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Kongresshaus-Pflaster wegen Mängeln teilweise neu verlegt – Bürgermeister Rasp: »Ärgerlich«

Schöner Granit – schlechtes Fugenbild

Berchtesgaden – Bürgermeister Franz Rasp wird mit Sicherheit laut aufatmen, wenn die Baustelle am Kongresshausvorplatz endlich abgeschlossen ist. Denn das Baustellentagebuch ist um ein weiteres Kapitel reicher: Weil eine Firma Granitpflastersteine unsauber verlegt hatte, mussten diese nun alle wieder entnommen werden. »Diese Baustelle bereitet mir momentan echt Bauchweh«, so äußerte sich Franz Rasp im sozialen Netzwerk Facebook.

Der Kongresshaus-Vorplatz war die ganze Woche über noch Baustelle. Die Granitpflastersteine mussten neu verlegt werden, da das Ingenieurbüro das Werk nicht abgenommen hatte. (Foto: Pfeiffer)

Eine Vorzeigebaustelle ist der Kongresshausvorplatz sicher nicht. Zumindest nicht für den Gemeindechef, der sich das Ganze eigentlich anders vorgestellt hatte. Denn der Vorplatz hätte ursprünglich schon im Juni fertiggestellt sein sollen. Vor eineinhalb Monaten. Jetzt, mitten in der touristischen Hochsaison, sei diese Baustelle – zumal so zentral gelegen – »einfach nur ungut und inakzeptabel«, sagt Bürgermeister Rasp im Gespräch mit dem »Berchtesgadener Anzeiger«.

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Unabsehbare Dinge trafen auf Schludrigkeiten, auch das kann der Bürgermeister nicht verhehlen. Erst die Sache mit den Abdichtungsarbeiten oberhalb der Tiefgarage, mit denen keiner rechnen konnte. Allerdings waren diese notwendig, bevor die Schutzasphaltschicht aufgebracht und schließlich die Granitplatten verlegt werden konnten. Zusätzlich wurden die Nagelfluhsteine entfernt und die dahinter liegende Grasfläche abgegraben. Der Baustellenfortschritt verzögerte sich dadurch deutlich. Der Juni-Termin konnte nicht mehr eingehalten werden. »Spätestens Ende Juli« hieß es dann. Auch der Termin blieb mehr Wunschdenken als Realität. »Wir sind mitten in der Hochsaison, das kann mir nicht recht sein«, lässt Bürgermeister Rasp wissen. Zumindest seien aktuell ausreichend Arbeiter vor Ort, die alles dafür tun, dass die Baustelle vorangetrieben wird. Auch in dieser Hinsicht hatte es für Gemeindechef Rasp schon den einen oder anderen Grund gegeben, sich die Haare zu raufen.

Und jetzt ein neues Dilemma. »Erst bis zur Straße fertig gepflastert und dann reißen sie die Hälfte wieder weg. Muss man das verstehen?« So hatte ein Facebook-Nutzer die derzeitige Situation samt Fotobeweis veröffentlicht. Die Nachricht traf auf große Resonanz. »Steuergelder verjubeln nennt man das bei uns«, lautete ein weiterer Kommentar. Doch Franz Rasp klärt auf: »Die Firma, die die Granitsteine verlegt hatte, hat unsauber gearbeitet. Das Fugenbild hat nicht gepasst. Das zuständige Ingenieurbüro wollte die Arbeit nicht abnehmen.« Was wiederum bedeutete, dass die Steine entnommen und neu verlegt werden mussten.

Franz Rasp sagt zudem, dass die Kosten nicht steigen. »Die Firma schuldet das mängelfreie Werk«, sagt Rasp. Erst dann müssen die vereinbarten Kosten beglichen werden. »Natürlich ist die ganze Sache absolut ärgerlich«, gesteht Rasp. Trotzdem scheint es so, dass es nun zügig einem Ende entgegen geht.

Ab nächste Woche soll man bereits den Kongresshausvorplatz im Bereich des Cafés nutzen können und auch die anderen Bereiche seien dann voraussichtlich zugänglich. Nach und nach folgen kleinere Arbeiten, wie etwa das Anpflanzen einiger Bäume in Höhe des ehemaligen Blumengeschäfts. Was auch noch aussteht, ist die Beleuchtung des Vorplatzes, der dann ein Aushängeschild des Marktes werden soll. Viel Zeit hat man sich dafür ja gelassen und gekostet hat es auch einiges. Das Ergebnis soll überzeugen. Kilian Pfeiffer