Felsen des Monte Castello. Die einstündige Besteigung führte die Berchtesgadener durch die typische Vegetation des Mittelmeerraums – und das bedeutet vor allem eins: Macchia. Man durchwandert hier lichten Pinienwald, daneben treten noch Kork- und Flaumeichen, Aleppokiefern und diverse andere Kiefernarten auf. Weiter oben säumen Zistrosen, Mastix, Ginster, Myrte und Buschlavendel den Weg. Nach kurzer, leichter Kletterei angekommen, wurden die Gipfelstürmer mit einem grandiosen Panorama belohnt.

Elba ist nicht nur ein sportliches, sondern auch ein kulinarisches Paradies. Fisch und Meeresfrüchte kommen in unzähligen Variationen und Gängen auf den Tisch. Lohnend ist auch ein Besuch der Wochenmärkte, zumindest für die weiblichen Teilnehmer. In einem farbenprächtigen Durcheinander fanden auch die Berchtesgadener etwas. Denn ohne Mitbringsel keine Heimfahrt. Aber alle wollen wiederkommen, denn die Insel hat noch so viel zu bieten. fb