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Ramsau steht zur BGLT

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Die Gemeinde Ramsau wird zukünftig, wenn die Neustrukturierung der BGLT abgeschlossen ist, unter der Marke »Berchtesgaden« und dem Geschäftsbereich »Bergerlebnis« stehen. Der Gemeinderat begrüßt den neuen Weg der BGLT. (Archivfoto: Wechslinger)

Ramsau – Der Gemeinderat Ramsau hat am Dienstagabend mit einer Gegenstimme entschieden, den Weg der Neustrukturierung der BGLT mitzugehen. Somit ist die Gemeinde Ramsau als eine der fünf Talkesselgemeinden zukünftig dem Geschäftsbereich »Bergerlebnis« unterstellt. Allerdings werden die Verträge derzeit laut Bürgermeister Herbert Gschoßmann noch überprüft. »Es muss am Ende auch für Ramsau eine verträgliche Lösung sein«, sagte der Bürgermeister. »Solange es nicht zu allen Punkten Klarheit gibt, wird keine Kooperationsvereinbarung unterschrieben«, versicherte er den Gemeinderatsmitgliedern.


Wie berichtet, hat die Berchtesgadener Land Tourismus Gesellschaft einen großen Schritt in seiner Neustrukturierung getan. Die Ramsau ist davon betroffen und hat nun als erste Gemeinde einen Beschluss zum Thema gefasst.

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Bürgermeister Herbert Gschoßmann erläuterte dem Gemeinderat in der Sitzung am Dienstagabend, was für die Zukunft des Tourismus geplant ist. Demnach gibt es in der künftigen BGLT den Geschäftsbereich »Bergerlebnis« und den Markennamen »Berchtesgaden«, den auch die Ramsau wegen seiner Bekanntheit nutzt. Davon profitieren laut Gschoßmann alle fünf Talkessel-Gemeinden. Im für die Ramsau maßgeblichen Geschäftsbereich wird es einen Tourismusdirektor geben und darüber einen Beirat. »Wer der Tourismusdirektor sein wird, wie sich der Beirat zusammensetzt und wer was zu sagen hat, das wird man noch festlegen müssen«, fuhr der Rathauschef fort. Auch wer der Geschäftsführer der GmbH sein wird, wird zu gegebener Zeit entschieden. »All diesen Punkten braucht man sich nicht zu nähern, bevor sich die Gemeinden nicht im Grundsatz für diesen Weg aussprechen.«

Keine Zentralisierung in Richtung Berchtesgaden

Genau das hat Ramsau nun getan. Im Beschluss wurde auch darauf hingewiesen, dass der Geschäftsbereich »Bergerlebnis« weitgehend selbstständig im Bezug auf Personal, Finanzen und Inhalte ist. Weiters solle sich aus der Marke »Berchtesgaden« jede Gemeinde so gut wie möglich entwickeln, mit eigenen wichtigen Begriffen und Merkmalen wie »Bergsteigerdorf« und »Königssee«. Das bedeute keine Zentralisierung in Richtung Berchtesgaden. Außerdem soll die Zusammenarbeit der fünf Talkesselgemeinden weiter intensiviert werden. »Vertragsentwürfe, die die künftige BGLT betreffen, werden derzeit ausgearbeitet«, so der Bürgermeister. »Das Thema wird uns die nächsten Monate nicht nur einmal beschäftigen.«

»Nicht sinnvoll, auf eine Dachmarke zu verzichten«

Gemeinderatsmitglied Richard Graßl (CSU) kritisierte die Art der Neustrukturierung. »Ich finde es bezeichnend, dass selbst aus den Reihen der Mitglieder des Lenkungsgremiums Kritik kam«, so Graßl. Er befand es für »nicht sinnvoll«, auf eine Dachmarke zu verzichten. »Der Bereich Wirtschaft arbeitet weiter mit dem Begriff Berchtesgadener Land. Wir als kleiner Landkreis werden auf lange Sicht mit dreieinhalb Marken untergehen. Das sind zu viele und nicht zukunftsweisend.« Dreieinhalb Marken deshalb, weil Graßl den Rupertiwinkel als Submarke miteinbezieht. Graßl stimmte als einziger Gemeinderat mit Nein.

Rudi Fendt vom Ramsauer Wahlblock nannte die Neustrukturierung »längst überfällig«. Fendt äußerte seine Freude zur Einigung zwischen nördlichem und südlichem Landkreis: »Wir müssen einfach vom Kirchturmdenken wegkommen.« Einen Wunsch äußerte der zweite Bürgermeister allerdings: »Ich wünsche zukünftig eine glücklichere Hand bei Personalentscheidungen, betreffend Führungspersonen.«

Dritter Bürgermeister Josef Maltan (CSU) meldete sich zu Wort: »Es geht um eine Grundausrichtung. Die Marke ist aus touristischer Sicht Berchtesgaden, und wir fünf Gemeinden des Talkessels müssen an einem Strang ziehen.« Hannes Grill vom Ramsauer Wahlblock sagte dazu: »Berchtesgaden ist einfach bekannt, das wussten schon unsere Großväter. Deshalb heißt es ja Ramsau bei Berchtesgaden.« Es sei gut, dass der touristische Bereich nicht der Wirtschaftsförderungsgesellschaft untergeordnet ist, »das wäre fatal gewesen«. Grill äußerte noch ein Anliegen: »Ramsau sollte auch im Beirat der BGLT vertreten sein.« Auch Sebastian Karl vom Ramsauer Wahlblock wünschte sich, »kompetente Leute in den Beirat zu bringen«.

Bürgermeister Herbert Gschoßmann sagte abschließend: »Am Ende muss ein Mehrwert erkennbar sein, es muss Struktur reinkommen.« Gschoßmann gab zu, es sei schwer, die Gesellschaftsverhältnisse zu durchschauen. Die Verträge werden aber erst unterschrieben, sobald Klarheit in allen Dingen herrsche. Annabelle Voss