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»Routiniers der Blasmusik« in Berchtesgaden

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Bezirksdirigent Erhard Moldan (vorne) führte die Musikanten auch auf den Kehlstein.
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Im Probenlokal der Marktkapelle Berchtesgaden konnten die »Routiniers der Blasmusik« unter der Leitung von Gottfried Veit optimal ihrer Leidenschaft nachgehen. (Fotos: privat)

Berchtesgaden – 30 »Routiniers der Blasmusik« konnte Bezirksdirigent Erhard Moldan, gleichzeitig Dirigent der Marktkapelle Berchtesgaden, kürzlich zum gemeinsamen Musizieren in Berchtesgaden begrüßen. Die Veranstaltungsreihe hatte der Musikbund für Ober- und Niederbayern auf seiner jüngsten Delegiertenversammlung ins Leben gerufen.


Da eine der Veranstaltungen im Raum Berchtesgaden und Königssee stattfinden sollte, hatte sich das Präsidium des Musikbundes an Erhard Moldan gewandt. Geplant war, für Musiker und Musikerinnen des Musikbundes ab 55 Jahren ein musikalisches Wochenende unter dem Titel »Routiniers der Blasmusik« durchzuführen. Die organisatorische Leitung lag bei den Vizepräsidenten des Musikbundes, Franz Donauer und Flori Bauer, in enger Absprache mit Bezirksdirigent Erhard Moldan, der für die Organisation vor Ort verantwortlich war.

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Gottfried Veit als Dirigent

30 begeisterte Blasmusikanten aus den Bezirken Amper, Bayerwald, Chiem-/Rupertigau, Inn-Chiemgau, Isar-Mangfall, Isar-Vils-Rott, Mittelbayern und Oberland reisten am Wochenende nach Berchtesgaden, um hier ein aufregendes und inspirierendes Musikwochenende in zu erleben. Um das Holz-Register ausgewogen aufstellen zu können, halfen aus den benachbarten Musikkapellen Maria Gern und Marktschellenberg zwei begeisterte Musikanten kurzfristig aus. Dirigent Moldan von der Marktkapelle Berchtesgaden verstärkte das Trompetenregister.

Das Probenlokal der Marktkapelle Berchtesgaden bot den geeigneten Raum, um mit dem Dirigenten Gottfried Veit, Ehrenlandeskapellmeister von Südtirol, ganz schnell in den musikalischen Dialog einzutreten. Veit hatte seine musikalischen Studien am Mozarteum in Salzburg sowie am Konservatorium in seiner Heimatstadt Bozen absolviert. Er schrieb rund 300 Kompositionen für Blasorchester, Kammermusikensembles, Chöre, Klavier und Orgel. Seit dem Jahre 1995 ist Gottfried Veit Mitglied des Internationalen Musikbundes und des Südtiroler Künstlerbundes. Seine Stückeauswahl für die »Blasmusik-Routiniers« reichte von »Das Echo vom Königssee« über »Routiniers« von Josef Pirchmoser bis hin zum Bozener Bergsteigermarsch und ermöglichte ein intensives Arbeiten an Dynamik und musikalischem Ausdruck, ohne die Teilnehmer zu überfordern.

Herausforderung »Elfachteltakt«

Dabei gab es schon beim Einspielen und Aufwärmen überraschende Herausforderungen, denn kaum einer hatte das vorher schon in einem »Elfachtel- Takt« gemacht. Hohe Konzentration und Freude am gemeinsamen Spiel mit einem schließlich ausgewogenen Orchesterklang waren trotz der Blech- und Tuba-lastigen Besetzung das Ergebnis.

Nicht nur musikalische Eindrücke bleiben den Teilnehmern positiv in Erinnerung. Bezirksdirigent Erhard Moldan hat es auch verstanden, in seiner Heimat ein beeindruckendes Rahmenprogramm bis ins Detail zu organisieren. Mit hoher Sachkenntnis erläuterte er bei der Fahrt auf den Obersalzberg und zum Kehlsteinhaus den geschichtlichen Hintergrund seines Berchtesgadener Landls. Da er alle Berge rund um den Königssee auch auf schwierigen Routen selbst bestiegen hat, konnte er das Panorama von Lattengebirge, Untersberg, Watzmann und Hohem Göll bis hin zum Dachstein beschreiben und jeden Gipfel benennen. Leider reichte die Zeit nicht für die Gipfeltour vom Kehlsteinhaus über den Mannlgrat zum Hohen Göll, die manchen Teilnehmer durchaus gereizt hätte.

Ein besonderes Erlebnis für Musikanten und weitere Fahrgäste stellte die Fahrt über den Königssee nach Sankt Bartholomä dar. Ludwig Resch hatte seine Sammlung von Landlern und Polkas dabei, die zur Freude aller auf der Überfahrt spontan gespielt wurden. Natürlich durfte auch ein zweistimmiges Trompetensolo an der Echowand nicht fehlen. Das eigentlich im Freien geplante Abschlusskonzert musste witterungsbedingt zur Freude einer chinesischen Reisegruppe in den Festsaal des Jagdschlosses St. Bartholomä verlegt werden. Der Spielfreude tat dies aber keinen Abbruch.

Dieses Wochenende war der gelungene Einstieg in eine Veranstaltungsreihe, die vermutlich fortgesetzt wird und zur Tradition werden könnte. fb

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