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Schlechter Witz aus der Schwiz

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Verdrossen wegen Eidgenossen: Firmeninhaber, die ein Fax der schweizerischen Medienconcept AG erhalten, sollten es am besten sofort wegschmeißen. (Foto: Fischer)

Berchtesgaden – Mit gestohlenen Werbeinseraten hat ein dubioses Unternehmen aus der Schweiz versucht, Berchtesgadener Unternehmer abzuzocken. So, wie es schon zigmal in ganz Deutschland funktioniert hat.


Doch bei Supermarktinhaber Helmut Hölzlwimmer war die Medienconcept AG an der falschen Adresse. Er hat die miese Masche erkannt und seine Kollegen gewarnt. Das Ordnungsamt der Marktgemeinde schickte den Schweizer Scherzkeksen noch ein saftiges Schreiben hinterher.

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Die Masche ist seit Jahren die gleiche: Die Medienconcept AG mit Sitz in Zug stiehlt Werbeanzeigen und versucht mit fiktiven Verträgen, Inserate in Fantasiebroschüren zu verkaufen. In ganz Deutschland hat diese Masche bereits dutzendfach funktioniert. Vor Kurzem versuchten die Schweizer ihr Glück auch in Berchtesgaden. Und zwar bei Supermarktbetreiber Helmut Hölzlwimmer.

Der hatte vor drei Jahren eine Anzeige auf einer Faltwanderkarte geschaltet. Bei einer seriösen Firma aus Au in der Hallertau. »Dann habe ich heuer einen Anruf erhalten, dass ich mein Anzeigenabo schriftlich abbestellen muss. Obwohl ich gar kein Abo hatte«, erzählt Hölzlwimmer. Per Fax kam dann allerdings ein neuer Vertrag von besagter schweizer Firma. »Ich habe das einfach ignoriert, weil ich dachte, dass es sich um einen Fehler handelt«, so der Geschäftsmann.

Anfang März kam das Fax erneut. Und danach ein Anruf. »Ich habe der Frau gesagt, dass ich mit diesem Vertrag nichts anfangen kann«, erinnert sich Hölzlwimmer. Die Frau habe dann einen Fehler ihres Kollegen eingeräumt. Und ein weiteres Fax geschickt. »Das war aber wieder der gleiche Vertrag«, so der Unternehmer.

Hölzlwimmer hat sich dann den Absender genauer angeschaut. Mit der Medienconcept AG konnte er aber nichts anfangen. »Ich hatte mit der noch nie Kontakt.« Auch hat er sich bei der Hallertauer Firma rückversichert und erfahren, dass auch sie nichts von der dubiosen Schweizer Firma weiß. Als die forsche Schweizerin nach einem erneuten Fax wieder anrief, hat sie Helmut Hölzlwimmer deutlich in die Schranken gewiesen.

Zur Sicherheit hat der Berchtesgadener die Gemeindeverwaltung und die Aktiven Unternehmen informiert. Per Rundmails wurden die Mitglieder Werbegemeinschaft vor den illegalen Machenschaften gewarnt. Zusätzlich hat Ordnungsamtsleiterin Elke Lanzendörfer die Medienconcept AG direkt angeschrieben.

In dem Schreiben heißt es unter anderem: »Wir haben die betroffenen Gewerbetreibenden verwiesen, sich an die Polizei zu wenden.« Wie Lanzendörfer mitteilt, sei auch das Gewerbeamt des Landkreises informiert worden. Marktbürgermeister Franz Rasp findet nicht nur die Betrugsmasche dreist, sondern stört sich vor allem an dem aggressiven Auftreten der Medienconcept AG. »Das geht gar nicht«, so Rasp. Christian Fischer