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Schon 46 Asylbewerber im »Tauernhof«

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Nach und nach füllt sich der »Tauernhof« mit Asylbewerbern. (Foto: Archiv/Kastner)

Schönau am Königssee – Dreieinhalb Monate später als ursprünglich geplant ziehen derzeit nach und nach Asylbewerber in das ehemalige Hotel »Tauernhof« in Schönau am Königssee ein. Derzeit sind dort 46 Flüchtlinge aus Afghanistan und Eritrea untergebracht, die Maximalzahl soll bei 98 Asylbewerbern liegen. Das hatte Regierungsvizepräsidentin Maria Els Bürgermeister Hannes Rasp versprochen.


Eigentlich war der Einzug der ersten Asylbewerber für 1. April geplant. Dann stellte sich heraus, dass noch umfassende Bauarbeiten notwendig waren – unter anderem, um die Brandschutzauflagen zu erfüllen. Seit Mittwoch letzter Woche füllt sich das Haus nun nach und nach mit Flüchtlingen, die direkt aus der Aufnahmeeinrichtung München nach Unterstein kommen.

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In der Gemeinschaftsunterkunft sind derzeit ausschließlich Paare und Familien untergebracht. Zu den Bewohnern gehören auch 15 Kinder verschiedener Altersstufen. Derzeit laufen die Verhandlungen zum Schul- und Kindergartenbesuch, die noch nicht abgeschlossen sind. »Vermutlich können die Kinder erst nach den Ferien Schule und Kindergarten besuchen«, so Regierungspressesprecherin Simone Hilgers zum »Berchtesgadener Anzeiger«.

Die Caritas hat, wie in der Gemeinschaftsunterkunft Bischofswiesen und in anderen Landkreisunterkünften, die Sozialbetreuung der Asylbewerber übernommen und koordiniert den Einsatz der Ehrenamtlichen. Vor Ort hatte sich bereits im Vorfeld ein Helferkreis gebildet, der gegebenenfalls auch Deutschkurse und anderes anbieten will. Regierungssprecherin Simone Hilgers: »Dem großen ehrenamtlichen Engagement gebührt besonderer Dank und hohe Anerkennung. Gerade das ehrenamtliche Engagement ist ein wichtiger Baustein für eine gelingende Sozialisation der Neuankömmlinge.«

Wie lange die einzelnen Asylbewerber die Unterkunft im »Tauernhof« nutzen werden, ist nicht klar. Zumindest so lange, bis das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge über den Asylantrag entschieden hat. Das dauert derzeit durchschnittlich sieben Monate, Ziel ist eine Reduzierung auf drei Monate.

Die Regierung von Oberbayern hat das Gebäude für zehn Jahre von einem Münchner Architekturbüro angepachtet. Bis in den Herbst hinein war der »Tauernhof« als Hotel mit 38 Zimmern und rund 75 Betten noch touristisch genutzt worden. Die Gemeinde Schönau am Königssee beherbergte von 1982 bis 2003 schon einmal eine Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber. Sie befand sich am Königssee und bot teilweise über 200 Asylbewerbern Quartier. Ulli Kastner