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Senioren und Jugendliche unter einem Dach

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Seit dieser Woche im Betrieb: das Mehrgenerationenhaus »WERK 34«. Anzeiger-Fotos
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Die Jugend AG betreibt den Kiosk.
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Blickt mit Stolz auf das Projekt: Bürgermeister Franz Rasp.

Endlich. Fertig. Sabine Wimmer, Berchtesgadens Jugendreferentin, ist zufrieden. Wochenlang war sie auf der Baustelle in der Bergwerkstraße 34. Tag für Tag. Als es sich dem Ende näherte, sei sie sogar in der Nacht dort gewesen, erzählt ein Mitglied der Jugend AG. »Es war schon sehr viel zu tun«, sagt Wimmer im Rückblick. »Aber ich bin sehr zufrieden.«


Das Mehrgenerationenhaus ist eine einzigartige Einrichtung, die dem Markt Berchtesgaden von einem Privatmann zur Verfügung gestellt wurde. Die Gemeinde ist dort in Miete. Zunächst für die nächsten drei Jahre. In dieser Zeit soll sich zeigen, ob das Konzept, Senioren und Jugendliche unter einem Dach zu vereinen, aufgeht. Erst einmal wurde der Grundstein gelegt. »Ich bin stolz auf das, was erreicht wurde«, sagt Gemeindechef Rasp. Er weiß, dass das Projekt ohne all die ehrenamtliche Arbeit niemals hätte verwirklicht werden können.

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Denn das Mehrgenerationenhaus ist ein Novum, nicht nur im Landkreis, auch weit darüber hinaus. »Ein Experiment«, sagt Rasp. Es soll ein Treffpunkt für alle sein. Für Jugendliche etwa wird dienstags und freitags ein offener Treff mit professioneller pädagogischer Begleitung angeboten. Für Senioren wird es ein regelmäßiges Wochenprogramm geben. Ebenso werden gemeinsame Veranstaltungen stattfinden, die das Miteinander fördern sollen. Vor allem wollen Jugendreferentin Wimmer gemeinsam mit Seniorenreferentin Elisabeth Homberg und Sozialpädagoge Andreas Lindner Kooperationspartner für Vereine sein - für eine erfolgreiche Jugendarbeit im Talkessel. »Wir helfen den Vereinen gerne im Rahmen unserer Möglichkeiten«, so die klare Aussage.

Räumlich gesehen sind die Möglichkeiten groß. Drei Etagen stehen zur Verfügung. Bei den Verantwortlichen hat man sich viele Gedanken darüber gemacht, was gebraucht wird. Den Jugendlichen dürfte der Partykeller im Untergeschoss besonders zusagen. Dunkle Wände, überdimensionale Model-Abbildungen, ein Flair der besonderen Art. Liebevoll wurde hier ein Bereich umgesetzt, in dem Sofas zum Sitzen einladen. Auch gibt es viel technisches Equipment, um eine Party passend mit Musik zu unterlegen. Das Fazit ist eindeutig: »Total gut«, sagt eine Jugendliche.

Über Treppen geht es hoch in das Erdgeschoss. Der Bereich erinnert an ein Straßencafé. Nachempfundene Häuserzeilen vermitteln heimelige Gemütlichkeit. Ein Billardtisch erwartet die Besucher. Auch ein Kicker soll später einmal angeschafft werden. Viele kleine Details zeugen vom Herzblut, mit dem die Macher bei der Sache waren. In die Decke eingelassene Fenster, Schriftzüge, Markisen, viel Schnickschnack, um sich wohl zu fühlen. Ein kleiner Kiosk, der von der Jugend AG betrieben wird, hilft gegen den kleinen Hunger zwischendurch.

Die Sitzgelegenheiten bieten darüber hinaus viel Raum, um gemeinsam ins Gespräch zu kommen. Ein großer Flachbild-Fernseher lädt zu gemütlichen DVD-Abenden oder sportlichen TV-Höhepunkten ein. Im oberen Geschoss findet sich der Veranstaltungsraum. Dort gibt es eine kleine Küche. Gemeinsames Kochen und Backen inklusive. Diverse Workshops hat Sozialpädagoge Andreas Lindner bereits angekündigt. Eine kleine Bühne dient für künftige Theateraufführungen. Auch Vorträge zu unterschiedlichen Themen sind angekündigt.

Eine kleine Kinderspielecke mit netten Details wie Schaukeln und viel Spielzeug soll auch Kleinkinder begeistern. Geplant ist, selbst die Jüngsten samt Eltern in das Mehrgenerationenhaus zu locken. Ein Monatsprogramm gibt Aufschluss über die vielfältigen Möglichkeiten im »WERK 34«. Allein für den November sind zahlreiche Veranstaltungen geplant, etwa gemeinsames Frühstücken, ein Jugendtheater-Workshop, der »Kid's Day«, Seniorengymnastik oder Gedächtnistraining.

Das Mehrgenerationenhaus wurde auf den neuesten Stand der Zeit gebracht. Ein eigens gebauter Balkon, der gleichzeitig als Fluchtweg dient, bietet Platz zum Sonnen. Noch macht aber ein bereits im Haus integrierter Lastenaufzug Probleme. Denn dieser darf nicht als Personenaufzug verwendet werden. Demnach haben Rollstuhlfahrer bislang nur eingeschränkte Möglichkeiten, sich frei in der Einrichtung zu bewegen. »Das wollen wir noch ändern«, sagt Seniorenreferentin Elisabeth Homberg. Allerdings bedarf es dafür einiger Spenden. Eine Umrüstung ist teuer. Fünfstellig. Doch davon lässt man sich nicht unterkriegen. Seit dieser Woche ist das Mehrgenerationenhaus geöffnet. Weitere Informationen unter Telefon 6012478 oder im Internet unter www.werk-34.de.

Weitere Bilder zur Eröffnung auf unserem Online-Auftritt unter www.berchtesgadener-anzeiger.de kp