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Die Bauruine im Nonntal sorgt für Unmut - auch beim Landratsamt. Foto: Anzeiger-Archiv/kp

Berchtesgaden - Mitten im Nonntal - eine Bauruine. »Das kann theoretisch auch noch länger so bleiben«, sagt Florian Kosatschek, Leiter des Geschäftsbereichs 3, Bauen und Umwelt, am Landratsamt Berchtesgadener Land. Der Bauwerber hatte mit einem Bagger in eine Wand eine Schneise schlagen lassen - trotz Denkmalschutzes. Daraufhin wurde der Bau eingestellt. Wie es weitergeht, ist fraglich.


»Die Wand hätte erhalten werden müssen«, sagt Kosatschek rückblickend. Hätte, müsste, sollte. Dann kam der Bagger. Bis vor Kurzem lagen sie noch, wohin das Auge reichte: Mauerreste, die bei den Abbrucharbeiten angefallen waren. Die Gemeinde Berchtesgaden hatte den Bauwerber in der Vergangenheit mehrfach daraufhin gewiesen, diese zu beseitigen. Und stieß dabei bislang immer auf Granit.

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Vor wenigen Wochen dann hat der Verantwortliche sauber gemacht, wie Gemeindegeschäftsleiter Anton Kurz auf Anfrage der Heimatzeitung bestätigt. Die Bauruine selbst bleibt aber zunächst so, wie sie ist: Kaputt, es regnet rein, Absperrgitter sichern den unteren Straßenbereich. »Es kann sein, dass weitere Mauerreste nach unten fallen«, sagt Kurz. Er hofft, dass es bald weitergeht mit der Baustelle. Denn schön sei das Straßenbild momentan nicht.

Dass der Bauwerber seinen alten Plan nicht weiterverfolgen kann, war von Anfang an klar. Und weil das denkmalgeschützte Mauerwerk sowieso schon zerstört ist, hat das Landratsamt den neuen Bauantrag des Bauwerbers genehmigt. »Keine Begeisterung« herrschte laut Kosatschek darüber im Landratsamt. »Aber herstellen können wir die Mauer jetzt auch nicht mehr«, sagt er.

Der Rest des Mauerwerks müsse nun aber stehen bleiben. Auch die Zwischendecken. Diese seien wegen der Statik unabdingbar. Der Bauwerber möchte diese aber entfernen lassen. Das Landratsamt hingegen will über einen Statiker die Möglichkeit darstellen lassen, dass die Wand stehen bleiben muss. Allerdings hat der Bauwerber dagegen nun Klage eingereicht. »Das müssen wir jetzt erst mal abwarten«, sagt Florian Kosatschek. Die Bauruine wird in der nächsten Zeit wohl so bleiben, wie sie ist. »Rein theoretisch kann das auch die nächsten fünf Jahre so sein.« Widerstand hat sich bereits aus der Nonntal-Bevölkerung angekündigt. kp