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»Rufbus Berchtesgaden« abfahrbereit

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Ein kleiner Acht-Sitzer-Bus wie dieses Modell wird als Rufbus in Bischofswiesen und in der Ramsau unterwegs sein. (Foto: Hudelist)

Berchtesgaden – Nicht überall wo »Berchtesgaden« drauf steht, ist auch Berchtesgaden drinnen, aktuelles Beispiel der »Rufbus Berchtesgaden«. Eigentlich geht die Idee von Bischofswiesen aus und in einer ersten Stufe wird der Bus auch hauptsächlich Haltestellen in Bischofswiesen und in der Ramsau anfahren. »Dazu attraktive Ziele im Markt Berchtesgaden wie den Bahnhof und das Krankenhaus«, erklärt Michael Schmidt, RVO-Regionalleiter in Traunstein. Das heißt, der Rufbus wird vorerst nicht für Fahrten innerhalb von Berchtesgaden zur Verfügung stehen.


Gefahren wird die Rufbuslinie Bischofswiesen-Ramsau durch den RVO, Fahrgäste müssen sich zwei Stunden vor der gewünschten Fahrt telefonisch anmelden und werden dann an einer festgelegten Haltestelle abgeholt, der Fahrpreis wird 2 Euro betragen. Der Rufbus wird Montag bis Freitag zwischen 6 und 21 Uhr verkehren und an den Wochenenden von 7 bis 21 Uhr.

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Der Konzessionsnehmer RVO wird mit dem Betrieb einen Subunternehmer beauftragen, der einen VW-Bus mit acht Plätzen zur Verfügung stellen wird. »In der ersten Phase bedienen wir hauptsächlich Haltestellen innerhalb von Bischofswiesen und Ramsau«, so Michael Schmidt, »von diesen beiden Gemeinden aus sind auch ausgesuchte Haltestellen in Berchtesgaden wählbar wie zum Beispiel der Bahnhof oder das Krankenhaus«. Fahrten innerhalb von Berchtesgaden sind vorerst nicht vorgesehen, auch wenn das Projekt vom Landratsamt in »Rufbus Berchtesgaden« umgetauft wurde.

Der Regionalverkehr-Oberbayern hat schon Erfahrung mit fünf Rufbus-Systemen in den Landkreisen Traunstein und Rosenheim sowie in der Großen Kreisstadt Traunstein. »Seit 1. Oktober haben wir auch ein Rufbus-System im nordwestlichen Landkreis Traunstein aufgenommen«, erklärt Schmidt. Bisher hätte ein Acht-Sitzer-Bus ausgereicht, ob das auch in Bischofswiesen und der Ramsau der Fall sein wird, werde der Probebetrieb zeigen, »wir sind sehr gespannt«.

Interessant wird für den Betreiber und die Gemeinden vor allem, ob der Rufbus auch von Touristen angenommen wird, »denn die kleinen Busse haben ja den Vorteil, dass sie auch dahin kommen, wo wir mit den großen Bussen nicht hinfahren können«, so der RVO-Regionalleiter. Der RVO könnte mit dem Rufbus »sofort loslegen«, muss aber noch auf das endgültige grüne Licht vom Kreistag warten, dieser tagt am 23. Oktober das nächste Mal.

Treibende Kraft für den Rufbus war Bischofswiesens Bürgermeister Thomas Weber. Auf seinen Wunsch hin hat der Landkreis bereits im August Fördermittel bei der Regierung von Oberbayern beantragt. Ursprünglich sollte der Zweckverband Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee den Rufbus übernehmen, da er im Winter auch als Ski-Bus genutzt werden kann. Dies ist allerdings auf die Schnelle nicht möglich, daher wird der Landkreis selbst als Träger des Probebetriebes auftreten. Die Gemeinderäte in Berchtesgaden, Bischofswiesen und Ramsau haben dem Rufbus bereits zugestimmt. Michael Hudelist