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Schulkinder lernen über Wald und Wild

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Viel Neues zu Wald und Wild lernten die Schülerinnen und Schüler der Grundschule Berchtesgaden bei den Experten im Rahmen einer Baumpflanzaktion. Fotos: privat
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Beim Pflanzen kommt es auf jeden Handgriff an.

Berchtesgaden – Vier Klassen der Grundschule Berchtesgaden pflanzten am »Welttag des Baumes« auf Initiative von Siegfried Renoth, der Berchtesgadener Jägerschaft und einigen Waldbauern aus Maria Gern und vom Obersalzberg 200 junge Bäume.


Privatwaldbesitzer und Jäger unternehmen einiges, um gemeinsam einen gesunden Mischwald aufzubauen. Das geht natürlich nicht von heute auf morgen, da gerade der Bergwald sehr langsam wächst. Schafft es der Wald alleine? Wie viel Wild verträgt der Wald?

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Wie vor zwei Jahren bereits geschehen, wollte man wieder eine ebenfalls heranwachsende Generation in die Beantwortung dieser Fragen mit einbeziehen, nämlich die Kinder. Die in der Region häufigsten Baumarten Fichte, Buche, Tanne und Bergahorn standen den Kindern zur Verfügung, sie stammten aus dem Pflanzgarten Werfen und wurden vom Bergwerk Berchtesgaden gestiftet. Zusätzlich wurde die Aktion von Jägern, Forstbetreuern, Waldbesitzern und dem Bürgermeister Franz Rasp unterstützt.

Nachdem die 3. Klassen an der Bushaltestelle Brunnerbrücke von den Organisatoren freundlich begrüßt worden waren, ging es schon gleich los. Die Kinder wiederholten die Bedeutung des Waldes während einer kleinen Wanderung und konnten Franz Rasp und Siegfried Renoth mit ihrem Vorwissen beeindrucken.

Auf dem Weg zum vorgesehenen Pflanzort brachte eine große Fichte, in die vier gleichmäßige Löcher gezimmert waren, alle zum Staunen. Verantwortlich dafür war die größte heimische Spechtart, der Schwarzspecht, der hier seine Lieblingsspeise, die Rossameise, findet.

Siegfried Renoth erklärte den Kindern anhand der jungen Pflanzen die jeweilige Baumart: Tanne, Fichte, Buche, Ahorn. Es gab aber auch Schäden an einigen Pflanzen, welche vom Wild durch Verbiss verursacht wurden, und der Jäger erklärte den Kindern, dass eine Bejagung des Wildes notwendig sei, wenn man einen Wald in allen Altersstufen haben möchte. Zum Schutz vor Verbiss durch Rehe wickelten die Kinder Schafwolle um die Spitzen der Tannenpflänzchen. Während die zu langen Wurzeln gekürzt wurden, erklärte Renoth den Kindern nebenbei die verschiedenen Pflanztechniken. Mit Eifer und Unterstützung der Fachleute setzten die Kinder die hier vorgesehenen 100 Bäumchen.

Die zweite Baumpflanzaktion fand gleichzeitig am Obersalzberg statt. Forstdiplomingenieur Michael Frank, Forstbeauftragter des Bergwerks Berchtesgaden, begrüßte am Morgen die Klassen 4a und 4b am Carl-von-Linde-Weg und startete eine Etappenwanderung durch den Wald. Bei der Wanderung wurden die verschiedenen Baumarten erklärt, wobei der Forstmann besonders die Rolle der Tanne hervorhob.

Bei einem Spiel wurde gezeigt, wie es um den jungen Wald steht. Die Mädchen suchten alle jungen Tannen, die Buben suchten die Buchen. War der junge Baum verbissen, ging das Kind in die Hocke, war der Terminaltrieb noch vorhanden, blieb es stehen. Zusätzlich durften die Kinder in eine Dose mit Gummibärchen, Nüssen und Lakritze greifen. Dabei nahmen sich bis auf zwei Kinder alle das Gummibärchen heraus und mussten so erkennen, dass sich auch die Wildtiere bevorzugt Baumarten (besonders die Tanne) zur Nahrungsaufnahme heraussuchen.

Nach dieser Etappe ging es weiter zur Pflanzfläche, wo die beiden Klassen von Jagdvorstand Hartl Angerer, den Jagdpächtern Rupert Scherer ( Jagdbogen Salzberg I) und Siegfried Biller (Jagdbogen Salzberg II) sowie weiteren Pflanzhelfern samt ihren Kreuzhauen empfangen wurden.

Ein reges Treiben und Arbeiten begann. Nach einer halben Stunde waren die 100 jungen Tannen, Fichten, Buchen und Ahorne gepflanzt. Zum Abschluss gab es noch eine Überraschung. Neben ein paar Süßigkeiten bekamen die Kinder zwei neue Nistkästen, auf deren Rückseite sie ihren Namen schreiben durften und die im Pausenhof ihren Platz finden werden. M.F.