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Schattige Plätze heiß begehrt

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»Hüpfburg« mal anders. (Fotos: Tessnow)
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Anna und Magdalena haben für die Mama quietschbunte Luftballons ergattert.

Berchtesgaden – Der Samstag war fest in der Hand des großen Marktfestes Berchtesgaden. So groß wie noch nie, hieß es, und so heiß wie noch nie, war es. »Wos zum Bummeln und Musi hean«, so das Motto heuer. Aber der »schöne« Sommer hat auch seine Schattenseiten und die wurden von den Besuchern am liebsten frequentiert – herrschten doch gegen 20 Uhr immer noch Saunatemperaturen. Als erfrischender »Aufguss« musste für den ein oder anderen ein Glas Bier her, und selbst das schwitzte.


Da es tagsüber fast unerträglich »dampfig« war, griffen die Marktfestflaneure oft zum leichten Aperol-Spritz oder belebender Mineralienzufuhr. Wer versuchte, sich psychisch abzukühlen, konnte zum Beispiel in den Rodel-Start-Simulator steigen oder die Biathlon-Laserknarre bedienen. Mit viel Fantasie löste das den Schnee in Gedanken aus und die Aktion hatte somit auch eine erfrischende Wirkung. Wer seine Kraft unter Beweis stellen wollte, konnte ausgiebig »den Lukas hauen«, und zwar direkt vor dem Abgang zur Tiefgarage – vor dem ehemaligen Postturm.

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Doch bei 34 Grad Celsius im Schatten ist nicht unbedingt gut feiern. Wo sich eine abgedunkelte Nische fand und der Wind gnädig blies, hockten doch einige. Mancher bereits mit krebsrotem Kopf, der andere hatte das schon hinter sich und war nun kreidebleich. Den Leuten liefen die Schweißperlen in die Krägen. Wer sich ein Speiseeis gönnte, hatte die Pflicht, sich zu beeilen. Nach ein paar Minuten war das Ding auch so weg und eine zuckrige Spur schlängelte sich durch manche Kinderhand. »Die Aktiven Unternehmen« hatten sich wirklich alle Mühe gegeben und konzipierten ein großes Marktfest mit Mini-Marktfest in der Dr.-Imhof-Straße für die Dirndl und Buam. Noch nie zuvor war das Programm so umfangreich und ausgetüftelt. Allein acht Musik-Acts boten unterschiedliche Livemusik. Über Mittag heizte »DJ Hasei« wortwörtlich ein, nachmittags beschallten »Village Air« mit Rock 'n' Roll und Austropop den Weihnachtsschützenplatz und »AAA Culture« den AlpenCongress. Auch irische Musik wurde am »Eselbrunnen« mit »Declan Rynne« geboten. Max Kern faszinierte als One-Man-Band und die Berchtesgadener »BAM« machten Stimmung vor »Sophies Café«. »Die Glorreichen Halunken« verwandelten am späten Abend den Weihnachtsschützenplatz zu einem kleinen Hexenkessel. Am »Triembacher Eck« konkurrierte »Rowsekit« mit Pop-, Rock-, Jazz- und Soulsongs.

Wie oft hat man schon gelesen: »Das Fest fiel ins Wasser.« Heuer könnte man es mit »Das Fest fiel in die Hitze« betiteln. Hinzu kam die Duplizität der Ereignisse und die Qual der Wahl: Am Samstag stellte sich für viele Veranstaltungsfreunde ebenfalls die Frage: »Wo gehen wir zuerst hin? Jennerbahn gucken oder Marktfest feiern?« So war es nur konsequent, aber nicht feier-fördernd, dass viele Bummler erst gegen Abend in die »Fuzo« zogen. Dann dafür aber richtig ausgelassen und friedlich.

Auch die Polizei Berchtesgaden hatte auf Anfrage gestern keine besonderen Vorkommnisse zu vermelden. Jörg Tessnow