weather-image
13°

Saumagen-Carpaccio mit Sturm

3.3
3.3
Bildtext einblenden
Das Team von »RaumFavorit« (v.l.): Ralf Weißheimer, Elke Schneider, Johannes Greiner, Heinrich Bohnenkamp und Barbara Angerer hatten wieder viel zu bieten. (Foto: Tessnow)

Berchtesgaden – Darf es Saumagen-Carpaccio und Pfälzer Wein sein? Eine Lachsforelle in Sauer? Oder vielleicht Füllselkartoffel mit Leberwurst und Majoran? Der Verein »Lebenswertes Nonntal« veranstaltete am Wochenende wieder die Genuss- und Federweißertage. Vier Kleinlokalitäten verwöhnten die Gäste gekonnt mit Spezialitäten aus verschiedenen Weinbaugebieten. Mit Mucki Köllhofer und Maximilian Kühbeck baten heuer zwei neue Wirte zu Tisch.


Frei nach dem Motto »Genuss der Sinne – Verwöhnen sie ihren Gaumen« stellten die Wirtsleute im Nonntal wieder exklusive Schmankerl zusammen. Das vielfältige Angebot überzeugte durch liebevolle Eigeninitiativen im Verbund mit Mut zur Abkehr vom Gastro-Mainstream. Schon die Premiere im vergangenen Herbst hatte Kulinarikkenner aufhorchen lassen. Das originelle Event sprach sich herum. Die Gäste kamen gern und zahlreich zur zweiten Ausgabe.

Anzeige

Für Maximilian Kühbeck war es die Premiere. In seinem »Berchtesgadener Esszimmer« freute er sich besonders darüber, seine Küche vorstellen zu können. Regionalität und Qualität standen für ihn ganz oben auf der Kreidetafel. Als Nachfolger von Andreas Striemitzer führt Kühbeck das feine Restaurant seit Anfang Oktober. Der Chef backt Brot und Kaffeegebäck selbst. Die dezent gedeckten Tische rundeten ein stilvolles Ambiente ab. Auf seiner Speisekarte fand der Gast Lachsforelle in Sauer, Beef Tatar oder Herbstgemüsehappen. Dazu reichte er weißen Sturm aus Niederösterreich und hausgemachtes Fingerfood.

Gleich nebenan warteten das Wirtsehepaar Bernhard und Bärbel Lippold auf ihre Gäste. Das Saumagen-Carpaccio mit Walnüssen ist ihr Aushängeschild. Die Vinothek »MostWeinKabinett« mit der »Kelim-Galerie« zeichnete sich durch die persönliche Atmosphäre aus. Viele Reservierungen lagen vor. Die Lippolds hatten Federweißer aus der Pfalz im Ausschank. Saisonal passend zum Herbst gab es Edelkastaniensuppe oder Leberknödel im Weinblatt mit Apfelmeerrettich dazu.

Reger Andrang herrschte im »RaumFavorit«. Elke Schneider, Heinrich Bohnenkamp, Ralf Weißheimer, Barbara Angerer und Johannes Greiner hatten wieder jede Menge Gäste um sich herum. In ihrer »Schmankerl-Werkstatt« überzeugten Qualität und Vielfalt. Das sympathische Team reichte hausgemachten Zwiebelkuchen und verschiedene Quiche-Variationen. Auch Füllselkartoffeln mit Leberwurst und Majoran dampften auf dem Herd. Aus dem Ofen dufteten frischgebackene Kreationen. Die Lokalität wurde kuschelig warm. Heinrich Bohnenkamp hatte eine fruchtige Palette Federweißersorten aus verschiedenen deutschen und österreichischen Regionen in Weiß und Rot anzubieten. Der süffige Sturm aus Wagram durfte da nicht fehlen. Fachkompetente Weinberatung gab es gratis dazu.

Wer die deftige Küche vorzog, der war bei Mucki Köllhofer und Hannes Schneider richtig. Feuriges Chili con Carne und das ergänzende Corona Beer hatten sie sich unter anderem für das Wochenende ausgewählt. Für die Damen standen Himbeerbowle und Federweißer auf der Karte. Köllhofer leitet den kultigen Pilspub seit Februar. Als Ausgleich zur Weinvielfalt konnte man hier mit einem frisch gezapften Hellen an der Theke den Abend ausklingen lassen. Auch Darts spielen war wieder möglich.

Wer die Gastrotüren im Nonntal hinter sich schloss, hatte die Möglichkeit jedes Mal in eine andere kleine Gastrowelt einzutreten. Abseits von routinierten Wirtshauserwartungen zeichnete die vier »Genusspartner« eine exklusive Kulinarik-Alternative mit vielen Delikatessen und persönlicher Ansprache aus. Jörg Tessnow