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Schneebrett reißt Heinz Zembsch in die Tiefe - Schädelbruch

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Heinz Zembschs Unfallort: Der Vulkan Damavand, 5 600 Meter hoch, 70 Kilometer von Teheran entfernt. Hier wurde der »Hausmeister« der Watzmann-Ostwand von einem Schneebrett erfasst. Foto: privat
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Die 400. Begehung der Watzmann-Ostwand ist für Heinz Zembsch dieses Jahr geplant. Ob es hinhaut, ist aber derzeit fraglich. Foto: Archiv/Wechslinger

Berchtesgaden – Ein lautes Krachen hörte Christl Zembsch, dann löste sich ein Schneebrett auf dem Damavand, einem leicht rauchenden Vulkankegel, etwa 70 Kilometer von Teheran entfernt. Heinz Zembsch, der Hausmeister der Watzmann-Ostwand, und drei weitere Expeditionsteilnehmer wurden verschüttet. Zembsch trug die schwersten Verletzungen davon: Schädelbruch, Hirnquetschung sowie eine Verletzung am Rücken.


»Da hatten wir ganz schön viel Glück«, erinnert sich Christl Zembsch im Gespräch mit der Heimatzeitung. Die Expedition ist nun schon wieder ein paar Tage her, Mitte Mai war es, da war Familie Zembsch gemeinsam mit dem Ramsauer Bergführer Hubert Nagl im Iran. Der Damavand war das Ziel der insgesamt elfköpfigen Truppe, 5 600 Meter hoch, der höchste Berg im Elbrusgebirge. »Drei Berchtesgadener waren mit dabei, eine Ärztin aus Mittenwald, einige aus der Rosenheimer Gegend.«

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Auch Christl Zembsch wollte mit auf den Damavand, erkrankte aber kurz zuvor und musste unten, im Lager, bleiben. Zehn Tage hatten die Expeditionsteilnehmer eingeplant, dann kam der Tag des Schreckens. »Wir hatten in einer Hütte auf 4 200 Meter übernachtet und wollten am nächsten Tag losgehen«, so Christl Zembsch. Ein traumhafter Tag, beste Bedingungen. Neun Gruppenteilnehmer machten sich auf den Weg, zwei Stunden nach Abmarsch dann das Unglück.

»Ich hörte nur ein gewaltiges Donnern, dann liefen bei uns viele Menschen wild umher.« Ein Schneebrett mit einem 60-Zentimeter-Anriss war in über 5 000 Metern abgegangen, hatte vier Mitglieder verschüttet, darunter Heinz Zembsch, der über 400 Höhenmeter mit den Schneemassen mitgerissen wurde und einen Schädelbruch samt Hirnquetschung erlitt. Auch am Rücken verletzte er sich. Umso schlimmer, da Heinz Zembsch vor drei Jahren bereits eine schwere Operation an gleicher Stelle hatte. Ein weiterer Teilnehmer brach sich die Rippen, ein anderer kugelte sich die Schulter aus. Viel Ausrüstung ging dabei verloren. »Aber das ist das kleinste Problem.«

Mit einer Matratze wurde Zembsch vom Unfallort nach unten gebracht. Von dort ging es nach Teheran in das Krankenhaus. »Die Ärzte haben sich sehr gut um ihn gekümmert«, weiß Christl Zembsch. Heinz Zembsch, der heuer seine 400. Durchsteigung der Watzmann-Ostwand durchführen wollte, ist auf dem Weg der Besserung und wieder zurück in Bischofswiesen. »Er ist schon noch ganz schön mitgenommen, aber das wird schon wieder«, sagt die Ehefrau. Dass die beiden irgendwann wieder einmal an den Damavand zurückkehren, schließt sie nicht aus. »Der Berg ist einfach gewaltig.« Kilian Pfeiffer