Schnäppchenjagd im Pfarrheim für den guten Zweck

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Selbst am Wegesrand fand sich beim St.-Andreas-Flohmarkt allerlei Ton- und Töpfergut. (Fotos: Tessnow)
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Dichtes Gedränge auch im Garten der Pfarrei.

Berchtesgaden – Trödel, Tratsch und Tiefpreistreffen. Die Schnäppchenjäger waren wieder unterwegs. Einmal im Jahr findet in der katholischen Pfarrei Str. Andreas Berchtesgaden der große Flohmarkt mit karitativem Hintergrund statt. So galt auch heuer und mittlerweile zum 39. Mal wieder das Motto, den Erlös für verschiedene Projekte zu spenden.


Bereits am Freitagabend fiel für zwei Stunden der vorgezogene Startschuss zum Verhökern. In den Gängen der Pfarrei war kaum ein Durchkommen, so groß war der Andrang. Auch am Samstagfrüh versammelten sich wieder Schnäppchenjäger, als gäbe es nie wieder Flohmarkt in Berchtesgaden. Überall herrschte dichtes Gedränge. Da es immer wieder regnete, quetschten sich die Besucher mühevoll, aber geduldig Schritt für Schritt voran. In den Gängen mussten daher die vielen Flohmarktbesucher geduldig Schlange stehen. Auch in den kleinen Nebenräumen konnte man die Stände mit ihrem vielseitigen Warenangebot vor lauter Menschen fast nicht mehr sehen, so voll war es.

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Für einige ist der Flohmarkt zwar als Ramsch- und Retrorummel verpönt, aber dennoch fand sich eine gewohnt große illustre Schar an Interessenten ein. Bei unverhofft aufkommendem Interesse wurde viel um Relikte gefeilscht, die Schaulustige anfangs weder im Sinn noch auf dem Zettel hatten. Und genau das machte erneut den Reiz und Erfolg des Berchtesgadener Flohmarkts aus.

Am Samstag strömten bereits pünktlich um 8 Uhr die ersten »Kenner der Branche« auf das Areal der Kirchengemeinde. Frei nach dem Motto: »Der frühe Vogel fängt den Wurm.« Tassen, Kannen, Spiegel, Bücher, Platten, Bestecke, Schuhe, CDs, Bastkörbe, Regale, Töpfergut und und und...

Die tausendfach angebotenen Gegenstände garantierten acht Stunden einen Dauerreiz für die Suchenden. Überraschungseffekte und Glücksmomente gab es somit im Sekundentakt. Eigentlich findet man ja in der ganzen Republik auf Flohmärkten alles. Trotzdem hat jede Region doch noch spezielles Sammlergut anzubieten. Für Touristen bot sich die einzigartige Chance, Originales aus Berchtesgaden und Umgebung zu bekommen. So konnte ein Kauf zum besonderen Souvenirglück werden. Natürlich mischten sich ebenso viele Flüchtlinge unter die Massen und nutzten das Tiefpreisangebot. Besonders Haushaltsutensilien und Bekleidung waren hier gefragt.

Leiterin Gabi Angerer war freudig überrascht, wie viele Helfer sich freiwillig an dem Jahresprojekt wieder beteiligt hatten. Rund 150 Mitarbeiter setzten sich für Organisation, Auf- und Abbau, Verköstigung und Reinigung sowie Müllentsorgung ein. Kuchenspenden und leckere Grillwürstl mit frisch gezapftem Bier luden zum Pausieren ein. Von der riesigen Resonanz waren alle positiv begeistert. »Die Erlöse bleiben zur Hälfte im Landkreis«, erklärte Gabi Angerer. »Wir unterstützen die Berchtesgadener Tafel, die Familienpflege oder die Krisenintervention. Der Rest wird für rund 15 verschiedene soziale Projekte gespendet. Unter anderem an ein Waisenhaus in Kambodscha, für nepalesische Erdbebenopfer oder an ein Krankenhaus in Malawi«, ergänzte die Leiterin. »Mittlerweile sind wir mit den Besucherzahlen an die Grenzen unserer Kapazitäten angelangt. Aber die Arbeit zahlt sich in Anbetracht des Erfolges aus.« Jörg Tessnow

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