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Rauschbrille und Drogenkoffer gegen die Sucht

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Dr. Gert Helms stellt die Anti-Alkoholstation des Drogenkoffers vor. (Foto: Hofreiter)

Schönau am Königssee - Mit einer Projektwoche haben die beiden achten Klassen des CJD-Gymnasiums Christophorusschule einiges über Drogenmissbrauch und Suchtprävention gelernt. Sie hörten Vorträge von Referenten und Mitarbeitern der Schule, der Caritas Bad Reichenhall, der Polizei, des Bayerischen Roten Kreuz. Erstmals war auch die Nationale Anti Doping Agentur »NADA« mit einem Antidoping-Programm dabei. Am Ende gab es das Kabarett »Gesundheit« mit dem Salzburger Ingo Vogl für die Klassen sieben bis elf zu sehen.


Die Projektwoche bestand teils aus Vorträgen, teils aus praktischen Übungen. Die kompetenten Mitarbeiter stießen auf Interesse bei den Jugendlichen, wie die Ergebnisse der Übungen bewiesen.

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Am Montag starteten beide achten Klassen mit dem flotten Anti-Alkohol-Partyspiel »voll die Kanne« und merkten bald, bis zu welchem Grad sie sich auch mit Limonade »betrin-ken« können. Mithilfe mehrerer Gruppenspiele schärften die Caritas-Mitarbeiter Julia Schmied und Marco Balonier das Bewusstsein der Schüler, damit sie nicht in Suchtverhalten jeder Art, wie zum Beispiel auch Facebook, geraten und die Kontrolle verlieren.

Am Dienstag arbeiteten sich die Teilnehmer mit den Klassenleitern und Organisatoren der Projektwoche, Brigitte Hofreiter, Hans-Peter Hoffmann und Dr. Gert Helms sowie den Kollegen Tamara Ennenmoser-Schurich und Michael Birringer durch vier Stationen des »Drogenkoffers«. Dabei kreierten die Gruppen zum Beispiel Anti-Alkohol- und Anti-Nikotin-Slogans und inszenierten eine Talkshow gegen Drogen.

Besonderes Erstaunen erweckte die Übung mit der »Rauschbrille«, die einen erhöhten Alkoholspiegel simulieren soll. Danach folgte ein Vortrag der Referentin der Antidoping-Association NADA, Irene Basten. Sie kam extra aus Bonn. Dazu gestalteten die Schüler anschließend Plakate gegen Doping: Stichworte wie Dopingmentalität, Verhalten im Krankheitsfall, Nahrungsergänzungsmittel und die Folgen von Doping waren die Themen.

Die Polizisten Regina Dörr und Sven Böttrich nahmen sich am Mittwoch und Donnerstag dem Thema Gewaltprävention an. Durch ein abwechslungsreiches, pädagogisches Übungsprogramm schulten sie die Jugendlichen, auf Gefahrenquellen in ihrer Umgebung zu achten, die auf Gewalttaten hinweisen. Sie lernten, gegebenenfalls einzuschreiten, wenn Leute attackiert werden. Auch, wie sie sich wehren, wenn sie selbst das Opfer sind.

Auch zwei Mitarbeiter des Bayerischen Roten Kreuzes, Florian Baumann und Sebastian Streicher, gaben jeweils einen Vormittag lang Informationen über prekäre gesundheitliche Situationen und deren Entstehung mit den Schwerpunkten Druckverband, stabile Seitenlage, Wundverband und Maßnahmen bei den Folgen von Herz-Kreislauferkrankungen, wie Schlaganfall oder Herzinfarkt. Die Schüler übten an einer Puppe Reanimationsmaßnahmen.

Nach der umfangreichen und informativen Woche voll Unterricht war es am Freitag umso unterhaltsamer, die neu gewonnenen Erkenntnisse während des Kabaretts des Salzburger Künstlers Ingo Vogl zu vertiefen, der bereits seit Jahren vielen Schulklassen seine Erfahrungen als Rettungssanitäter in der New Yorker Bronx vermittelt. In charmanter Art, aber auch auf drastische Weise, brachte er die Schüler zum Nachdenken, warnte sie mit Beispielen vor Gefahren und ließ den Humor nicht zu kurz kommen.

Die Aidshilfe Salzburg ist am 17. April in der Schule eingeladen. fb