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Freundschaftsabend der Blasmusik mit vier Musikkapellen aus drei Ländern

Schmissige Melodien – begeisterte Zuhörer

Höhepunkt des Freundschaftsabends war das Gemeinschaftsspiel der vier Blaskapellen. (Fotos: B. Stanggassinger)
Kapellmeister Florian Kranawetvogl dirigiert im Schellenberger Festzelt »Auf der Vogelwiese«.
Der Trachtlernachwuchs gönnt sich ein wenig Entspannung vor seinen Auftritten.

Marktschellenberg – Südtirol, Salzburg, Bayern, aus diesen drei Ländern spielten am Samstag vier Musikkapellen im Festzelt beim Schellenberger Kirtag auf. Es war die wärmste Nacht des Jahres, doch im Festzelt waren die Temperaturen einigermaßen erträglich. Die Seitenwände hatte man geöffnet und man konnte auch draußen oberhalb der Schellenberger Ache sitzen. Der Getränkeumsatz war allerdings beachtlich.


Den Auftakt machte die Musikkapelle Weildorf unter der Leitung von Kapellmeister Anton Zenz. Hans Anfang von der Musikkapelle Marktschellenberg begrüßte Musikanten und Festzeltbesucher und brachte seine Freude über das Zusammenspiel von vier Blaskapellen zum Ausdruck.

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Unterdessen hatte sich die Jugendgruppe des GTEV D'Schellenberger vor dem Festzelt versammelt. 34 Dirndln und Buam, perfekt in Tracht gekleidet, stellten sich für ein Erinnerungsfoto zusammen. Die Kleinen durften zuerst mit dem Kinderkarrusell fahren und die Größeren ein paar Schüsse an der Schießbude abfeuern. Unter viel Applaus marschierten die jungen Trachtler dann ins voll besetzte Festzelt ein und tanzten als Erstes den Volkstanz »Dätscher«.

Nach einer Stunde wurden die Weildorfer Musikanten von der Musikkapelle Unser Frau/Karthaus aus Südtirol abgelöst. Kapellmeister Dietmar Rainer hob den Taktstock zum Egerländer Walzer mit dem Titel »Träumereien«. Eine Stunde lang brachten die Musikanten in ihrer farbenprächtigen Tracht das Publikum zum Schwärmen und bekamen viel Beifall. Kapellmeister Rainer berichtete vom Freundschaftsabend vor fünf Jahren, als sie schon einmal in Schellenberg waren. Der Freundschaftsabend von damals hat jetzt einen Namen. Er heißt »Gabriel« und ist fünf Jahre alt. Gemeint war eine Ramsauer Musikantin, die sich damals in einen Südtiroler Musikanten verliebt hatte und ihn heiratete. Jetzt spielen beide in der Musikkapelle mit.

Wer sich mit einem viertägigen Fest soviel Arbeit macht wie die Schellenberger Musikanten, der braucht auch was Gutes zu essen und zu trinken. So hatten die Südtiroler Wein, Speck und Brot mitgebracht.

Kapellmeister Andrzej Kucharski dirigierte anschließend die Blaskapelle Grödig. Die Grödiger beteuerten ihre langjährige Freundschaft und Verbundenheit zu den Schellenberger Musikanten. Sie wussten, dass der Obmann der Schellenberger Musikanten, Sepp Wanka, am Freitag seinen Geburtstag feierte und baten ihn zum Dirigieren. Klar, dass sich das Geburtstagskind mit einer Runde Schnaps revanchierte.

Während des Wechsels der Musikkapellen traten immer wieder die jungen Schellenberger Trachtler mit Volkstänzen und Plattlereinlagen auf: »Hirtamadl«, »Kreuzpolka«, »Mühlradl«, »Schlechinger«, »Ambos Polka«, »Hackt's der Katz den Schwanz ab«, »'s Glöckei«, »Schlechinger« – und als Zugabe gab's »'s Bankei«.

Hans Anfang bat Franziska und Sepp Angerer sowie Michaela Walch auf die Bühne. Sie hatten die Tänze mit den Kindern einstudiert und leiten vorbildlich die Jugendgruppe, die sich im wahrsten Sinne des Wortes »sehen lassen kann.« Dafür gab es viel Applaus. Das vierte einstündige Konzert spielten die Gastgeber, die Musikkapelle Marktschellenberg unter der Leitung von Kapellmeister Florian Kranawetvogl.

Zum Schluss versammelten sich noch einmal alle Musikanten auf und um die Bühne zum Gemeinschaftskonzert. Der Marsch »Mein Heimatland« wurde dirigiert vom Südtiroler Kapellmeister Dietmar Rainer, den »Rainermarsch dirigierte der Grödiger Kapellmeister Andrzej Kucharski und »Auf der Vogelwiese« ließ Kapellmeister Florian Kranawetvogel anstimmen. Das Publikum forderte eine Zugabe – und so kam auch noch Bürgermeister Franz Halmich zum Zug, der die Polka »Lottchen« dirigierte. Es war dann Mitternacht und der offizielle Teil damit beendet. Die Musikanten legten ihre Instrumente aber noch lange nicht zur Seite. Bernhard Stanggassinger