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Regen und Schnee am Venediger Höhenweg

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Während zwei Teilnehmer noch den Wildenkogel bestiegen, nahmen die anderen den langen Abstieg zum Matreier Tauernhaus in Angriff. Fotos: DAV
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Nasser und rutschiger Übergang zur Bonn-Matreier-Hütte.
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Über den Rauhkopf-Übergang ging's zur Badener Hütte.

Berchtesgaden/Bichl – Eigentlich hätten sie daheim bleiben müssen, schließlich war der Wetterbericht für die Ostalpen mit der Ankündigung von Schnee bis unter 2 000 Meter sehr schlecht. Aber die Vorfreude der 13 Teilnehmer der DAV-Sektion Berchtesgaden war riesengroß und so sollte wegen der schlechten Aussichten keiner auf die Tour über den Venediger Höhenweg verzichten.


Regenzeug, Mütze und Handschuhe waren natürlich im Rucksack, als in Bichl im hinteren Virgental in Osttirol gestartet wurde. Nach der Einkehr in der Stabanthütte fing es auch schon an zu regnen – eigentlich goss es sogar in Strömen. Die nasse Kleidung konnte man aber in der ersten Übernachtungshütte, der gut ausgestatteten Neuen Sajathütte auf 2 600 Metern, wieder trocknen.

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Aufpassen hieß es nächsten Tag auf dem sehr schmalen, nassen und rutschigen Weg zur Bonn-Matreier-Hütte. Bis zur Eisseehütte (2 521 Meter) blieb es wenigstens von oben trocken, am Weiterweg regnete es dann, bei der Hütte schneite es. Das Haus gehört einer deutschen und einer österreichischen Sektion: Bonn und Matrei – und alles funktioniert tadellos. Wieder freuten sich die Berchtesgadener hier über eine hervorragende Unterkunft auf 2 750 Metern – höher als der Watzmann. »Nette Wirtsleute, gutes Essen – es ging uns gut«, so das Fazit der Sektionsmitglieder.

Einen Gipfel wollte man schon gerne mitnehmen. Der Rauhkopf (3 070 Meter) lag direkt am Weg, das kurze Schönwetterfenster ermöglichte eine Besteigung. Tief verschneit waren die Kälber- und Galtenscharte, die Markierungen mussten die Berchtesgadener suchen. Beruhigend war, dass der Steig so gut drahtseilgesichert war. Der Himmel verfinsterte sich schon wieder, schnell rauf zur letzten Unterkunft, der Badener Hütte auf 2 608 Metern.

Der Schneesturm in der Nacht hatte die Wolken vertrieben, am nächsten Morgen herrschte strahlender Sonnenschein, aber es war sehr kalt. Frisch angeschneit standen sie da, die Dreitausender der Venedigergruppe: die Kristallwand, der Hohe Zaun, das Rainerhorn, die Schwarze Wand und über allem der Großvenediger. Die Berchtesgadener konnten leider nicht immer die schöne Landschaft anschauen, denn es hieß aufpassen – am Weg gab es viele eisige Stellen. Zur Wildenkogelscharte hinauf war’s noch richtig anstrengend im Schnee und Eis.

Nur zwei aus der Gruppe bestiegen noch den Wildenkogel (3 021 Meter). Für alle anderen ging es hinunter ins Gschlösser Tal; steil und schmierig war der Weg, auch noch unterhalb der Schneegrenze. Er führte durch eine äußerst wilde Gegend, vorbei an dunklen Bergseen und viel Wasser führenden Bächen. Die über 1 500 Höhenmeter Abstieg endeten beim Matreier Tauernhaus. Gut, dass die Bergsteiger aus Berchtesgaden vier Tage zuvor hier ihre Fahrzeuge abgestellt hatten. Ch.Z.