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Schaumkronen auf dem Lettengraben

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Kein Schnee: In mühsamer Handarbeit hat die Feuerwehr den Schaum abgetragen. (Foto: privat)

Bischofswiesen – Weil sich Schaum auf den kleinen Stromschnellen im etwa 40 Zentimeter breiten Lettengraben gebildet hatte, mussten die Feuerwehren Berchtesgaden und Bischofswiesen am Montagnachmittag ausrücken. Ein Anwohner hatte Tanks ausgespült, in denen sich Sulfatrückstände befunden hatten, welche die Schaumbildung auslösten.


Am Montagnachmittag meldete ein Anwohner der Bischofswieser Ache der Polizei, dass das Wasser im Lettengraben mit Schaumkronen bedeckt sei und bereits tote Fische zu sehen seien. Über die Einsatzzentrale wurden sofort die Feuerwehren Bischofswiesen und Berchtesgaden verständigt. Am Einsatzort stellte sich heraus, dass sich im Bachlauf des Lettengrabens zehn große Schaumkronen mit einem Volumen von geschätzt jeweils zwei bis vier Kubikmetern gebildet hatten. Der Schaum erstreckte sich auf einer Länge von etwa 400 Metern.

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»Wir haben zunächst kleine Wehre errichtet, um den Schaum aufzufangen«, berichtet der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Bischofswiesen, Georg Graßl, dem »Anzeiger«. Der Verursacher der Verschmutzung meldete sich während des Einsatzes bei den Polizeibeamten. Seinen Angaben nach hatte er kurz vor Mittag zwei große Tanks ausgewaschen, die Reste einer ihm unbekannten Substanz enthalten hatten.

Die Feuerwehr setzte daraufhin alle Hebel in Bewegung, um diese Substanz zu bestimmen. Das Problem: Auf den Tanks befanden sich keine Datenblätter. Wie Kommandant Graßl berichtet, habe man einen Apotheker, einen Fachmann eines heimischen Pharmabetriebs und die Experten der Infostelle für Chemieunfälle von Wacker Burghausen hinzugezogen. Nach etwa einer Stunde stand fest: Es handelte sich um Sulfat. Diese Chemikalie hatte wohl den pH-Wert des Gewässers so sehr erhöht, dass der Fischbestand bis zur Einmündung der Bischofswieser Ache vernichtet wurde.

Die Feuerwehren haben dann sofort die Schaumkronen abgetragen und das Gewässer verdünnt. Nach der Einmündung war die Lauge bereits so stark verdünnt, dass keine weitere Umweltgefährdung mehr festzustellen war.

Insgesamt waren 51 Einsatzkräfte der Feuerwehren Bischofswiesen und Berchtesgaden an den Abscheide- und Säuberungsarbeiten beteiligt. Das Wasserwirtschaftsamt Traunstein wird nun die Gewässerproben und die entnommenen Fische untersuchen. cfs