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Schwelbrand in der Watzmann Therme

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Nur mit Schwerem Atemschutz war ein Vordringen ins Gebäude der Watzmann Therme möglich. Fotos: Anzeiger/Wechslinger
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Fassungslos beobachteten die evakuierten Badegäste das Geschehen um die Watzmann Therme.
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Zerborstene Scheiben im Eingangsbereich.
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Dunkle Rauchschwaden drangen aus dem Gebäude der Watzmann Therme.

Berchtesgaden - Vermutlich mehrere hunderttausend Euro Sachschaden entstand am Donnerstagabend bei einem Brand in der Berchtesgadener Watzmann Therme. Das Feuer war im Bereich des Solariums ausgebrochen und führte zu erheblicher Rauchentwicklung im gesamten Gebäude. Rund 200 Feuerwehrmänner waren im Einsatz, um den Brand zu bekämpfen und die 110 Badegäste zu evakuieren. Zwei Feuerwehrmänner und ein zehnjähriger Bub, der sich dem Bad als Zuschauer näherte, erlitten eine leichte Rauchgasvergiftung und mussten vom Roten Kreuz ambulant behandelt werden.


Gegen 18.10 Uhr schickte die Leitstelle Traunstein die Freiwillige Feuerwehr Berchtesgaden und einen Rettungswagen des Roten Kreuzes zur Watzmann Therme, wo die automatische Brandmeldeanlage ausgelöst hatte. Telefonisch und bei der ersten Lageerkundung wurde dann ein Feuer im 1. Stock im Bereiche der Solarien bestätigt, woraufhin Großalarm ausgelöst und die komplette Therme evakuiert wurde.

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Einsatzkräfte der BRK-Wasserwacht trainierten gerade im Hallenbad und konnten sofort mit der Evakuierung des Gebäudes beginnen. Von den Besuchern und vom Personal wurde ersten Erkenntnissen zufolge niemand verletzt. Die Einsatzkräfte konnten insgesamt 110 Betroffene, darunter 58 Erwachsene und 52 Kinder, in Sicherheit bringen und in der Breitwiesenhalle sammeln und registrieren.

Neben den umliegenden Feuerwehren und der Polizei ist die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung, der Baufachberater des Technischen Hilfswerks (THW) sowie das Rote Kreuz mit zehn Fahrzeugen, 25 Sanitätern, 16 Wasserrettern, drei Notärzten, den Schnell-Einsatz-Gruppen (SEG´n) der BRK-Bereitschaften Berchtesgaden und Bad Reichenhall und der BRK-Wasserwacht Berchtesgaden sowie der Sanitätseinsatzleitung mit Unterstützungsgruppe im Einsatz.

Die Feuerwehr durchsuchte die Therme bei äußerst schlechter Sicht mit mehreren Atemschutzgeräteträgern nach möglichen weiteren Betroffenen. Allerdings wurde im GEbäude niemand mehr angefunden. Gegen 19.10 Uhr wurde die Führungsgruppe Katastrophenschutz des Landkreises nachalarmiert. Da ein Großteil der Einsatzkräfte aus dem südlichen Landkreis bereits gebunden war, mussten gegen 19.30 Uhr die Feuerwehren Ramsau und Bayerisch Gmain nachalarmiert werden, um das Berchtesgadener Feuerwehrhaus nachzubesetzen und um bei weiteren Einsätzen sofort eingreifen zu können.

»Es war unglaublich heiß und immer wieder schlugen uns Flammen entgegen«, so ein Feuerwehrmann, der gerade vom Einsatz im Gebäude zurückkam. Zahlreiche Badegäste standen in ihren Badeutensilien gegenüber vor der Breitwiesenhalle und beobachteten fassungslos das Treiben um die Watzmann Therme.

Der Aufsichtsrat der Watzmann Thermen GmbH traf sich am Freitag um 8 Uhr morgens zu einer Krisensitzung in den unbeschädigten Büroräumen der Watzmann Therme. Hinterher hieß es, dass das Bad wohl für einige Wochen geschlossen bleibe. Die Aufräumarbeiten haben bereits begonnen. Als Brandursache wird ein technischer Defekt im Solarium angenommen, Brandstiftung wurde ausgeschlossen. Mehr in der Samstagausgabe des "Berchtesgadener Anzeigers". Ulli Kastner