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»Rufschädigende« Behauptungen

Bischofswiesen – Der Bund Naturschutz, Kreisgruppe Berchtesgaden, befürchtet auf der eigenen Homepage, dass den Insula-Bewohnern die Freitagszeitung unterschlagen wurde. Unter anderem war dort ein Leserbrief von Rita Poser vom Bund Naturschutz abgedruckt, der sich kritisch mit der Causa »Kressenfeld«, jenem Nachbargebiet der Insula, beschäftigte. Seit der Kressenfeld-Debatte ist das Verhältnis zwischen Naturschützern und Insula-Leitung nicht mehr das beste. Beim Bund Naturschutz fragt man sich, ob die Heimatzeitung bewusst zurückgehalten wurde: »Eine Form von Eigenzensur?« Rolf Hopmann, der Insula-Leiter, tobt. Zurecht.

Der Vorwurf ist hart: In Insula seien Zeitungen zurückgehalten und nicht an die Bewohner ausgeliefert worden. Die Post sagt, es sein ein Fehler unterlaufen. Fotos: Anzeiger-Archiv/Pfeiffer
Insula-Leiter Rolf Hopmann prüft wegen haltloser Vorwürfe, rechtlich gegen den Bund Naturschutz vorzugehen.

»Nein, eine Zeitung haben wir am Freitag nicht erhalten.« Das bestätigen dem »Berchtesgadener Anzeiger« mehrere Leser auf Nachfrage. Auch am Samstag wurde die Freitagsausgabe nicht nachgeliefert. Der Bund Naturschutz vermutet auf der Homepage, dass der Leserbrief Ausschlag gab, den »Berchtesgadener Anzeiger« in der Insula nicht zu verteilen. »Unsere Bewohner bekommen ihre Zeitung immer. Und wenn das einmal nicht so ist, dann liegt es nicht an uns.« Sondern an dem Zusteller, in diesem Fall die Deutsche Post, die für die Insula zuständig ist. Der Bund Naturschutz wettert im Internet gegen die Heimleitung weiter: »Es ist (...) eine Form der Zensur gegenüber den Senioren, die ja auf ihre Zeitung warten.«

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Also Zensur in der Insula? Nein, sagt eine Vertreterin der Deutschen Post auf Nachfrage. In der Tat war es zwar auch am Freitag zu Problemen bei der Zustellung gekommen. Der Postbote hatte die Tageszeitungen nicht in der Insula, sondern fälschlicherweise bei der Bundeswehr abgeliefert. Auch am Samstag, als sich die ersten Bewohner beschwerten, gab es für das Problem noch keine Erklärung. Erst über das Wochenende prüfte die Deutsche Post das »Verschwinden« – und schaffte damit eine einfache Antwort für die nicht zugestellten Zeitungen. Die kamen dann mit drei Tagen Verspätung am Montag.

Rolf Hopmann, der von den »ständigen öffentlichen Angriffen« genervt ist, überlegt, andere Mittel anzuwenden. »Das geht so einfach nicht mehr weiter. Das ist rufschädigend«, meint er.

Nachdem nun klar ist, dass es sich bei der verspäteten Zustellung um einen Post-Fehler handelt, ist die Sache aber noch immer nicht vom Tisch: In einem Regionalforum im Internet wird über das Thema diskutiert und auch die Meldung des Bund Naturschutz war gestern bis Redaktionsschluss noch immer online zu finden. Wenn es nach Rolf Hopmann geht, ist spätestens jetzt eine Entschuldigung fällig. Kilian Pfeiffer