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Radsportler und Musikfreund

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Untersteins neuer Pfarrer Herwig Hoffmann. Foto: Anzeiger/Pfeiffer

Schönau am Königssee – Herwig Hoffmann ist seit Anfang Oktober neuer Pfarrer in Unterstein. Zuvor war der 52-Jährige 15 Jahre lang in Tacherting. Dass er Geistlicher werden sollte, war aber nicht von Anfang an klar. Auch wenn der Abschied von seiner alten Wirkungsstätte schwer fiel, freut sich der Kirchenmann auf seine Tätigkeit in der neuen Gemeinde – und auf die »großartige Landschaft«. Denn Hoffmann ist Naturfreund durch und durch.


Für Gott interessierte er sich schon immer. Pfarrer wollte Herwig Hoffmann aber nicht werden. Zumindest nicht von Beginn an. »Ich kannte ein paar Theologen, die haben mir das schmackhaft gemacht«, sagt er.

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Und Religionslehrer? War Hoffmanns Fall nie, dann schon eher Geistlicher. Deshalb schrieb er sich in München für das Theologiestudium ein, 1992 folgte der Abschluss. Zunächst war er Diakon in Flintsbach am Inn, später Kaplan in Taufkirchen und in Moosburg. 1998 ging es nach Tacherting, wo er später auch die Ortsteile Emertsham und Peterskirchen mitbetreute. Dass er dort nicht für immer bleiben würde, war ihm klar, trotzdem fiel ihm der Abschied nun, nach 15 Jahren, schwer. »Man hat sich gut eingelebt, man kennt eine Menge Leute.« Im März dieses Jahres folgte der Anruf, dass es nun weitergehe für den Pfarrer – an einer neuen Wirkungsstätte. »Mittenwald habe ich noch abgelehnt«, sagt Hoffmann. Bei Schönau am Königssee konnte er nicht mehr »Nein« sagen. »Landschaftlich ist die Gegend sehr attraktiv, das gefällt mir«, sagt der Kirchenmann, der momentan dabei ist, seine Wohnung im Pfarrhaus einzurichten, sein Büro ebenso. »Es ist noch einiges zu tun.«

Zu tun ist auch noch viel in Schönau am Königssee. In den letzten Jahren haben dort viele Ministranten das Handtuch geworfen. 13 sind verblieben. Zu wenig. »In Tacherting hatten wir 130«, sagt er. In Ramsau seien es etwa um die 40. Kürzlich wurde Herwig Hoffmann in der Pfarrei eingeführt, neben Unterstein kümmert er sich ab sofort auch um Ramsau – gemeinsam mit Pater Kajetan, der als Hoffmanns Kaplan viele Gottesdienste leiten wird. Hoffmann wird sich das Kirchenleben in der Gemeinde zunächst genau anschauen. Denn immerhin gibt es im Talkessel Bräuche, von denen er noch nichts gehört hat. Für die Bürger seien diese selbstverständlich, »ich hoffe, ich erfahre alles rechtzeitig«, gibt er mit einem Lächeln zu verstehen.

Er freut sich, dass er in naher Zukunft wieder einen Kollegen aus vergangenen Zeiten wiedertrifft: Berchtesgadens neuen Pfarrer Thomas Frauenlob. »Wir waren gemeinsam im Weihekurs von 1993.« Frauenlob ging dann nach Rom, Hoffmann blieb in Deutschland, schlug hier seine weitere Priesterlaufbahn ein. »Ich freue mich, dass wir nun durch Zufall wieder zusammenkommen.« »Prägnant« möchte er das Kirchenjahr in Schönau am Königssee und Ramsau gestalten, »Akzente setzen«. Veränderungen? Nur im Detail, meint er.

In seiner Freizeit ist Hoffmann gerne mit dem Fahrrad unterwegs. »Ich bin schon durch ganz Europa geradelt«, sagt der Gottesdiener. Seit 30 Jahren fährt er mit dem Tourenrad durch die Lande. Am Samstag hat er sich über den Hirschbichl aufgemacht, später ging es entlang des Tauernradweges, 170 Kilometer im Gesamten. Im Winter ist Pfarrer Hoffmann mit den Schneeschuhen in den Bergen. »Denn Ski fahren kann ich nicht.« Klettern ist für den Geistlichen auch nichts. Er hat Höhenangst. Aber das ist nicht weiter tragisch, immerhin gibt es ausreichend Möglichkeiten, in der Natur unterwegs zu sein.

Zu Hause hört der Pfarrer gerne Musik. Musik, die er von seinen Radreisen aus ganz Europa mitbringt. Auch klassische Töne gefallen ihm, mit Fußball hat er allerdings nichts am Hut. »Das war noch nie mein Fall«, sagt er mit einem Lächeln. Kilian Pfeiffer