weather-image
23°

Rund 2 Millionen Euro für neues Feuerwehrhaus in Königssee

3.0
3.0
Bildtext einblenden
Modell aus der Machbarkeitsstudie: So könnte das neue Feuerwehrhaus der Freiwilligen Feuerwehr Königssee (M.) im Hang platziert werden. Links im Hintergrund das ehemalige Realschulgebäude, in dem die Feuerwehr aktuell noch untergebracht ist. (Foto: Kastner)

Schönau am Königssee – Die Freiwillige Feuerwehr Königssee könnte vielleicht schon in drei Jahren ihr dringend benötigtes neues Feuerwehrhaus beziehen. Ein Bodengutachten soll Klarheit darüber bringen, ob das Gebäude in den Hang neben der früheren Realschule, in dem die Wehr aktuell immer noch untergebracht ist, gebaut werden kann.


Der Gemeinderat Schönau am Königssee bewertete die am Dienstag vorgestellte Machbarkeitsstudie überwiegend positiv und gab grünes Licht, das Architekturbüro mit den weiteren Planungen für das 2 Millionen-Euro-Projekt zu beauftragen.

Anzeige

Spätestens seit Fertigstellung des Feuerwehrbedarfsplans steht fest, dass das alte Feuerwehrhaus in der ehemaligen Realschule nicht mehr den Vorschriften entspricht und wesentlich zu klein ist. Im März letzten Jahres hatte die Gemeinde deshalb das Architekturbüro Zeller & Romstätter aus Traunstein mit der Erstellung einer Machbarkeitsstudie beauftragt. Denn auch die Kommandanten Andreas Kurz und Florian Hallinger haben laut Bürgermeister Hannes Rasp das gemeindeeigene Grundstück neben der alten Realschule für den neuen Standort als geeignet eingeschätzt. Vor allem auch deshalb, weil die Gemeinde nun direkt gegenüber auf der anderen Straßenseite ein Privatgrundstück für die Anlegung von 27 Stellplätzen »zu einem fairen Preis« erwerben kann.

Vorne zweistöckig, hinten einstöckig

»Das ist nur eine Studie und noch kein Plan«, stellte Hans Romstätter vom Architekturbüro, der zur Präsentation des Ergebnisses in den Gemeinderat gekommen war, gleich einmal fest. Nach seinen Worten ist für das Gebäude aktuell eine Breite von 18 Metern eingeplant, es wird vorne zweistöckig und im Hangbereich einstöckig sein, also in Richtung Hang schräg abfallen. Dabei wird der hintere Gebäudeteil mit den Lagerflächen maximal fünf Meter tief im Hang stehen. Die Rangierfläche von rund zehn Metern vor dem Gebäude reicht zwar aus, allerdings wird man durch das Pumpengebäude, das äußerst wichtig für die Wasserversorgung der Gemeinde ist und deshalb stehenbleiben muss, etwas eingeschränkt. Man denkt deshalb daran, das Gebäude ein wenig zu drehen, sodass die Einfahrten etwas vom Pumpengebäude abrücken.

Zum Raumprogramm gehören aktuell drei Garagen, ein Funktions- und Kommandantenraum, ein Seiteneingang, ein Alarmeingang mit den Unkleidespinden, ein Lift, Lagerräume, Arbeitsräume für die Schlauchpflege, außerdem im Obergeschoss ein Schulungsraum, eine Teeküche, ein Bereitschaftsraum, ein Besprechungsraum, eine Außenstelle für Atemschutz (die Hauptstelle liegt im Feuerwehrhaus Schönau), Nassräume und ein Trockenraum. Direkt am Feuerwehrhaus könnte es noch vier bis fünf Stellplätze geben. »So wünscht sich das jedenfalls die Feuerwehr. Man könnte eventuell noch etwas reduzieren und damit auch Geld einsparen«, sagte Hans Romstätter. Aktuell liegen seine Schätzungen bei 1,95 Millionen Euro. Ein Stüberl, das ebenfalls auf der Wunschliste der Wehr stand, ist schon einmal nicht vorgesehen. Bevor man mit den Detailplanungen beginnt, sollte laut Ingenieur ein Bodengutachten klären, wie gefährlich der Hang überhaupt ist. Denn ziemlich sicher werde man dort auf Wasser stoßen. »Wir sind mit den Kosten genau da, wo wir hinwollten«, sagte Bürgermeister Hannes Rasp. Das hörten die vielen anwesenden Feuerwehrmitglieder sicherlich gerne.

Andere Grundstücke kaum geeignet

Skeptisch zeigte sich in einer ersten Wortmeldung jedoch Thomas Janzen (Freie Wähler), der bezweifelte, dass man wegen der Hanglage mit 2 Millionen Euro auskommen wird. »Hat man nach der jahrelangen Suche nicht noch andere Standorte im Visier?«, fragte Janzen, für den dieser Standort »nur ein Kompromiss ist«. Bürgermeister Rasp nannte drei weitere Standorte, in der Nähe, die man untersucht hatte. Die waren jedoch aus verschiedenen Gründen nicht weiterverfolgt worden. »Der Hangbau kostet hier vielleicht etwas mehr. Dafür gehört das Grundstück aber der Gemeinde«, gab der Rathauschef zu bedenken. Und Franz Graßl, selbst 1. Vorstand der Freiwilligen Feuerwehr Königssee, betonte, dass die Aktiven den Standort »einsatztaktisch für sehr geeignet halten«. Darüber hinaus müsse hier keine unberührte Fläche angegriffen werden, sondern das Gebäude verschwinde großteils im Hang.

Am Ende war der Beschluss doch einstimmig. Die Gemeinde wird dem Architekturbüro den Auftrag für die weitere Planung erteilen. Ulli Kastner